Tag 128/129 – Lava und Granada

Die Beule am Bein ist mittlerweile etwas abgeschwollen, sodass wir uns auf einen ausgiebigen Rundgang durch Granada (nein, nicht Spanien 🙂 ) begeben können.

Erst besteigen wir einen Kirchturm, der einen tollen Blick über die Stadt bietet und zuletzt laufen wir bis an den Lago de Nicaragua.  Etwa einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

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Es gibt viele wunderschöne Bäume auf dem Weg, aber der See, obwohl riesengross, ist eher ernüchternd.

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Zumindest die Stelle an die wir gekommen sind. Es gibt ein verlassenes Hotel und viel Dreck. Etliche Tourguides wollen uns Ausflüge verkaufen, aber dafür fehlt uns die Motivation … zumindest auf eine organisierte Tour. Es gibt einige Inseln, die wirklich schön sein sollen, aber unser Ziel für heute ist eine kleine Stadterkundung.

So machen wir uns gestärkt mit einer frischen Kokusnuss wieder auf den Rückweg zum Hostel.

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Zuvor gibt es aber noch eine erstaunlich leckere Pizza bei einem Italiener und einen Besuch beim Postamt. Der weitere Tag ist mehr dem Thema Relaxen, Blog schreiben, Route suchen usw. gewidmet.

Am nächsten Tag steht etwas echt Heisses auf dem Programm. Der Vulkan Masaya in einem Naturschutzpark ist nicht weit und dort wollen wir hinfahren.

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Am Eingang der Parks zahlen wir 100 Cordobas / Nase für den Eintritt und fahren zuerst weiter bis zum Museum. Dort bekommt man Informationen über die Entstehung und allerlei Wissen über die Vulkane geliefert. Zum Krater selbst kann man mit dem eigenen Fahrzeug fahren, muss sich allerdings vorher in einer Liste eintragen. Wir dürfen nicht länger als fünf Minuten am Krater verbringen, da die Dämpfe schädlich sind.

Also geht es offroad weiter den Vulkan hoch bis zu einem Parkplatz direkt am Kraterrand.

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Wir gehen nur ein paar Meter und können direkt die brodelnde Lava im Schlund unter uns anschauen. Das war extrem eindrücklich und haben wir das so – vor allem so nah – noch nie vorher gesehen.

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Aus den 5 Minuten wird dann doch eine halbe Stunde, aber geschadet hat es uns wohl nicht. Es gibt zwei Wächter am Krater, die den ganzen Tag hier oben verbringen müssen.

Nachdem wir den Park verlassen haben, finden wir fürs Mittagessen einen Platz mit toller Aussicht. Danach wollen wir noch zum Baden an einen Kratersee, der quasi direkt auf dem Rückweg liegt. Der Weg dorthin geht über steile, aber meist gepflasterte Strassen bis an den See. Zum Ufer selbst kommen wir nur über ein Ressort, kostet zwar keinen Eintritt, aber man soll dafür etwas konsumieren … soweit so gut & durstig sind wir ja eh.

Das Ressort ist toll gelegen und gut ausgestattet. Der See ist sehr warm (wir vermuten durch die nahe Lavaaktivität) und sehr sehr angenehm zum Baden.

Als der nachmittägliche Regen einsetzt, machen wir uns nach dem ersten Guss auch auf den Rückweg. Leider finden wir nicht den gleichen Weg wie vorher (…. wär ja auch zu einfach und wir lieben doch die Abwechslung), sondern sind mal wieder komplett offroad unterwegs. Da es immer noch regnet wie aus Kübeln sind die Pfade entsprechend rutschig und voller tiefer Rinnen. Hier ein Sturz wäre nicht lustig, besonders auch weil wir nur in Regenmontur und nicht mit unserer normalen Mopedkleidung unterwegs sind. Aber trotz einiger Rutscher schaffen wir auch diese Herausforderung und kommen irgendwann wieder auf die normale Strasse zurück.

Die letzte Nacht in Granada wartet auf uns.

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Tag 127 – von Leon über Managua nach Granada

 

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Wieder geht es weiter. Trotz ausgiebiger Reinigung am Vortag, haben wir immer noch das Gefühl das der Lavasand in jedem Winkel hängt. Die heutige Etappe führt uns zuerst nach Managua und dann weiter nach Granada.

In Managua gibt es einen KTM Händler bei dem wir einen Benzinfilter für Berta kaufen wollen. Ich hatte den Händler schon angeschrieben und er hat mir bestätigt das er das entsprechende Teil vorrätig hat.

Die gesamte Strecke beträgt nur 143 km, sodass genügend Zeit für KTM verbleiben sollte und ich den Filter vielleicht auch gleich tauschen lasse. Die Adresse von KTM Nicaragua finden wir im Händlerverzeichnis und geben den entsprechenden Standort auch im Navi ein. Das GPS arbeitet diesmal ohne Probleme, nur den Laden finden wir nicht. Am diesem Wegpunkt ist alles nur nicht KTM … und Managua ist gross.

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Wir fahren zu einem Einkaufszentrum in der Nähe und fragen dort, aber niemand kennt KTM. In einem El Pollo comida rapida essen wir zu Mittag und haben zum Glück Wifi um noch einmal zu recherchieren.

