Tag 46 – Bryce Canyon
Die Nacht im Zelt war angenehm, trotz 2000 Meter Höhe waren die Temperaturen sehr Camping freundlich. Auch unser Zeltnachbar hat sich irgendwann beruhigt nachdem er mindestens 20 mal die Tür von seinem Auto auf und zu gemacht hat. Das Pärchen war wohl frisch zusammen und das Mädel hatte wohl definitiv andere Vorstellung vom Camping.

Im Visitor Center des Parks werden wir diesmal für unsre Wandertour nicht so nett beraten, wie wir es sonst kennen. Macht aber nix … wir entscheiden uns für den Navajo Trail, der die spektakulärsten Teile des Canyons zeigt. Leider sind wir nicht alleine und werden von vielen anderen Besuchern begleitet. Der Bryce Canyon ist wunderschön, aber mehr als einen Tag braucht man hier nicht unbedingt zu bleiben.


Tag 45 – What a scenery!! :-)
Von Nephi geht es weiter zum Bryce Canyon.

Wir wählen mal wieder nicht den direkten Weg sondern machen einen Umweg über die Berge. Die Strasse ist schmal, kurvig und schlängelt sich immer weiter nach oben. Wer hätte das gedacht. Bis auf fast 3000 Meter geht es hoch und wir haben wieder einmal tolle Aussichten. Irgendwo in den Bergen treffen wir auf einen deutschen Radler, der von San Francisco Richtung Denver unterwegs ist. Er ist erstaunt, dass ich ihn sofort auf deutsch anspreche, aber welcher Amerikaner hat schon Packtaschen von Vaude.
Weiter geht es Richtung Capitol Reef, einen weiteren Nationalpark, den wir aber nur streifen.
Ein Stopp zum Mittagessen wird schwieriger als gedacht. Es ist Sonntag und die meisten Restaurants im ländlichen Utah,sofern es überhaupt welche hat, haben geschlossen. Schlussendlich finden wir aber ein schönes Cafe mit tollem Essen und grandiosen Blick auf das Reef.

Nach 400 km und unzähligen Kurven haben wir es geschafft und sind am Eingang des Bryce Canyon. Zum Glück finden wir einen Campground mit guter Infrastruktur und einem halbwegs schattigen Platz für unser Zelt.
Alles wird hier beherrscht von Ruby’s Inn, einem Hotel mit Restaurants, Campingplatz und etlichen Souvenirgeschäften. Ich war vor 10 Jahren schon einmal hier, aber alles hat sich mindestens noch einmal verdoppelt.
Tag 44 – Nephi Rodeo
Jetzt sitzen wir gerade in Las Vegas am Pool und ich versuche die letzten Tage zu rekapitulieren. Bin etwas schreibfaul geworden, aber alles der Reihe nach.

Von Salt Lake City fahren wir weiter nach Süden, aber weit kommen wir nicht. Zum einen ist es sehr heiss und zum anderen sehen wir in Nephi Plakate für ein Rodeo und eine grosse Parade. Kurz entschlossen suchen wir ein Motel und bleiben eine Nacht in Nephi.
Am Nachmittag ist die Parade angesagt. Wir haben auf der Hauptstrasse schon etliche Campingstühle gesehen, die von der Bevölkerung bereitgestellt wurden. Campingausrüstung sei Dank holen wir unsere Stühle hervor und gesellen uns dazu.
Bevor die Parade losgeht, bewundern wir noch eine Oldtimer Ausstellung, die ebenfalls an der Hauptstrasse ist.
Es kommen nun immer mehr Menschen, aber wir finden noch ein halbwegs schattiges Plätzchen. Die Parade geht traditionell mit der Amerikanischen Flagge los, getragen von ein paar Soldaten. Alle Zuschauer stehen auf und halten stolz die Hand an die Brust.
Nach der Fahne nimmt jeder gemütlich Platz und dann kommen rund 80 Wagen mit Motiven. Fasst die Hälfte davon präsentieren die Schönheitsköniginnen vom Nephi und Umgebung. Unglaublich wie viele es davon hat. Der Ort hat bestimmt nicht mehr als 8000 Einwohner und wahrscheinlich muss jedes Mädchen zwischen 15 und 20 einmal Schönheitskönigin oder Prinzessin werden. Nicht alle sehen supergut aus, aber alle sind mit Freude und Stolz dabei. Viele der Wagen verteilen Candys und andere Giveaways für die Kinder, mindestens so bei uns an der Fasnet.
Nach rund zwei Stunden ist das Spektakel vorbei und alles löst sich wieder friedlich und ohne Hektik auf. Wir fahren zum Rodeostadium und kaufen zwei Karten für je 14 $. Am Abend geht es dann los. Gefühlt ist der ganze Ort da, bestimmt sind es aber 4000 Zuschauer, die den Cowboys zujubeln. Es gibt alles, was man schon mal irgendwo gesehen hat. Wilde Pferde auf denen man sich halten muss und Bullriding, aber auch das Einfangen von Kälbern mit dem Lasso und ähnliches. Ein Moderator führt mit seinem Clown durch das Programm.

