Tag 150 – Villa de Leyva

 

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Heute geht es auf unsere erste längere Fahrt in Kolumbien. Unser Ziel heisst Villa de Leyva eine schöne alte Stadt .ca 200 Kilometer entfernt. Wir legen unsere Route so, dass wir nicht durch die ganz Bogota müssen sondern gleich Richtung Berge fahren. Apropos Berge, nachdem wir in Panama noch auf Meereshöhe waren, sind wir in Bogota schon mitten in den Anden auf 2500 Metern.

Es geht wirklich nicht lange und wir haben die Stadt hinter uns oder besser unter uns gelassen und fahren auf einer schönen kurvigen Strecke nach oben. Kurz darauf werden wir von zwei KTM Adventure Fahrern aus Bogota überholt.

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Am höchsten Punkt kommen wir an unsre erste Mautstelle. Erfreulicherweise gibt es eine Mopedspur ganz rechts und wir können ohne zu bezahlen an der Station  vorbeifahren. Sehr sympathisch diese Regelung 🙂

Gleich dahinter ist eine Polizeikontrolle und wir werden angehalten. Auweia, haben wir doch etwas falsch gemacht? Die zwei KTMs stehen auch schon da und ausserdem noch einige andere Mopeds. Die Polizisten sind sehr freundlich und wollen unsere die Papiere sehen. Als wir unsere Versicherung vorzeigen ist die Kontrolle auch schon zu Ende. Offensichtlich war das der Hauptgrund.

Die Stelle an der wir angehalten wurden war etwas schwierig. Die Strasse  war sehr schräg und seitlich gleich ein Graben. So fällt hinter uns das erste Moped schon mal um und einer der KTM Fahrer bittet mich um Hilfe ihn seitlich zu stützen, da er Angst hat in den Graben zu fallen. Wir haben mit Hilfe unseres ’special Brett‘ keine Probleme an der Stelle.

Weiter geht es durch die Berge.  Wir kommen an Hollywood vorbei.
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Die Strassen sind sehr gut ausgebaut und obwohl wir auf Nebenstrecken fahren, sind sie in sehr gutem Zustand.

Es gibt sogar ein neues Verkehrsschild, das wir bis jetzt in keinem anderen Land gefunden haben

Kurz vor unserem Ziel, kommen uns sogar die zwei Amerikaner auf Ihren Ducatis entgegen.

In Villa de Leyva gibt es wieder Kopfsteinpflaster ähnlich wie in Antigua und das letzte Stück bis zu unserer Posada ist dann schon fast Offroad. Der Weg hat tiefe Furchen vom Regen der Vortage aber kein Problem für Berta.

Die Posada ist ein Familienbetrieb und sehr schön. Am späten Nachmittag spazieren wir durch den Ort, zum Glück sind wir nicht weit vom Zentrum. Es hat zwar viele Touristen, aber ist es sehr schön.

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Hier gibt es auch den grössten Dorfplatz von ganz Kolumbien.

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Wir schlendern durch den Ort und finden auch bald eine Heladeria (Eiscafe), wo es tolle selbstgemachte Eiskreationen gibt. Ich nehme Helada Oscuro … möge die Macht mit dir sein 🙂

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Vor der Dorfkirche werden schon riesige Lautsprecher aufgebaut und spät am Abend gibt es sogar noch ein Feuerwerk. Alles nur weil wir gekommen sind 😉

Tag 149 – Taxi Terroristen

Wir verbringen noch einen weiteren Tag in der Hauptstadt Bogota bevor wir uns aufmachen um das Land zu erkunden. Als erstes benötigen wir eine Versicherung für Berta. Zum Glück haben wir gestern beim Zoll gefragt und die Adresse einer Agentur bekommen, wo wir die kaufen können.