Tatsächlich finden wir einen Facebook-Eintrag mit einer Adresse, aber gänzlich woanders.  Also auf ein neues, 8km quer durch die ganze Stadt. Wir geben das neue Ziel ein und nach einiger Suche kommen wir auch endlich an.

Der Laden hat einige Mopeds im Schaufenster, aber sieht sonst eher dürftig aus. Ein Mitarbeiter spricht Englisch und wir fragen nach dem Ersatzteil. Es beginnt eine längere Suche, aber leider ohne Erfolg. Der Mitarbeiter wusste sogar von unserem E-Mailverkehr dem Chef persönlich, nur das Teil gibt es nicht. Auch unseren den Hinweis, dass die Adresse auf der KTM Website falsch ist, ernten wir nur ein Schulterzucken.

Wenigstens ruft er bei KTM in Costa Rica an und sagt uns, dass dort ein Filter vorrätig ist. Die ganze Aktion hat uns mindestens 3 Stunden gekostet, aber zumindest war der Mitarbeiter bemüht und es war ihm doch etwas peinlich, das wir umsonst gekommen sind. Den Chef haben wir nie gesehen, er wusste wohl warum.

Wieder raus aus der Stadt und weiter Richtung Granada. Wir kommen zum Glück gut voran, da nicht sehr viel Verkehr ist. Wie überall in Centro America gibt es an den Kreuzungen in grösseren Städten viele Verkäufer von Snacks und Getränken, aber auch Dienstleister, die für kleines Geld die Scheiben der Fahrzeuge während der Rotphase putzen. Auch wir bleiben nicht verschont und bekommen unsere Verkleidungsscheibe gereinigt.

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In ganz Nicaragua gibt es ständig Polizeikontrollen. Die meisten Autofahrer halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und niemand fährt hier über durchgezogene Linien.

Wir bekommen sogar immer wieder ein Lichthupen-Signal vom Gegenverkehr, das uns vor der nächsten Polizeikontrolle warnt. Entsprechend brav fahren wir und kommen ohne Zwischenfall und Strafzettel in Granada in unserem Hostel an.

Die Unterkunft ist zwar einfach, aber wir haben ein grosses Zimmer mit Ventilator (!) und es gibt einen sehr schönen Garten im Innenhof.

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Diesmal können wir nicht im Hostel parken sondern müssen Berta auf einem privaten Parkhof abstellen. Die Gebühr beträgt ungefähr einen Dollar pro Tag und alles sieht sehr ordentlich und sicher aus. Der Parkplatzvermieter kopiert sogar meinen Pass, damit er das Moped auch wieder an den Richtigen herausgibt.

Beim Abstellen rutsche ich noch von der Fussraste ab und schramme mir das Schienbein auf. Das tat echt höllisch weh (armer Held!) und wenig später habe ich eine grosse Beule am Bein. Im Hostel bekomme ich einen Coolpack zum kühlen und werde  von Ulli besonders gut versorgt.

Trotz schwerer Verletzung reicht es noch für einen Rundgang durch die Altstadt und einem Besuch beim Barbier.

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Tag 126 – Tanz auf dem Vulkan

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben, sind wir wieder voller Tatendrang.

Wir machen einen Rundgang durch Leon und finden auch ein schönes französisches Cafe mit leckeren Paninis und sehr gutem Cappuccino.

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Leon ist ein sehr schöner Ort mit einem grossen Markt und vielen schönen alten Bauten.

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In der Nähe von Leon gibt es einige Vulkane und der bekannteste davon ist der Cerro Negro (schwarzer Hügel) . Diesen haben wir als Ziel auserkoren. Da normales Besteigen langweilig ist, buchen wir eine Tour im Hostel mit besonderem Abschluss. Es gibt nämlich die Möglichkeit den Weg bergab mit einem Schlitten oder einem Snowboard zu machen. Genau das haben wir vor :-). Um 14:00 Uhr werden wir von zwei Tourguides mit einem Geländewagen abgeholt und fahren Richtung Cerro Negro.

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Nach einigen Kilometern verlassen wir die normale Strasse und fahren ‚unasphaltiert‘ weiter. War das Wetter in Leon noch warm und trocken, zieht jetzt der Himmel immer weiter zu.

Auf die Frage, ob es vielleicht regnen könnte, kommt ein zögerliches eventuell. 5 Minuten später fängt es auch schon an zu nieseln. Je näher wir unserem Ziel kommen umso stärker wird der Regen. Der Cerro Negro liegt in einem Naturschutzpark, wo wir einen Eintritt entrichten müssen. Da es mittlerweile schüttet wie aus Eimern, warten wir am Parkeingang eine Weile ab und hoffen auch Besserung. Daraus wird aber nichts, nur die Intensität lässt ein wenig nach. Noch länger Warten bringt nichts also geben wir das Signal zum Aufbruch. Im Jeep geht es weiter bis zum Fusse des Vulkans. Das schlechte Wetter hat zumindest den Vorteil das wir ziemlich alleine sind. Zusammen mit Gretchen machen wir uns an den Aufstieg.