Zum Abschluss kommen noch ein Spanier und ein Franzose, die mit Saltos über die Stiere springen und zwei Moto-Crosser, die auf einer Schanze wilde Stunts zeigen.

Das war ein sehr cooler Abend, vor allem aber keine Touristenveranstaltung. Am liebsten hätten wir uns auch noch Cowboystiefel und Hüte gekauft mit denen fast jeder ausgestattet war.
Tag 43 – Salt Lake City
Ursprünglich wollten wir von Idaho Falls nach Lakeview und dann San Francisco fahren.

In Anbetracht der langen Strecke, die noch vor uns liegt, haben wir aber diesen Plan revidiert und fahren nun direkt nach Salt Lake City. Von dort aus geht es wieder in ein paar weitere Nationalparks bis nach Las Vegas.
In Lakeview hätten wir Regina besucht ,die ich wahrscheinlich vor 30 Jahren in Okriftel das letzte Mal gesehen hatte. Aber wir wollen unser Ziel im Süden nicht aus den Augen verlieren.
Die Fahrt nach Salt Lake City verläuft unspektakulär, ausser dass wir wiedermal ein paar Schotterstrassen mit eingebaut hatten 🙂 Der Schotter war allerdings tiefer als sonst und so musste ich lange Teile im Stehen fahren. Die Temperaturen auch merklich angestiegen und kurz vor Salt Lake City hatten wir 37 Grad. Was für ein Sprung, von 0 Grad in der Nacht mitten in einen Backofen.
Das Motel in Salt Lake City war zwar recht billig, aber leider auch recht schäbig. Kein Kühlschrank für unsere Lebensmittel, aber zumindest eine Klimaanlage. Wifi gab es zwar umsonst, nur funktioniert hat es nicht wirklich.
Zum Glück hatten wir vorher etwas recherchiert und sind auf einen tollen Event am Abend gestossen. Direkt am Capitol findet eine Open Air Kino statt und es läuft der neuste Star Wars Film und das nur 10 Minuten von uns entfernt. Das Capitol, nicht unähnlich dem in Washington DC, liegt auf einem Hügel und man hat einen tollen Ausblick auf die Hauptstadt von Utah.
Alle Grünflächen vor dem Gebäude sind mit grossen und kleinen, jungen und alten Personen bevölkert, die es sich auf Picknickdecken bequem gemacht haben.
Es gibt 3 Leinwände, alle nicht super professionell, die aber der ganzen Veranstaltung einen besonderen Charme geben. Es wird auch das beste Kostüm prämiert, entsprechend viele Fans laufen im Outfit mit Lichtschwert herum. Wie alle anderen holen wir uns regionale Leckereien vom Foodtruck – Korean BBQ Chicken in der Box, die wirklich megafein sind – und machen es uns dann im Dunkeln auf der Wiese bequem zum Film schauen.

Insgesamt ein tolles Happening.
Tag 42 – Klim
Nicht weit von Idaho Falls liegt Rigby, wo das Hauptquartier von Klim ist.
Klim stellt Bekleidung für Snowmobile- und Motorradsport her und war uns bei der Beschaffung unserer Ausrüstung mit einem grosszügigen Discount schon behilflich.

Im Headquarter angekommen, sehen wir uns im neuen Ausstellungsraum um, was es alles zu bieten hat 🙂 Als sie hören, dass wir aus Alaska bis Idaho Falls gekommen sind, kommt auch schon Mark, der Chef vom Motorrad Marketing und bietet uns eine Führung durch das ganze Haus an. Ashley zeigt uns dann alle Bereiche bis hinein in die Entwicklungsabteilung, wo die neuen Outfits entworfen werden. Ich biete mich gleich als Testperson an, falls es irgendetwas zum ausprobieren gibt.