Mit dem handgezeichneten Plan des hilfsbereiten Zollbeamten finden wir das Büro in einem grossen Geschäftshaus, ähnlich einer Mall. Alles ist mit einem Zaun umgeben und streng bewacht. Beim dritten Eingang dürfen wir endlich auf das Areal fahren, vorher hat man uns immer weitergeschickt mit dem Hinweis, das dies nur ein Auto-Eingang ist. Schliesslich haben wir es zu dem separat bewachten Mopedparkplatz geschafft. Er ist sogar so sicher, dass Ulli absteigen muss um am Eingang auf mich zu warten.

In dem riesigen Gebäude werden wir gleich von einer Security-Dame abgefangen und nach unserem Ziel befragt. Die Versicherung kennt sie und führt uns sogar bis zu dem entsprechenden Büro. Dort geht es recht einfach, wir müssen allerdings noch eine Stunde warten bis alle Dokumente fertig sind. Wir bezahlen 40 Dollar und haben für 3 Monate die obligatorische Deckung, kürzer war nicht möglich.

Wir kommen im Hotel gerade noch rechtzeitig vor den ersten Regentropfen an :-). Der Verkehr in Bogota ist ähnlich wie in Central Amerika, dicht gedrängt und hektisch. Auffällig sind die vielen Mopedfahrer, die sich durch alle Lücken im Verkehr winden.

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Manche sind sogar schwer bewaffnet.

Leider können wir nicht immer mithalten, da unsere Koffer zu breit sind. Es hat ausserdem viele, viele Taxis, meist in der Grösse eines Fiat Pandas. Die Taxifahrer sind grossteils recht aggressiv in Ihrer Fahrweise und drängeln sich rein, wo immer es geht (oder auch nicht). Andererseits ist das die einzige Möglichkeit halbwegs zügig an das Ziel zu kommen.

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Am Nachmittag wollen wir noch in die Altstadt, die allerdings 16 km von uns entfernt ist. Daher und auch wegen des beginnenden Regens fahren wir mit dem Auto und nehmen mal wieder Uber in Anspruch. Der Fahrer ist relaxed und nach knapp 40 Minuten sind wir am Ziel. La Candelaria ist sehr schön, vor allem sind einige Strasse in Fussgängerzonen umgewandelt worden. Es gibt Strassenmusiker, Gaukler und manche Geschäfte sind schon im Weihnachtsmodus.

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Beim herumschlendern sehen wir viele mobile Vermieter von Telefonen. Eine Minute kostet 100 Kolumbianische Pesos ungefähr 3 Cent. Wer Telefonieren will, bekommt eine altes Mobiltelefon ausgehändigt, das mit einer Kette gegen Diebstahl gesichert ist.

Die Polizei ist ebenfalls sehr stark präsent und vertreibt auch immer wieder fliegende Händler, die Sonnenbrillen, Socken und allen möglichen Krimskrams anbieten.

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Heute sind aber eher Regenschirme gefragt. Es dauert nicht lange und wir stehen mal wieder im Regen, zum Glück mit Schirm den uns unsere Receptionisten noch in die Hand gedrückt hat.

Aber wir sind ja spontan und lechzen ausserdem nach Koffein 🙂 In einem alten Cafe gibt es leckere Stückchen und Kaffee um den Regen etwas auszusitzen. Zurück auf der Strasse schüttet es leider nach kurzer Pause wieder. Da keine Änderung in Sicht ist, suchen wir uns ein Taxi um wieder zurück ins Hotel zu kommen. Die gleiche Idee haben leider viele, so ist es recht schwierig ein Taxi zum anhalten zu bewegen. An einer roten Ampel finden wir dann zum Glück einen der kleinen gelben Wagen, der noch nicht besetzt ist. Der Fahrer ist nett, aber auch einer der Taxiterroristen, die wir schon vom Moped beobachtet haben. Als ginge es um Leben oder Tod macht er alles ohne Rücksicht auf andere, um uns schnell zum Ziel zu bringen. Einige Male sehen wir uns schon in einen Crash verwickelt, aber der junge Formel 1 Pilot in spe hat die Sache im Griff. So bringt er uns trotz abendlichen Berufsverkehrs heil und schnell in unser Hotel. Ich lobe ihn noch für seinen verwegenen Fahrstil und schon ist er wieder im Getümmel verschwunden auf der Jagd zum nächsten Kunden.