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Ulli hat sich für die Schlittenvariante entschieden und ich für die Hardcore-Variante mit dem Snowboard. Wir bekommen beide einen Rucksack und dürfen unsere Lavasand-Gleitgeräte selber den Berg hoch schleppen. Der Regen wird wieder heftiger, aber Gretchen ist das nicht schlimm, man kann dann nur noch schneller fahren … na prima.

Der Aufstieg über die Lavasteine dauert ungefähr eine Stunde. Irgendwann hat sich auch Ullis Schlitten zu meinem Snowboard gesellt und ich trage brav beide Geräte nach oben. Am Gipfel gehen wir noch an den Krater aus dem es stetig heraus dampft. Der Vulkan ist noch immer aktiv, erst letzte Woche ist ein Teil davon abgebrochen.

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Allerdings sieht man keine heisse Lava sondern nur die Schlacke. Jetzt geht es an die Abfahrt.

Gretchen gibt Ulli Instruktionen wie der Schlitten, eigentlich nur ein Holzbrett mit Schnur, zu bedienen ist. Ausserdem bekommen wir beide einen Overall und Handschuhe. Ich bekomme ausserdem noch eine Taucherbrille, die aber ziemlich nutzlos ist.

Nachdem Ulli instruiert ist, bin ich dran. Da ich ja getönt habe, ich kann snowboarden, gibt es keine Instruktionen. Ich bekomme das Brett, tatsächlich ein altes Snowboard, an die Füsse gebunden. Der Abhang an den wir geführt wurden ist extrem steil und mit reinem schwarzen Lavasand bedeckt. Ich muss hier anmerken, das ich früher wirklich recht gut Snowboard gefahren bin, allerdings ist das schon einige Jahre her und zuletzt war ich immer nur auf Skiern unterwegs. Egal mit Todesverachtung stürze ich mich in Tiefe und liege auch schon gleich auf der Schnauze. Das ging früher irgendwie besser. Gretchen begleitet uns zu Fuss und macht auch einige Fotos. Ulli setzt sich auf den Schlitten und donnert wie ein Torpedo in die Tiefe … gelernt ist gelernt 🙂

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Ich quäle mich … Gretchen ruft mir noch hinterher, das ich nicht zu weit nach links soll. Das ignoriere ich geflissentlich, da es nach links wenigsten ein bisschen läuft. Allerdings kommen weiter links auch immer mehr grössere Steine.

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Also elegant auf dem Bauch herumgewälzt, um wieder in die andere Richtung zu kommen. Etliche Bruchlandungen später habe ich es dann auch geschafft. Direkt am Fuss des Hanges wartet schon unser Jeep und sammelt uns wieder ein. Die Taucherbrille wäre übrigens für die Schlittenfahrt gewesen um die Augen vom Sand freizuhalten. Egal wir haben es geschafft und es war richtig geil, auch wenn ich an der Eleganz noch etwas arbeiten muss.

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Werde wohl bei Gerald noch mal einen Snowboardkurs machen.

Zurück im Hostel hören wir das es in Leon den ganzen Nachmittag trocken war. Aber was solls, wir hatten auch trotz des Regens den grösseren Spass.

Tag 125 – Grenzgänger

Heute gibt es eine Monstertour. Wir wollen aus El Salvador ausreisen, dann durch Honduras fahren und später in Nicaragua einreisen … alles an einem Tag 🙂

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Das Hauptproblem bei einer solchen Tour sind die Grenzen, da man nie weiss wie lange es dauern wird. Entsprechend früh stehen wir auf, um 5:00h klingelt der Wecker.

Nach einem letzten Frühstück in EL Salvador geht es dann los. Bis zur Grenze nach El Amatillo sind es 60 km und diese überwinden wir recht zügig.

An der Grenze, immer noch in El Salvador, werden als erstes die Einfuhrpapiere vom Moped geprüft. Hier geht es einmal the other way round – erst muss Berta ausreisen, dann kommen wir an die Reihe.

Und schon fangen die Probleme an. Bei der Einreise mussten wir das Originalpapier abgeben und haben stattdessen eine Kopie mit Originalstempel und Unterschrift erhalten. Genau das wird jetzt moniert, denn die Grenzer wollen das Original sehen. Unnachgiebig fragt der Beamte ‚Habt ihr das Original ’si o no‘. Auf das gefühlte 100. Mal ’no, esta a la frontera de la entrada‘ werden wir erst mal zum Warten verdonnert. Alle Originale werden uns abgenommen, aber zum Glück können wir an einer recht schäbigen Hütte wenigstens im Schatten stehen. Um uns herum streift ein Hund, dessen Rücken nur noch aus Zecken besteht.

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Der Grenzer mit dem wir geredet haben, sagt das unser Fall von el Jefe entschieden werden muss und bietet uns an direkt beim Chef zu warten. Die Gelegenheit nehmen wir gleich war. Wir fahren 300 Meter weiter zu einem Gebäude in dem vor allem LKWs und Busse abgefertigt werden. An der Tür zum klimatisierten Büro steht ein Wachmann dem wir unser Begehr nennen.

Er sagt wir müssen warten, aber wir sollen ihm schon mal all unsere Dokumente geben … Papiere, Pass, Fahrzeugschein usw. Na bravo, die hat er doch schon erhalten, oder? Er macht sich auf die Suche und wir können wenigstens in einer Halle im Schatten sitzen. Nach einer Weile werden wir aufgerufen und dürfen zu el Jefe.

