Tag 126 – Tanz auf dem Vulkan

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben, sind wir wieder voller Tatendrang.

Wir machen einen Rundgang durch Leon und finden auch ein schönes französisches Cafe mit leckeren Paninis und sehr gutem Cappuccino.

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Leon ist ein sehr schöner Ort mit einem grossen Markt und vielen schönen alten Bauten.

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In der Nähe von Leon gibt es einige Vulkane und der bekannteste davon ist der Cerro Negro (schwarzer Hügel) . Diesen haben wir als Ziel auserkoren. Da normales Besteigen langweilig ist, buchen wir eine Tour im Hostel mit besonderem Abschluss. Es gibt nämlich die Möglichkeit den Weg bergab mit einem Schlitten oder einem Snowboard zu machen. Genau das haben wir vor :-). Um 14:00 Uhr werden wir von zwei Tourguides mit einem Geländewagen abgeholt und fahren Richtung Cerro Negro.

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Nach einigen Kilometern verlassen wir die normale Strasse und fahren ‚unasphaltiert‘ weiter. War das Wetter in Leon noch warm und trocken, zieht jetzt der Himmel immer weiter zu.

Auf die Frage, ob es vielleicht regnen könnte, kommt ein zögerliches eventuell. 5 Minuten später fängt es auch schon an zu nieseln. Je näher wir unserem Ziel kommen umso stärker wird der Regen. Der Cerro Negro liegt in einem Naturschutzpark, wo wir einen Eintritt entrichten müssen. Da es mittlerweile schüttet wie aus Eimern, warten wir am Parkeingang eine Weile ab und hoffen auch Besserung. Daraus wird aber nichts, nur die Intensität lässt ein wenig nach. Noch länger Warten bringt nichts also geben wir das Signal zum Aufbruch. Im Jeep geht es weiter bis zum Fusse des Vulkans. Das schlechte Wetter hat zumindest den Vorteil das wir ziemlich alleine sind. Zusammen mit Gretchen machen wir uns an den Aufstieg.

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Ulli hat sich für die Schlittenvariante entschieden und ich für die Hardcore-Variante mit dem Snowboard. Wir bekommen beide einen Rucksack und dürfen unsere Lavasand-Gleitgeräte selber den Berg hoch schleppen. Der Regen wird wieder heftiger, aber Gretchen ist das nicht schlimm, man kann dann nur noch schneller fahren … na prima.

Der Aufstieg über die Lavasteine dauert ungefähr eine Stunde. Irgendwann hat sich auch Ullis Schlitten zu meinem Snowboard gesellt und ich trage brav beide Geräte nach oben. Am Gipfel gehen wir noch an den Krater aus dem es stetig heraus dampft. Der Vulkan ist noch immer aktiv, erst letzte Woche ist ein Teil davon abgebrochen.

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Allerdings sieht man keine heisse Lava sondern nur die Schlacke. Jetzt geht es an die Abfahrt.

Gretchen gibt Ulli Instruktionen wie der Schlitten, eigentlich nur ein Holzbrett mit Schnur, zu bedienen ist. Ausserdem bekommen wir beide einen Overall und Handschuhe. Ich bekomme ausserdem noch eine Taucherbrille, die aber ziemlich nutzlos ist.

Nachdem Ulli instruiert ist, bin ich dran. Da ich ja getönt habe, ich kann snowboarden, gibt es keine Instruktionen. Ich bekomme das Brett, tatsächlich ein altes Snowboard, an die Füsse gebunden. Der Abhang an den wir geführt wurden ist extrem steil und mit reinem schwarzen Lavasand bedeckt. Ich muss hier anmerken, das ich früher wirklich recht gut Snowboard gefahren bin, allerdings ist das schon einige Jahre her und zuletzt war ich immer nur auf Skiern unterwegs. Egal mit Todesverachtung stürze ich mich in Tiefe und liege auch schon gleich auf der Schnauze. Das ging früher irgendwie besser. Gretchen begleitet uns zu Fuss und macht auch einige Fotos. Ulli setzt sich auf den Schlitten und donnert wie ein Torpedo in die Tiefe … gelernt ist gelernt 🙂

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Ich quäle mich … Gretchen ruft mir noch hinterher, das ich nicht zu weit nach links soll. Das ignoriere ich geflissentlich, da es nach links wenigsten ein bisschen läuft. Allerdings kommen weiter links auch immer mehr grössere Steine.

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Also elegant auf dem Bauch herumgewälzt, um wieder in die andere Richtung zu kommen. Etliche Bruchlandungen später habe ich es dann auch geschafft. Direkt am Fuss des Hanges wartet schon unser Jeep und sammelt uns wieder ein. Die Taucherbrille wäre übrigens für die Schlittenfahrt gewesen um die Augen vom Sand freizuhalten. Egal wir haben es geschafft und es war richtig geil, auch wenn ich an der Eleganz noch etwas arbeiten muss.

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Werde wohl bei Gerald noch mal einen Snowboardkurs machen.

Zurück im Hostel hören wir das es in Leon den ganzen Nachmittag trocken war. Aber was solls, wir hatten auch trotz des Regens den grösseren Spass.

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