 

Tag 148 – Rampensau

Der Tag ist gekommen 🙂 nach rund 22.000 km verlassen wir Panama und damit endgültig auch Nordamerika.

Mit einem Hoteltaxi fahren wir zum Flughafen. Der Check-In unserer Discount Airline mit eigenem Mini-Flughafen und das damit verbundene Prozedere geht ganz einfach und freundlich trotz anders lautender Informationen von Google. Der Flug hat etwas Verspätung, was nicht unerwartet ist, nur der stark klimatisierte Wartesaal ist etwas gar frostig. Sogar Gerhard friert!!! Ullilein sitzt schon mit Strickjackerl und Daunenjacke wie  im Iglu. Nach 2 Stunden landen wir erfolgreich in Bogota.

Am Flughafen müssen wir uns noch von einem Drogenhund beschnüffeln lassen während wir von einem Polizisten über Sinn und Zweck unseres Aufenthalts befragt werden. Dann sind wir auch schon draussen und somit auch endgültig in Kolumbien. Jetzt gilt es nur noch Berta zu finden.

Zum Glück ist der Frachtterminal nicht weit und nach einigen Fragen finden wir auch das richtige DHL Office. Dort bekommen wir unsere Frachtpapiere gestempelt und müssen nochmal 56 Dollar Rangier- und Admingebühren bezahlen. Danach müssen wir zum Zoll um die Einreise unseres Mopeds anzumelden. Auch das ist nicht weit und schon ein paar unschuldige, fragende Blicke später sitzen wir vor dem Schreibtisch des richtigen Beamten.

Der obwohl schon älter hat das wohl noch nicht so oft gemacht, aber mit Hilfe seines Kollegen haben wir es nach einer Stunde geschafft. Mit den finalen Dokumenten tappern wir zurück ins DHL Büro. Noch ein paar Stempel auf ein weiteres Zettelchen und dann dürfen wir mit einer Sicherheitsweste gekennzeichnet zum Moped.

Berta ist noch komplett verpackt und das gesamte Paket wiegt zwar ein Kilo weniger aber alles scheint vollständig. Die Jungs vom Frachtteam helfen uns beim Auspacken …. jupiduu – alles ist noch in Ordnung. Leider haben unsere Helme etwas gelitten, da wir sie unter dem Moped platziert haben. Mit Hilfe des Bordwerkzeuges kommen Spiegel und Scheibe wieder an ihren Platz und auch die Batterie wird angeschlossen.

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Jetzt sind wir fast fertig. Es kommen natürlich die üblichen Fragen, wo geht es hin, wie gross ist der Motor und so weiter. Die letzte Hürde ist noch das Gebäude zu verlassen. Der Frachtraum ist knapp 1,50 Meter über dem Boden damit die LKWs beladen werden können. Also wird eine Rampe gebaut über die ich abfahren soll. Die Rampe ist zwar steil und schmal aber für einen echten Offroad-Crack kein Hindernis. Ulli wartet schon unten um die Abfahrt zu dokumentieren.

Leider habe ich ein kleines Detail vergessen. Die Federung ist immer noch auf die leichteste Stufe eingestellt und kaum bin ich auf der Rampe fängt das voll beladene Moped auch schon an zu schwanken und zieht mich nach rechts von der Rampe runter. Ein allgemeiner Aufschrei geht durch die beobachtenden Frachtarbeiter und ich komme mit dem Vorderrad von der Rampe ab und krache einen halben Meter direkt nach unten. Zum Glück habe ich keine Zeit um irgendwie zu reagieren und so schaffe ich es wider erwarten ohne Absturz.

Das war so richtig knapp. Ich hätte mir und Berta zwischen den Rampen locker alle Knochen brechen können. Das mit der Federung ist mir dann später auf Ullis Nebenbei-Frage eingefallen ‚Gell, die Federung hast du wieder zurück gestellt oder?‘. Nix passiert, Glück gehabt 🙂 … muss auch sein.