Der Chef der Zollabteilung macht einen sehr gebildeten und auch vernünftigen Eindruck. Er erklärt uns, das wir das Originaldokument brauchen. Glaubt uns aber auch, das wir das Dokument haben abgeben müssen, obwohl das offensichtlich falsch war. Zumindest war es hilfreich, das auf unserer Kopie ein Original-Stempel der Grenze war. El Jefe hat deswegen schon mit der Grenzstation der Einreise telefoniert und dort sucht man bereits das Original. Wir gehen wieder zurück auf Start, auf unser Wartebankerl. Eine weitere halbe Stunde vergeht … inzwischen haben wir unser Backgammon ausgerollt und spielen unter den neugierigen Augen der LKW Chauffeure eine Runde.

Schliesslich kommt El Jefe zu uns (sogar!) und hat die Lösung unseres Problems. Bei der Einreise in La Hachadura ist es zu einer Verwechslung gekommen. Der Zöllner dort hat uns  ‚aus- statt eingereist‘.

Daher hat Berta laut Zollsystem das Land auch schon verlassen. Da wir jetzt ja tatsächlich ausreisen wollen, ist somit der Status richtig und wir dürfen unseren Grenzmarathon weiterführen. Viele muchas gracias und usted esta muy amable später tuckern wir gut gelaunt vom Zollgelände. Nun braucht es noch einen Stempel in unsere Pässe und dann sind auch wir ausgereist. Kurz darauf kommt die Grenze nach Honduras. Wieder stürmen uns alle möglichen Helfer hinterher, die wir auch hier wieder erfolgreich abwehren. Die Einreise geht recht zügig alles in einem Gebäude und auch die Anzahl der Kopien bleibt überschaubar.

Die ganze Geschichte hat uns 3 Stunden gekostet! Zum Glück sind wir recht zeitig gestartet, sodass wir immer noch in der geplanten Zeit liegen.

Honduras sieht nicht viel anders aus als El Salvador: Wir machen noch einen Stop in einer grösseren Stadt und geniessen einen klimatisierten amerikanischen Schnellimbiss. Ulli’s erstes Mal bei  KFC Kentucky Fried Chicken … in Honduras ;-). So gestärkt geht es weiter, noch hundert Kilometer und dann sind wir an der Grenze zu Nicaragua. Same procedure as last year, Miss Sophie? Same Procedure as every year, James!

Allerdings ist es an der letzten Station, der Einreise nach Nicaragua, so heiss und schwül das ich ein wenig schwächle. Mit viel kaltem Wasser, Cola und Nüssen & Heldenpflege bekommen wir aber auch das wieder hin :-). Jetzt nochmal hundert Kilometer bis nach Leon und wir sind da.

Regalo de Dios – Das Geschenk Gottes

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In Nicaragua ändert die Landschaft. Es wird deutlich hügeliger und wir sehen noch mehr Vulkane. Fahrtechnisch ist es hier genauso streng wie in der Schweiz. Es gibt saftige Strafen für zu schnelles Fahren und überqueren einer durchgehenden Linie ist gar keine gute Idee. Die Polizeikontrollen sind auch dementsprechend häufig. Alle 20km steht ein Posten auf der Strecke und Gerhard tuckert so brav durchs Land wie nie zuvor 🙂

Als wir in unserem Hostel ankommen, ist es zum Glück noch hell, aber wir sind groggy!

Tag 123 / 124 – La Union

Früh am Morgen erwartet uns die ganze Familie schon zum Frühstück. Es gibt Eier, Käse, Schinken und Salami, da fühlt mach sich wie zu Hause!

Fernanda hat sogar ein Lunchpaket für jeden von uns gemacht, wirklich lieb.
Nach einem herzlichen Abschied geht es auf die Fahrt nach La Union, einem Ort nicht mehr weit zur Grenze von Honduras. Mario hat uns noch einen Tip für ein schönes Hotel gegeben.

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Da es Sonntagmorgen ist, hält sich der Verkehr in Grenzen und wir kommen zügig aus San Salvador hinaus. 216 Km liegen vor uns, eigentlich kein grosses Thema. Irgendwo auf der Hälfte möchte ich etwas mehr Gas geben und merke das Berta nicht mehr über 5000 Touren kommt. Der Motor fühlt sich an, als bekommt er nicht genügend Benzin oder als ob er abgeregelt wird. Sprit haben wir zwar nicht mehr viel aber eigentlich ausreichend. Also fahren wir weiter. Wir möchten nicht riskieren, das der Motor nach einem Stop nicht mehr anspringt. So ziehen sich die Kilometer dahin und im Kopf brodelt es, was das Problem sein könnte. Aber trotz verminderter Leistung schaffen wir es zu unserem Hotel in La Union :-).

Auf den Strassen sehen wir immer wieder Mais der zum Trockenen ausgelegt wird, zwar nicht wirklich gesund aber offensichtlich sehr effektiv

Noch bevor alles Gepäck ins Zimmer geschafft wird, mache ich das Moped nochmal an und fahre noch eine kleine Runde. Jetzt funktioniert wieder alles und ich kann sie locker auf 7-8000 Touren drehen. Mehr ist auf den Strassen zu gefährlich, bricht doch ab 9000 Touren bei 150 PS ein kleines Inferno los.