Tatsächlich wird mir kurz darauf ein blaues Set Unterwäsche in die Hand gedrückt, das besonders bei hohen Temperaturen kühlend wirken soll. Zum Glück passt es und ich verspreche, dass ich regelmässig Feedback gebe.
Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten für die heissen Tage, die uns demnächst erwarten werden und nach einem herzlichen Abschied geht es wieder zurück nach Idaho Falls. Dort warten noch ein paar kleinere Wartungen am Motorrad, die erledigt werden wollen. Besonders das Thema mit dem Hauptständer braucht eine Lösung.
Wir besorgen uns WD40 und finden auch eine Waschanlage mit Hochdruckreiniger.
Als ich vor dem Motel den Ständer mit WD40 wieder gefügig machen möchte, finde ich den eigentlichen Grund. Wir haben eine Schraube verloren, deshalb hat der Ständer auch immer geklemmt. So ein Glück, dass die zweite Schraube nicht abgebrochen ist.
Obwohl ich einige Ersatzschrauben dabei habe, passt natürlich keine. Bei einem Yamaha-Händler im Ort wird mir aber geholfen. Ich bekomme die richtige Schraube, vor allem eine mit metrischem Gewinde, Unterlegscheibe und eine Sicherungsmutter. Nebenbei kann ich auch noch meinen Wortschatz erweitern. Weiss ich doch jetzt was Washer, Screw, Bush und Locknuts sind.
Am Abend gönnen wir uns noch einen Kinobesuch und beschliessen einen sehr netten Tag.
Tag 41 – Idaho Falls
Heute geht es nach Idaho Falls, eine der grössten Städte von Idaho. Zum Glück liegen nicht mehr viele Kilometer vor uns und so können wir schon sehr früh in einem Motel 6 einchecken.
Idaho Falls liegt immer noch auf 1400 Meter und hat ein sehr angenehmes mildes Klima, auch die Sonne ist uns hold. Die Stadt ist recht gross und bietet alles was man zum Leben benötigt. Heute ist relaxen angesagt … und wir machen nichts besonderes ausser gut essen und ausruhen.