Unser Hotel ist nicht weit vom Flughafen und so schaffen wir es recht zügig durch den dichten Abendverkehr dort anzukommen. Im Hotel stellt sich dann die Parkplatzfrage. Die Hotelparkplätze sind normale Parkplätze an der Strasse. So fragen wir ,ob wir Berta nicht direkt vor dem Hotel abstellen können. Der Chef des kleinen Hotels reagiert sehr souverän und macht die Eingangstür ganz auf und schon schieben wir Berta zu ihren Schlafplatz gleich neben der Rezeption.

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Das ist natürlich perfekt und wir können uns beruhigt in unserem Zimmer einrichten. Es ist Abend und kalt, aber es regnet nicht!! Viva Colombia 🙂

Tag 146 / 147 – Fracht

Heute ist es soweit Berta muss zum Flughafen. Zuerst holen wir unseren Mietwagen und dann geht es in Kolonne zum Flughafen. Der Mietwagen hat einen elektronischen Panapass, also fahren wir wieder über den Corridor Sur. An der Schranke der Mautstation fahre ich einfach mit Ulli zusammen durch, bevor die Schranke wieder nach unten geht.

Unterwegs sehen wir noch einen heftigen Unfall. Ein Toter liegt auf der Strasse der Gegenfahrbahn und der Verkehr steht dort komplett über mehrere Kilometer. Wir schauen nicht genauer hin, solche Bilder kann man sich sparen. Erstaunlich war aber, das der Tote nicht einmal abgedeckt wurde.

Dank unseres Helmfunks können wir auch unterwegs kommunizieren. Da ich das Navi habe, bin ich vorgefahren, aber Ulli konnte in dem dichten Verkehr nicht immer Anschluss halten. Mit Sprechverbindung haben wir uns aber nicht verloren und sind beide gut ans Ziel gekommen. Der Notfallplan B mit dem kleinen 2.Navi musste auch nicht zum Einsatz kommen … und nein, Ullilein ist nicht mit aufgesetztem Helm im Auto gesessen 😉 Mit gespitzten Ohren und voller Lautstärke war alles gut 🙂

Bei Servi Karga angekommen, sehen wir die Ausweiskopien der beiden Amerikaner. Also sind sie unserem Rat gefolgt. Wir melden uns wie vereinbart im Büro und machen gleich wieder kehrt. Erst muss Berta verpackt werden. Wir fahren zur entsprechenden Station und treffen wieder auf Paul und Max, die Ihre Ducatis mit dem gleichen Flug verschicken.

Beide sind aber deutlich nachlässiger beim Verpacken, die Spiegel werden lediglich eingeklappt aber wird nichts demontiert. Nachdem die Maschinen gewogen wurden, machen Sie sich gleich auf den Weg zu Ihrem Flug, der schon heute geht. Sie zahlen allerdings 450 Dollar pro Kopf, dafür fliegen sie vom gleichen Flughafen wie die Mopeds.

Wir sind da etwas sorgsamer und demontieren Scheibe und Spiegel, außerdem kommt das Fahrwerk auf die leichteste Stufe, um das Motorrad so tief wie möglich spannen zu können. Wie gesagt, die Höhe sprich Volumen ist wichtiger als das Gewicht für den Flugpreis. Berta wird auf eine Palette gestellt, die vorher zusammengezimmert wurde und danach können wir unser Gepäck, die Helme und die Motorradklamotten, die Boxen und Taschen, um die Maschine herum verteilen. Alles wird mit Pappe abgedeckt und schlussendlich mit Folie umwickelt. Das hat zum einen den grossen Vorteil, dass man sofort sieht wenn jemand am Inhalt rumfummeln würde und ausserdem sieht keiner, was drinnen ist.