Recherchen im Forum ergeben, dass es ein Problem mit dem Benzinfilter geben könnte oder noch schlimmer die Benzinpumpe. Keines von beidem haben wir als Ersatz dabei, aber der nächste KTM Händler ist in Managua /Nicaragua.

Wir beschliessen einen Tag länger im Hotel zu bleiben und nochmal in Ruhe zu überlegen. Ausserdem ist das Hotel sehr schön und wir haben wieder einmal spektakuläre Ausblicke.

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Am nächsten Tag entscheiden wir dann erstmal ohne grosse Checks weiterzufahren und in Nicaragua einen Ersatzfilter zu kaufen. Wir erkunden noch ein wenig die Gegend und spielen auch mit dem Gedanken mittels Boot nach Nicaragua zu fahren. 2,5h übers Meer anstatt 8 Stunden auf dem Landweg durch Honduras … Leider ist das mit Berta aber nicht möglich, das Angebot gibt es nur für Personas -> no por los verhiculos. Also bleiben wir schlussendlich beim Landweg.

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Made in El Salvador

Ich habe KTM in Managua auch schon kontaktiert und per Mail heisst, es ein Filter ist verfügbar.

 

Tag 122 – Mario und Fernanda in San Salvador

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Die letzten Tage hatten wir immer wieder Kontakt über Whatsapp zu Mario aus San Salvador, der Hauptstadt von El Salvador. Mario hat einen kleinen Motorradladen in dem er Husquanas, Touratech-Teile und Heidenau-Reifen verkauft. Da sich unser Hinterradreifen so langsam verabschiedet, habe ich schon seit Guatemala einen Ersatz gesucht. Julio aus Antigua hat den Kontakt zu Mario vermittelt. Mario hat den richtigen Reifen auf Lager und hat uns sogar angeboten bei ihm zuhause zu übernachten. Mit Hilfe seiner GPS Koordinaten finden wir auch sein Geschäft problemlos. Die Fahrt von Santa Ana nach San Salvador geht recht flott und wir sind schon um die Mittagszeit da.

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Kurz nach unserer Ankunft kommt noch eine KTM 1190 Adventure R angefahren, das gleiche Modell wie Berta. Der Fahrer ist unschwer zu erraten, Mario zusammen mit seiner Tochter Fernandita. Jetzt ist auch die Frage geklärt, warum Mario im Mail so sicher behaupten konnte, dass er den richtigen Reifen für uns hat. Da unser gutes Stück noch einen ganz kleinen Rest übrig hat, man wird ja geizig mit der Zeit, haben wir beschlossen den neuen Reifen mitzunehmen und erst später zu montieren.

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Wie vorher schon berichtet ist einer unserer Seitenkoffer nach einem Umfaller undicht geworden. Die Jungs in Marios Werkstatt können ihn zwar nicht ausbeulen aber dafür wird er mit Silikon wieder komplett versiegelt.

Mario muss leider ins Krankenhaus zu seinem Vater, von unserem Einwand wir könnten uns auch ein Hotel suchen, will er aber nichts wissen. Er verspricht am Abend zurückzukommen. Fernandita seine 16jährige Tochter soll uns zu Ihm nach Hause begleiten. Als der Fahrer mit seinem grossen SUV gekommen ist, wissen wir auch wie.
Wir fahren dem SUV durch die Stadt hinterher und kommen in ein sehr schönes Villenviertel.

Berta steht in einer grossen Garage neben einer KTM 690 Enduro und einer BMW 1200 GS und zwei SUVs, alles Marios Spielzeuge.
Kaum geparkt kommt auch Fernanda, Marios Ehefrau und begrüsst uns gleich herzlich.
Der Fahrer trägt unser Gepäck nach oben und wir stehen in einem sehr schönen, grossen Haus mit Blick über die Stadt und auf die Vulkane.

Mario hat laut Julio noch ein Bauunternehmen und macht das Mopedgeschäft als Hobby nebenbei. So wie es ausschaut laufen die Geschäfte sehr gut. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, gibt es gleich einen grossen Topf Pasta zur Stärkung. Neben dem Fahrer hat es auch noch Betty die Köchin, die sich um solche Sachen kümmert.

Fernanda und Fernandita besuchen am Nachmittag noch la Abuela, die aus Guatemala angereist ist  und so finden wir uns nach dem Essen alleine in der grossen Villa. Hat sich am Anfang etwas komisch angefühlt, aber wir wussten die Zeit zu nutzen. Das Haus ist wirklich schön, aber auch extrem gesichert. Alles ist mehrfach verriegelt und im Garten gibt es nach allen Richtungen massive Stacheldrahtrollen. Hätten wir am Nami das Gelände verlassen, wären wir auch nicht mehr hinein gekommen :-).

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Reichtum in einem armen Land ist nicht ganz einfach und man muss immer auf der Hut sein, nicht überfallen zu werden. El Salvador hat grosse Probleme mit Banden, die immer wieder Überfälle machen. Ein Grund warum auch alle Autos verdunkelt sind und man nicht hineinschauen kann. So weiss ein Verbrecher nicht, ob nur ein Mädel oder 5 Bewaffnete im Auto sitzen.