Tag 40 – Geysire
Heute brechen wir endgültig auf, denn auch die letzte Nacht bei 0 Grad war nicht gerade kuschelig. Wir fahren Richtung Süden und wollen noch eine paar Geysire anschauen.
Der berühmteste heisst Old Faithful. Nach 2 Stunden Fahrt im Park bei blauen Himmel und angenehmen 14 Grad erreichen wir diese Station. Hier gibt’s Massen-Tourismus pur. Vollgefüllte Parkplätze, Icecream-Burger und Souvernirs ohne Ende. Der Geysir bricht alle 90 Minuten aus und es sind in einem Bogen 4 Reihen Bänke auf über hundert Meter angebracht.
Wie ergattern einen einigermassen guten Platz in der zweiten Reihe um dann zu hören, dass die nächste Eruption erst in 45 Minuten stattfinden soll. Wir bleiben noch 15 Minuten und geben dann erst mal auf. In der Zwischenzeit haben sich alle Bankplätze gefüllt und die Menschen stehen schon hinter den Bänken.
Den zwei amerikanischen Damen, die dankbar unsere Plätze einnehmen, sage ich das die Parkleitung den nächsten Ausbruch abgesagt hat. Panik in den Augen, bis ich gestehe, das es nur ein Joke war.
In der Lodge essen wir eine Kleinigkeit und als der Zeitpunkt des Ausbruches bevorsteht, gehen wir doch noch einmal zurück. Geschätzte 1000 Personen warten gebannt auf den Ausbruch. Dieser geht aber nur sehr langsam von statten. Dampf entweicht den ganzen Tag und jetzt kommen ab und zu Sprudel mit Wasser dazu, erst nur einen halben Meter und dann langsam immer höher. Auf einmal bricht ein Geysir direkt hinter Old Faithful aus und Ulli befürchtet, dass wir und am falschen Loch gewartet haben. Kurz darauf kommt nun auch Old Faithful in die Gänge und schiesst sein Wasser mindestens 20 Meter in die Höhe.
Jetzt wird es Zeit den Park zu verlassen, ausserdem brauchen wir noch eine Unterkunft für die Nacht. Der erste Ort nach dem Park ist immer noch extrem touristisch und wir fahren gleich weiter. Danach kommt leider nicht mehr so viel und wir brauchen noch 150 Kilometer um endlich in einem kleinen Nest ein Motel zu finden.
Tag 39 – Buffalo Hunting, wer jagd hier wen?
Wir bleiben noch einen Tag länger. Wäre doch blöd vor dem Wetter zu kapitulieren, wenn man schon mal hier ist. Zum Glück regnet es am morgen nicht und mit Hilfe eine netten Familie, können wir unser Zelt drei Plätze weiter tragen.
Heute wollen wir eine Hiking Tour machen und haben auch schon einen netten Trail nicht weit vom Campground ausgesucht.
Zum Glück haben wir unsere Regenkleidung, die wir extra fürs regenwandern gekauft haben. So können wir mit dem Motorrad ohne unsere Motorradkleidung zum Startpunkt fahren und werden nicht nass. Kurz vor uns machen sich noch zwei Jungs aus Texas auf den gleichen Weg, aber sonst ist alles leer.
Es geht einen halben Kilometer durch den Wald, dann kommen wir auf eine Hochebene mit einer Steppenlandschaft. Vor uns sehen wir, dass die Burschen stehen geblieben sind. Als wir sie erreichen, wissen wir auch warum. Ein riesiges Bison (Buffalo) steht direkt auf dem Trail und ist in aller Ruhe am grasen. Wir warten noch ein wenig, aber nichts tut sich.
Wie beschliessen den Büffel zu umgehen, da die Viecher recht gefährlich werden können. Bei Nieselregen schlagen wir uns durch nasses Grass und Büsche. Als wir ungefähr auf Höhe des Büffel sind, geht das Mistvieh doch einfach weiter unseren Weg entlang. Aber wir geben natürlich nicht auf und die zwei Texaner folgen uns brav, dankbar jemand gefunden zu haben, dem sie hinterherlaufen können.
Das Gelände wird schwieriger. Wir überqueren Bäche und klettern über umgestürzte Bäume, während der Büffel gemütlich den Wanderweg entlang schlendert. Ich habe das Gefühl, dass er immer wieder zu uns herüber schaut und sich kaputtlacht, was für Aufwände wir machen. Endlich triftet er vom Weg ab und wir können nach etlichen hundert Metern Busch und Sumpf wieder ungefährdet auf den Weg zurückkehren.
Zum Glück sind jetzt meine Füsse patschnass, denn Goretex hilft leider nicht, wenn das Wasser von oben reinläuft.
Einige Kilometer weiter kommen wir an den Cascade Lake. Von dort geht es noch weiter zum Observation Point, höher in den Bergen. Nach ungefähr 350 Höhenmetern stossen wir an die Nebelgrenze und somit ist auch nichts mehr mit guter Sicht. Die zwei Jungs aus Texas gehen weiter, da sie noch nie in den Bergen waren und Texas ‚flat like a pancake‘ ist.
Fast wieder am See angekommen sehe ich einen Grizzly auf der Ebene. Nicht lange dann sehen wir auch sein Junges, das wie ein Gummiball auf und ab springt. Zum Glück sind Grizzlys mit Jungen am gefährlichsten ;-).
Der Weg , den wir wieder zurückgehen wollen, führt nicht weit entfernt an der Bärenfamilie vorbei. Wir warten also erst einmal ab was passiert. Nachdem sich der Grizzly zuerst weiter von uns entfernt hat, nimmt er jetzt die Richtung genau auf uns zu … prima. Gemächlich trotten die zwei Bären immer weiter auf unseren Standpunkt zu. Ok, wir haben ein Messer und Bärenspray dabei, das müsste im schlimmsten Falle helfen. Bevor die Bärenmama aber noch näher kommt, entscheiden wir zügig den Platz zu verlassen und Richtung unseres Trails zu gehen, der jetzt wieder sicherer erscheint.