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Unser Gesamtgewicht beträgt 400 kg. Die Ducati Multistradas haben jeweils nur 367 kg gewogen, aber mit deutlich weniger Gepäck. Danach fahren wir wieder in das Frachtbüro und aufgrund der Abmasse werden die Kosten ermittelt. Unsere Gesamtrechnung beläuft sich dann auf 922 Dollar. Neugierig waren wir ja immer schon, also frage ich was die Amerikaner zahlen mussten. Ohne Probleme bekommen wir deren Rechnung vorgelegt. Sie zahlen pro Moped 150 Dollar mehr, da Ihr Volumen grösser war.

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Allerdings konnten Sie Servicegebühren sparen, da beide zusammen deklariert werden. Unterm Strich hat sich aber bestätigt, das mit ein bisschen Recherche sehr viel Geld gespart werden kann, wenn man sich die Zeit und Muse dafür nimmt.

Jetzt müssen wir noch zum Zoll um ein Papier abzustempeln, dann haben wir es schon geschafft. Bequem fahren im Auto wir zurück in die Stadt. Dort wollen wir nochmals Richtung Biomuseum, da es dort ein paar tolle Aussichtspunkte und guten Blick auf den Panama Kanal hat.

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Leider ist Ulli beim Einpacken von Berta böse mit dem Fuss umgeknickt und kann kaum noch gescheit laufen. Also wechseln wir als wir uns auf den Rückweg machen und ich fahre, obwohl das Auto nur auf sie angemeldet ist.

Schlussendlich wechseln wir sicherheitshalber wieder zurück, da wir bei der Hinfahrt eine Polizeikontrolle auf der Gegenfahrbahn gesehen haben. Die Polizei in Panama ist nicht lustig, das haben wir ja schon gelernt. … und prompt werden auch angehalten und müssen alle Papiere vorweisen. Glück gehabt 🙂

Am Abend besorge ich dann noch Medizin für Ullis Fuss und bin froh, dass ich es mit meinem Spanisch hinbekomme. Ok, ein Mädel hat mir dann noch etwas geholfen, da sie mein Spanisch besser verstanden hat als die Apothekerin.

Am nächsten Morgen geben wir unser Auto zurück und wieder es schüttet wieder wie Hölle, aber mit dem Regenschirm aus Mexiko bewaffnet, kommen wir auch halbwegs trocken zum Hotel zurück.

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Wir holen noch unsere Wäsche aus der Lavanderia und verbringen den Tag mit faulenzen und lesen 🙂 🙂 🙂

Tag 145 – Reifenwechsel

Bevor wir nach Kolumbien umsiedeln wollen auch wir noch den Hinterradreifen wechseln, den wir seit El Salvador mit uns führen. Nach einigem Suchen und Fragen finden wir auch eine Werkstatt, die das kann und vertrauenswürdig aussieht.

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Dort treffen wir auch auf Paul und Max, ein Vater und Sohn Gespann, die auf zwei Ducatis von Seattle aus unterwegs sind. Sie haben das gleiche Ziel wie wir, aber sprechen überhaupt kein Spanisch. Max hat zumindest eine Translator App, die manchmal hilfreich ist.

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Mit Hilfe eines Amerikaners aus Panama kommen die beiden gerade vom Flughafen und haben sich ebenfalls bei Girag über den Transport erkundigt. Wir erzählen von Servi Karga und beschreiben ihnen auch den Weg dorthin. Danach düsen wir mit dem frisch montierten Reifen noch etwas durch die Stadt und schliesslich nochmals in unsre Mall, heute werden meine Haare geschnitten.

Am Abend buchen wir noch unseren Flug nach Bogota, für 150 Dollar pro Kopf durchaus ein Schnäppchen. Ausserdem mieten wir ein Auto für den nächsten Tag, da wir ja auch irgendwie die 20 km vom Flughafen wieder zurückkommen müssen.

Tag 144 – Panamakanal

Ist man schon einmal in Panama, muss man natürlich auch den Kanal besichtigen … überquert haben wir ihn ja schon.