Am Abend kommt dann auch Mario nach Hause. Fernanda hat uns schon informiert, dass wir um 8.00h zum Essen gehen werden.  Esta bien? Aber sehr gerne doch.

Mit dem SUV geht es zu fünft durch die Stadt und an einer kleinen Brauerei mit Gaststätte halten wir. Das Auto wird beim Valet-Parking abgeben, freie Parkplätze sind gesucht. Mario ist selbst gefahren, da der Fahrer & Helfer im Haus am Samstag nur bis 13 Uhr arbeitet. Wahrscheinlich ist einer seiner Hauptaufgaben auch Fernandita sicher in die Schule zu bringen.

In der Brauerei läuft laute Livemusik – laut Fernanda hat jemand Geburtstag, da wird dann gleich eine Band engagiert. Wir können auch gleich ein Biertasting machen und es gibt ein leckeres Steak zum Essen. Schon vor dem Essen erklären wir, dass wir die drei einladen wollen, bekommen aber gleich den Schneid abgekauft.

Fernanda erklärt das Mario in El Salvador el Jefe ist und wenn er uns einlädt auch bezahlen wird. Ok, keine Chance zur Gegenrede, aber wir einigen uns auf eine Alternative. Mario vertreibt für den deutschen Motorrad-Abenteuer-Ausstatter Touratech Teile in Central America und kommt daher auch immer mal wieder nach Deutschland.
Touratech sitzt im Schwarzwald und ist quasi vom Bodensee um die Ecke. Also vereinbaren wir einen Gegenbesuch, wenn sie das nächste Mal im Schwarzwald sind.

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Vielleicht treffen wir Mario und Fernanda sogar noch früher, da sie im November auch mit dem Moped Richtung Patagonien starten wollen. Sie wollen immer einen Monat fahren, das Moped dann abstellen, zurück nach Hause einen Monat arbeiten und dann wieder weiter. Die Chancen stehen somit gut uns wieder zu begegnen.

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Ulli, Fernandita & Fernanda

Tag 121 – Santa Ana / El Salvador

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Zeitig gehen wir zum Frühstück und wollen auch noch unsere Rechnung begleichen, aber der Finne schläft noch. Seine Angestellten erklären uns, das el Senor gerne länger schläft.

Nachdem wir nach einer weiteren halben Stunde klar gemacht haben, dass wir fahren werden, ob mit oder ohne Bezahlung kommt er dann doch. Er ist eigentlich nett, aber lebt wohl schon zu lange ein Leben ohne feste Zeiten. Ob das als Chef von einem kleinen Hotel auf die Dauer hilfreich ist, sei dahingestellt. Am Ende können wir aber doch ohne zu grosse Verspätung starten.

Wir fahren zum Anlegeplatz der Fähren, was ein hochgestellter Begriff ist für kleine Holzflösse einem Aussenborder. Wir vereinbaren eine Privatfahrt, die nur unwesentlich teuerer ist. Über eine Holzplanke schieben wir Berta auf das Floss und unser Kapitän hilft tatkräftig mit. Zum Glück haben wir einen sehr schönen, klaren Tag erwischt und es gibt auch keine Wellen auf dem Fluss, den wir nun entlang schippern. Ganz im Gegenteil zum Meer, wo die Wellen über 2 Meter hoch waren.

Wir fahren rund eine halbe Stunde durch die Mangroven und können auch die Vulkane in der Ferne sehen. Es wäre wirklich schade das verpasst zu haben. Zum einen haben wir bestimmt 60 Kilometer Strasse gespart und vom Spass bei der Fahrt ganz zu schweigen. Als wir ankommen muss Berta rückwärts wieder über eine Planke vom Floss geschoben werden. Sofort sind einige Passagiere von anderen Booten zur Stelle und gemeinsam packen wir es unser Dicke sicher an Land zu bringen.

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Es folgt noch eine holprige Strasse, die aber deutlich besser ist als erwartet. Nicht mehr lange und wir sind an der Grenze nach El Salvador angelangt. Wir wollten rechtzeitig an der Grenze sein um genügend Zeit haben und später nicht in die Dunkelheit zu kommen.

Dies ging zum Glück auch auf. Das Prozedere an der Grenze ist ähnlich wie schon zuvor. Erst die Ausreise mit Abmeldung von uns, dann vom Moped und schon geht es weiter an die Grenzstation von El Salvador. Auch hier geht es einigermassen zügig voran, nur das Moped braucht etwas länger. Ulli regelt und kramt alles aus dem Spanisch-Gedächtnis was es zu finden gibt 🙂 Aber als der Zollbeamte dann mit mir zu Berta geht um die Fahrgestellnummer zu prüfen, kann er auf einmal auch englisch. Ich muss noch einmal in ein anderes Gebäude um meine Unterschrift auf das finale Dokument setzen. Ein letzter Check des Importpapiers zeigt aber, das die Fahrgestellnummer einen Fehler hat. Da der Beamte keine Lust hat alles neu zu machen, korrigiert er den Eintrag von Hand und setzt einen Stempel mit Unterschrift an die korrigierte Stelle. Wir sind fertig und nach nur 90 Minuten haben wir es geschafft.