Weiter weg sehen wir ein paar Leute stehen. Wahrscheinlich haben sie die Bären und auch uns gesehen und warten ob noch etwas geboten wird. Unsere Entscheidung war richtig. Da der Weg einen Bogen macht, können wir den Grizzly mit noch vernünftigem Abstand umgehen. Mittlerweile ist er an dem Platz angekommen, an dem wir vorher noch gewartet haben. Wenn jetzt die zwei Texaner vom Gipfel zurückkommen, stecken sie allerdings in der Sch…
Nachdem wir ohne weitere Zwischenfälle den Weg zurück zum Moped gepackt haben, fahren wir gleich zur Rangerstation und melden, dass die zwei Jungs ein Problem haben könnten. Die Ranger sind allerdings sehr gelassen, da der Bär nicht aggressiv war und nur sein bear thing gemacht hat.
Tag 38 – Rainy Yellowstone
Am Morgen ist es sehr frisch … um nicht zu sagen ’saukalt‘. Das Zelt ist innen trocken, aber der Boden ist schon etwas von Regen unterspült. Ich ziehe einen Graben, damit wir nicht davon geschwemmt werden.
Einen Platz, den wir gestern kurz in Betracht gezogen haben, ist total unter Wasser … Glück gehabt :-D. Frühstück leisten wir uns im Fountain Soda, dem Diner von Canyon Village. Es gibt hier ein grosses Visitor Center und einige Einkaufsmöglichkeiten für alles mögliche. Um uns herum werden gerne warme Pullover und Regenjacken gekauft, viele Besucher sind nicht wirklich für die Berge ausgerüstet.
Yellowstone ist der grösste aller Parks in den USA und hat eine Gesamtfläche von 3468 Quadratmeilen (jetzt schnell mal umrechen 🙂 ).
Wir lassen uns im Visitorcenter beraten. Heute fahren wir eine Runde durch den Park und morgen geht’s zum wandern. Beim Fahren beschränken wir uns allerdings auf den Upper Loop im Norden, die ganzen 750 km, davon 499 km geteert, werden wir bestimmt nicht schaffen. Die Rangerin rät uns, möglichst bald zu fahren, da es auf einem der Pässe Schnee geben könnte.
Also machen wir uns auf den Weg. Der Pass ist über 2700 Meter hoch und die Landschaft unglaublich. Der ganze Park liegt auf einem Supervulkan und überall gibt es heisse Quellen und man sieht viel Dampf. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich, zum Teil steile Berge dann wieder Hochplateaus. Es geht nicht lange und wir sehen unseren ersten Büffel, der gemütlich am Wegesrand grasst. Ein guter Indikator für Wildtiere sind immer wieder Autos, die am Wegesrand stehen. Da gibt es meist etwas zu sehen.
Irgendwann gibt es wieder einen Stau und Moped sei Dank, kann ich die Autos überholen und nach vorne fahren. Zuerst denken wir es ist ein Unfall, aber dann hören wir, es wurde ein Bär gesehen. Schon sehen wir ihn auch. Ein grosser Schwarzbär am Strassenrand. Ulli steigt ab und macht sich mit der Kamera auf Verfolgungsjagd. Über Helmfunk kann ich hören was passiert.
Der Bär lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und geht auf die Strasse. Läuft dort an den Autos entlang und wechselt dann gemütlich auf die andere Seite. Die Fahrerin vor der er die Strasse wechselt, wird den Anblick wohl kaum vergessen.
Auf der Weiterfahrt werden wir von einer Familie angesprochen, ob wir aus Friedrichshafen sind. Sie kommen aus Tettnang und leben für 5 Jahre in Arizona. Stolz zeigt mir Micha das Nummernschild auf seinem Pickup. Vielleicht kommen wir noch nach Phoenix, dann besuchen wir Sie dort.
Weiter geht es Richtung Boiler River. Hier fliessen heisse Quellen in einen Fluss und man kann baden gehen. Wir stellen das Moped ab und kaum wollen wir losgehen, fängt es wieder in Strömen an zu regnen. Zum Glück verlege ich auch noch den Mopedschlüssel. Nach 10 Minuten Suche im Regen finden wir ihn zum Glück am Rahmen hängen. Wir haben die Nase voll und fahren zum nächsten Besichtigungspunkt, den Mammoth Hot Springs.
Die liegen im Norden kurz nach der Grenze zu Wyoming, wo sich der grösste Teil des Parks befindet.
Zurück am Campingplatz können wir unseren Aufenthalt um eine dritte Nacht verlängern 🙂 , müssen aber mit dem Zelt umziehen :-(. Glücklich sind wir darüber nicht und vertagen die Entscheidung auf den nächsten Tag.
Unsere Macbooks haben wir mit Necessaire und allem was riecht aus ‚be bear aware‘ im Seitenkoffer gelassen und stellen jetzt fest, dass der Koffer nicht mehr dicht ist. Alles ist patschnass, aber die Macs haben überlebt! Gut das sie in einer Neoprenhülle stecken.
Beim letzten Umfallen wurde der Koffer eingedrückt und hat jetzt einen kleinen Riss.
Hoffentlich krieg ich das irgendwo repariert. Die Nacht ist auch wieder frostig, 32 Grad Fahrenheit heisst 0 Grad Celsius. Wo ist nur der Sommer?