Also machen wir eine Tagesausflug entlang des Kanals. Zuerst fahren wir noch einmal über die Puente de las Americas und danach zum BioMuseum. Das hat zwar geschlossen, aber ist auch von aussen ein sehr schön anzusehendes Gebäude.

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Danach fahren wir entlang des Kanals, um auch noch ein paar Schiffe zu sehen. Leider spielt das Wetter einmal mehr nicht mit. Wieder zieht ein heftiges Gewitter auf und wir können gerade noch die Regenklamotten überziehen und schon geht es los.

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Innerhalb weniger Minuten sind die Strassen überschwemmt und zum Teil ist das Wasser 30 Zentimeter tief. Wir flüchten in ein Restaurant und sitzen den schlimmsten Regen aus.

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Schliesslich geht es weiter den Kanal entlang. Es gibt eine offizielle Besichtigungsstelle an den Schleusen, aber 15 Dollar pro Kopf sind uns zu teuer. Wir sind ja mobil 🙂 Also finden wir leicht ein paar schöne Stellen, wo gute Sicht haben und auch schöne Fotos machen können.

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An einer Stelle steht Ulli sogar todesmutig auf die Sitzbank und macht Bilder über den Zaun, der den Kanal abschirmt … immer noch Klettermaxi 😉

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Später besuchen wir noch in die Altstadt Casco Viejo, wo wir zwei Mädels aus Deutschland wiedersehen, die wir schon in Boquete getroffen hatten.

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Tag 143 – Servi Karga

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Es ist Samstag und wir haben einige Tage für Panama eingeplant. Vor allem müssen wir den Transport von Mensch und Maschine nach Kolumbien organisieren.

Grundsätzlich gibt es nur zwei Wege nach Kolumbien, per Schiff oder mit dem Flugzeug. Der Landweg ist ausgeschlossen, denn hier liegt der Darian Gap. Eine Dschungel- und Sumpflandschaft, die noch dazu von den Rebellen kontrolliert wird, Strassen oder selbst nur Wege gibt es keine. Die Bootsfahrt schliessen wir ebenfalls aus, da es zur jetzigen Jahreszeit sehr stürmisch sein kann und der Transport auch teurer ist. Also dann via Flugzeug.

Um die Lage zu erkunden fahren wir zum grössten Flughafen von Panama. Der Weg dorthin führt über den Corridor Sur, einer Schnellstrasse mit mässigem Verkehr aber auch mit zwei Maut-Stationen. An der Ersten ankommen, erfahren wir das die Durchfahrt nur mit dem Panapass möglich ist. Den haben wir natürlich nicht und umdrehen geht auch nicht. Wir erfahren von einem Mitarbeiter der Mautstation, dass wir hier keinen Pass kaufen können. Da es keine Alternative gibt, dürfen wir dann einfach so durchfahren 🙂 Das ist ein Regalo Panamas, ein Geschenk der Stadt ruft er uns noch nach. An der zweiten Station ist es natürlich das gleiche. Auch hier kurzes Gespräch und dann schlängeln wir uns an der Schranke vorbei.

Am Cargoterminal des Flughafens angekommen, finden wir auch gleich das Büro von Girag. Eine Frachtgesellschaft von der wir schon mehrfach gehört haben. Die Auskunft ist aber recht lapidar, wir sollen am Dienstag vormittag kommen und es kostet 1093 Dollar, mehr Details gibt es nicht.

Also auf zu einer weiteren Transportfirma von der wir gelesen haben – Servi Karga. Am Samstag schliessen alle Frachtbüros am Mittag, also hurtig hurtig. Hier treffen wir auf einen netten Herren, der uns in Ruhe das Prozedere erklärt. Wir können das Moped am Dienstag oder Donnerstag bringen, dann wird es eingepackt und abhängig vom Packvolumen wird dann der Preis ermittelt. Wir erfahren, dass es Sinn macht die Scheibe zu demontieren damit das Packet nicht zu hoch wird, unser Gepäck können wir ebenfalls beim Moped lassen. Der Transport wird dann mit DHL stattfinden und um den Frachtpapierkram kümmert sich er sprich Servi Karga. Das hört sich alles schon viel sympathischer an. Wir beschliessen den Transport am kommenden Dienstag durchzuführen. Eine Anmeldung oder Vorauskasse ist nicht notwendig, wir sollen einfach am Vormittag kommen und spätestens am Donnerstag ist Berta dann in Bogota. Das hat deutlich mehr Hand und Fuss und wir verabschieden uns mit einem ‚Hasta Martes‘ 🙂