Direkt nach der Grenze werden wir dann noch einmal angehalten und der Posten nimmt das Importpapier an sich und gibt uns einen Stempel mit Unterschrift auf eine Kopie. Wir wundern uns noch warum er das Original einbehält, aber offensichtlich ist es das Prozedere.

Weiter geht es zu unserem Ziel nach Santa Ana. El Salvador ist viel schöner als wir gedacht hatten, auch die Strassen sind in vernünftigem Zustand.

Im ersten grösseren Ort machen wir eine kurze Pause und müssen gleich einen Betrunkenen abweisen, der unsere Berta bewachen will.

Aus einem Comida rapida, es gibt Pizza nur nicht rapida, behalten wir das Moped im Auge. Bevor es losgeht sehen wir noch einen weiteren Trunkenbold, der in einen Bus einsteigen will und versucht gleich alle Mädels begrapschen. Sowas wird aber auch in El Salvador nicht geduldet, so kommt sofort jemand der in kurzerhand am Einsteigen hindert und vertreibt.

Weiter geht es über eine schöne Strecke durch die Berge am Vulcan Santa Ana vorbei bis zu unserem Zielort. Wir sind im Hostal Casa Verde untergebracht, was sich als eine echte Oase herausstellt. Berta kann direkt im Eingang parken und alles ist sehr gründlich verriegelt.

Während der letzten zwei Fahrtage hatten wir einige Probleme mit dem Navi. Es hat sich unterwegs immer wieder einfach ausgeschaltet. Nachdem alle unnötigen Daten nun vom Gerät gelöscht sind, hat es heute gut funktioniert, aber sicherheitshalber gibt’s auch noch einen Check am Zweirad.

In Deutschland hatte Berta noch einen zusätzlichen USBLader bekommen, um unterwegs auch mal ein Handy oder das Zweitnavi laden zu können. Seit geraumer Zeit hat das Teil aber nicht mehr richtig funktioniert. Daher zerlege ich das Moped um nach Abbau der Verkleidung und Demontage der Lampenmaske an die Anschlüsse zu kommen.

Der USBLader hängt am gleichen Anschluss wie das Navi. Also raus mit dem Teil und nochmal alles prüfen, zum Glück wollte das Messgerät mit auf die Reise. Fazit der Prozedur: Das Teili ist kaputt und hat auch das Navi gestört. Ein Bier weiter ist alles wieder zusammen geschraubt und funktioniert erstaunlicherweise gleich beim ersten Mal.

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Ulli hat in der Zwischenzeit gekocht, so haben wir auch mal wieder ein gutes Homemade Abendessen.

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Tag 119 / 120 – Monterrico

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Am Morgen ist der Himmel endlich klar und wir können den See mit seinen drei Vulkanen in voller Pracht bewundern. Nach einem kleinen weiteren Rundgang packen wir unsere Berta und machen uns wieder auf den Weg.

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Garten in der Posada

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Heute soll es nach Monterrico gehen, einem guatemaltekischen Ferienort direkt am Pazifik. Das besondere an Monterrico sind die schwarzen Strände, die von Lavagestein geprägt sind. Aber bis dahin liegt noch eine aufregende Wegstrecke vor uns.

Nach sorgfältiger Planung haben wir uns für eine Strecke am See entlang entschieden, um noch ein wenig mehr vom Lago de Atitlan geniessen zu können. Die Route sollte eine nette Landstrasse sein, doch werden wir bald eines besseren belehrt. Von Panajachel starten wir nach Santa Catarina Palopo, was schon der erste Fehler war. Vor Santa Catarina müssen wir wegen einer Baustelle warten. Der Junge der den Verkehr kontrolliert, möchte wissen wo  wir herkommen und hinwollen.

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Auf unsere Antwort ’nach Monterrico‘ erklärt er sofort, dass das nicht hier ist. Si claro …  wissen wir, es sind es noch 190 Kilometer bis zum Ziel. Er sagt aber auch, das die Strasse von hier nicht viel weiter geht. Aber das wissen wir besser, haben wir doch die Route auf dem Navi geplant. Nach einiger Zeit räumt er ein, das es wohl doch einen Weg gäbe. Wir dürfen erstmal bis in den Ort fahren, da das Warten dort schöner ist und wir den Ort anschauen können.

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Im Dorf selbst bekommen wir noch einmal bestätigt, dass der Weg am See entlang eher beschwerlich ist. Aber was wissen schon die Einheimischen, wir haben doch eine ordentliche Routenplanung gemacht und ein wenig Gravel Road hat uns noch nie aufgehalten. Bald nach Santa Catarina hört der Asphalt auf und wir fahren auf einem Feldweg weiter. Der Weg führt am Seeufer entlang und schlängelt sich langsam nach oben. Die Aussicht ist toll und wir können noch einige schöne Bilder machen.

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Die Strasse ist leider weniger schön und es wird immer steiler. Zwei drei Autos, alles Geländewagen, sehen wir noch. Dann stossen wir sogar einen Lastwagen, der vor uns herfährt. Als dieser um eine Kurve biegt, warten wir noch einen Moment und schon kommt der LKW wieder zurückgerutscht. Beim zweiten oder dritten Anlauf schafft er es dann. Wir auch, aber die Strecke ist wirklich anspruchsvoll, sehr steil und voller Löcher. An zwei Stellen steigt Ulli sicherheitshalber ab und geht zu Fuss. Stehend auf dem voll beladenen Moped mit viel Gas schaffe ich es irgendwie.