Auf der Rückfahrt vermeiden wir die Mautstrasse und bereuen es sofort. Die Strassen sind verstopft ohne Ende und mit unseren Koffern können wir auch nur schlecht an den Autos vorbeifahren. 1 ½ Stunden später sind wir dann endlich am Ziel und halten in einer grossen Mall, um ein wenig Shopping zu machen …. nach Ewigkeiten wieder mal ;-). Ulli geht zum Frisör und ich schlendere durch die Geschäfte. Gefühlt sind wir einmal mehr in den USA, bis auf die Sprache ist alles sehr amerikanisch. Wir kaufen uns auch noch neue Schuhe und Flipflops und erst am Abend geht es zurück ins Hotel.

Tag 142 – Panama City, sind wir schon in Südamerika?

Heute haben wir noch kein festes Ziel. Der Weg nach Panama City ist weit und wir wollen schauen, wie wir voran kommen.

Und wir kommen sehr gut voran. Auf der Karte rot ist unsere heutige Etappe

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Es gilt noch zwei Distriktgrenzen zu überwinden und diesmal  werden wir auch nicht mehr von der Polizei angehalten. Da wir in Fahrlaune sind und auch das Wetter hält, kommen wir nach 6 ½ Stunden und 360 km an die Brücke De Las Americas und überqueren den Panamakanal. Laut Reiseführer verbindet die Brücke die Kontinente Nord- und Südamerikas.

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Sind wir jetzt schon in Südamerika? Keine Ahnung, aber offensichtlich schon.
Die Stadt sieht von weitem aus wie Manhattan / New York. Ein Wolkenkratzer steht neben dem anderen.

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Trotz des gewaltigen Eindruckes den die Stadt auf uns macht, verunsichert uns der Himmel. Hatten wir bis jetzt bestes Wetter, ist Panama City voller schwarzer Wolken. Noch 5 km bis zum Hotel, wir stecken im Feierabendverkehr und schon geht ein wildes Gewitter mit heftigen Regen los. Zäh arbeiten wir uns durch die letzten Meter und zum Glück bleiben unsere Klamotten dicht.

Dann haben wir es geschafft. Unser Hotel heisst Veneto und liegt mitten im Businessbereich der Stadt.

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Das Hotel haben wir aber erst ab dem nächsten Tag gebucht. Der Preis für die zusätzliche erste Nacht ist wie erwartet deutlich höher als der Preis für die folgenden. Zum Glück gibt uns die Receptionistin den Zugangscode für das Internet und per Handy buchen wir die Nacht fast zum gleichen Preis.

Unser Zimmer liegt im 15 Stock, Aussicht ist garantiert, und parken können wir in der Hotelgarage. Am Abend gehen wir gleich gegenüber vom Hotel in ein Restaurant und werden wiederum von der Deutschen Reisegruppe begrüsst. Sie haben heute Ihren vorletzten Tag und fliegen bald in die Heimat zurück.

Unser Hotel ist sehr gross und hat sogar ein Casino und offensichtlich sind wir mitten im Rotlicht-Milieu. Vor dem Eingang und auch im Casinobereich tummeln sich die Bordsteinschwalben, auf Spanisch sagt man wohl Putas.

Tag 141 – Policia

Bevor wir heute weiterfahren, möchten wir nun den Reifen montieren, den wir seit El Salvador mit uns führen.

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Der Hotelbesitzer erzählt, das uns im Ort ein sehr talentierten Monteur für wenig Geld den Reifen wechseln kann. Also mache ich mich auf den Weg und fahre zum Reifenwechseln während Ulli unser Gepäck zusammen packt. Da es nicht weit ist lasse ich auch gleich meinen Helm im Hotel. Wir sind ja in Central America, da nimmt man es mit den Gesetzen nicht so genau.

Bei der Werkstatt angekommen erfahre ich, dass der Reifenmonteur erst am Nachmittag kommt. Aber es gibt noch eine andere Werkstätte zwei Strassen weiter. Auf dem Weg dorthin, hält ein Autofahrer an und sagt mir, dass man in Panama Helme tragen muss. Na gut, wird ja wohl nichts passieren. Die zweite Werkstatt repariert nur Autos und verweist mich an eine Dritte. Allerdings habe ich jetzt keine Lust mehr und fahre zurück Richtung Hotel. 300 Meter vor dem Hotel überholt mich ein Polizeiauto und zwingt mich zum anhalten. Sch…

Der Polizist erklärt, ich muss einen Helm tragen und will die Papiere von Berta sehen. Die sind aber leider im Hotel wie auch der Helm. Er schickt mich alles holen und er wartet solange beim Moped. Ich laufe los und tue wie geheissen und nehme sicherheitshalber auch noch etwas Geld mit. Die Kommunikation ist nicht ganz einfach, spricht der Polizist doch nur spanisch. Zuerst erklärt er mir, dass ich 75 Dollar Strafe zahlen muss, aber in einem Polizeirevier 80 km von hier. Ich stelle mich ein bisschen blöd, was nicht schwer fällt, und beteuere. das ich auf unserer ganzen Reise noch nie einen Strafzettel bekommen habe, nunca !!(niemals).

Es geht hin und her und irgendwann kann ich das Gespräch auf Berta lenken und wir schauen uns die technischen Details vom Moped an. Dann wirft er den Strafzettel weg und ich verspreche das nächste Mal besser aufzupassen. Er gibt mir freundlich die Hand und fährt von dannen.

Das war echt Glück! Erleichtert fahre ich zurück ins Hotel und wir starten unsere Tagestour. Unser Ziel heute lautet Las Lajas und ist zum Glück nicht weit entfernt.

Bald nachdem wir losgefahren sind, sehen wir „meinen“ Polizisten am Strassenrand. Diesmal winkt er uns nur freundlich zu.

Nach einigen Kilometern kommen wir dann wieder an eine Polizeikontrolle. Wir tuckern langsam vorbei, aber im Rückspiegel sehe ich schon die Polizisten wild gestikulieren.

Also drehen wir um und fahren zur Kontrolle. Wir werden gleich sehr streng darauf aufmerksam gemacht, das es strafbar ist an einer Kontrolle vorbei zufahren und er uns mit 250 Dollar strafen könnte. Noch dazu ist das eine besondere Kontrolle, da nicht nur Polizei sondern auch Zoll und Migration involviert sind. Wir zeigen alle unsere Dokumente und beteuern reumütig, das es ein Versehen war, da wir schon viele Kontrollen gesehen haben, wo wir durchfahren konnten. Am Ende lenken die Beamten ein und lassen uns straffrei weiterfahren.

So kommen wir dann auch am frühen Nachmittag zu unserer Unterkunft. Wir haben eine kleine Hütte bei einem italienischen Pärchen gemietet. Die Hütte ist sehr hübsch und in die Wände sind ganz viele Weinflaschen eingearbeitet, sodass  das Licht innen sehr interessant ist.

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Nachdem wir das Zimmer bezoge haben, fahren wir gleich an den Strand. In einem Ressort können wir einen Tageseintritt kaufen, sogar mit Rabatt wegen unserer Unterkunft. Der Strand ist extrem lang und breit und die Wellen sind gigantisch.

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So verbringen wir noch eine schönen Nachmittag am Meer mit Duschen und Bar. Am Abend gibt es dann Pasta bei den Italienern und danach verziehen wir uns in unser Flaschenhaus :-).