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Mit einer leichten Enduro wäre es gut machbar, aber mit 300 Kilo Gewicht (ohne Beifahrer … die nebenbei ja nur eine Feder ist 😉 ) ist es eine echte Herausforderung. Anhalten wäre extrem unlustig. Am Ende haben wir es dann ohne Umfaller, aber mit viel Schweiss – gehend wie stehend – geschafft. Und irgendwann sind wir dann auch auf der netten Landstrasse, die wir eigentlich fahren wollten. Aber dazu hätten wir in Panajachel schon anders losfahren müssen.

Unser Problem war, dass auf der OSM Karte unsere Strecke nicht als Offroadstrecke dargestellt war. Egal … wir haben es geschafft und wahrscheinlich wird es trotz Planung nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir trotz guter Vorbereitung eine Hardcore-Strecke erwischen. Auf asphaltierten Strassen geht es dann problemlos bis Monterrico und seinen schwarzen Stränden.img_1154 dsc_0093

Unser Hotel ist ein paar Schritte vom Meer und hat aber leider nicht den versprochenen Meerblick. Der finnische Besitzer faselt etwas von Fehlern bei Booking.com, aber die Unterkunft ist mas o menos ok, wenn auch nicht so schön wie viele andere, die wir davor hatten.

Der Strand ist menschenleer und wird hauptsächlich von wilden Hunden bevölkert, die aber zum Glück friedlich bleiben, obwohl wir sie immer wieder vertreiben müssen.

Monterrico selbst ist eher verschlafen und nicht besonders sauber. Es ist Nebensaison und der Ort wird eher von Guatemalteken als vom internationalen Tourismus besucht. Uns gefällt es trotzdem und wir verbringen die letzten zwei Nächte in Guatemala hier.

Tags darauf erkunden wir den Ort und finden auch die Fähre, die uns am nächsten Morgen einige Kilometer Umweg zur Grenze nach El Salvador ersparen wird.

Tag 118 – Lago de Atitlan

Früh am Morgen verlassen wir unsere Posada, kreisen nochmals durch Antigua auf der Suche nach der Tankstelle und steuern dann Richtung Lago de Atitlan.

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Wieder einmal ignorieren wir die Hauptstrasse und wollen uns auf kleinen Offroadwegen durchschlagen. Julio hat uns den Tip für eine alternative Strecke gegeben. Die Strasse ist nicht asphaltiert, was wir ja wollten, aber leider auch nicht besonders schön.

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So schlagen wir uns durch die Landschaft und verfahren uns natürlich wieder einmal. Freude herrscht als wir wieder auf einer „guten“ Strasse sind, Aber unser Navi schickt uns wieder auf einen kleineren Weg zurück. Misstrauisch geworden studieren wir sämtliches Kartenmaterial, aber es hilft nichts wir müssen wieder durch die Pampa. Es geht steil in ein Dorf bergab, aber zum Glück ist der Weg zumindest gepflastert und der tägliche Regen hat auch noch nicht begonnen.

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Etwas später sind wir zur Abwechslung wieder auf einer nicht asphaltierten Strasse und kommen an einen Fluss, an dem leider die Brücke fehlt. Umdrehen geht nicht mehr und Ulli steigt ab und prüft mutig die Wassertiefe … es scheint machbar zu sein. Also alleine und im Stehmodus wage ich mich in die Fluten. Das Wasser war wirklich nicht zu tief und so packe ich die Durchfahrt ohne baden zu gehen. Ein Strassenarbeiter auf der anderen Seite zeigt mir den Daumen nach oben, er hatte wohl seine Zweifel ob Bertas Wattfähigkeiten.

Ulli überwindet die Strecke zu Fuss nachdem sie die Aktion gefilmt hatte.

Es folgt zwar eine asphaltierte Strasse, aber viel ist nicht mehr vom Belag übrig.  Eine Hang-Abrutsch folgt dem nächsten, aber irgendwie meistern wir auch diese Etappe. Die nächste Streckenwahl wird vorsichtiger sein.

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Am Ende kommen wir pünktlich 5 Minuten vor dem Regenguss des Tages und sicher in Panajachel an und haben wir superschönes Gasthaus, das Blue Mayan Museo.

Lago de Atitlan erinnert an einen Italienischen Bergsee und wir hätten Blick auf drei grosse Vulkane, wenn es nicht schon wieder wolkig und regnerisch wäre. Aber laut Reiseführer ist es eines der Highlights in Guatemala. Naja, dann vielleicht am nächsten Morgen.

Mit Regenjacken ausgerüstet erkunden wir das Seeufer und den Ort. Auch am Abend finden wir beim zweiten Anlauf ein nettes Restaurant mit Livemusik nebenan. Direkt neben an steht eine XT550 und auf gebrochenen Spanisch kann ich mich mit dem Besitzer über die Vorzüge einer XT unterhalten, habe ich doch selbst noch zwei XT500 zuhause.