Tag 29 – Canada Day

Am 1. Juli ist der Nationalfeiertag Canadas, den wir uns nicht nehmen lassen wollen.
Ulli ist schon ganz wild auf die Parade. Die ganze Stadt ist auf den Beinen und überall gibt es Festivitäten. Wir starten in Granville Island und sehen viele Strassenmusiker, Akrobaten und sonstige Veranstaltungen aller Art. Nach einem leckeren Mittagsnack direkt am Wasser geht es weiter zum Canada Place.

Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Platz vorbei an dem Marihuana und Haschkekse in aller Öffentlichkeit verkauft und konsumiert werden. Es gibt einige Polizisten am Rande des Platzes aber niemand greift ein. Auf die Frage an einen der Polizisten, ob das legal in Canada ist, erfahren wir, dass zwar nicht, aber es wird geduldet. Verhältnisse wie in Holland. Nein, wir haben nichts gekauft oder ausprobiert.

Am Canada Place angekommen sind wir leider schon etwas zu spät ,da der Platz gerade geräumt wird. Aber nicht mehr lange und die Parade geht los.

Es fängt mit einer Polizeistaffel auf Harley Davidson an, die mit lauten Mopeds wilde Slalomfahrten zum Besten geben. In Deutschland würden die Maschinen bestimmt sofort wegen des Sounds konfisziert werden ;-).

Danach kommen immer wieder Gruppen mit den verschiedensten Einwanderernationen in Ihrer Landestracht, aber alle mit Stolz auch Kanadier zu sein. Allen voran viele Chinesen, aber auch Türken, Philippinen, Schotten, Japaner, Indonesier, Syrer und noch viele mehr. Deutsche, Schweizer oder Österreicher sehen wir leider nicht. Nebst den nationalen Gruppen gibt es aber auch einige Firmen, Versicherungen oder Pizzaketten, die an der Parade teilnehmen. Ein buntes Mischmasch geprägt von guter Laune.

Das Feuerwerk später am Abend sparen wir uns aber da wir schon recht groggy vom vielen Laufen und Stehen sind. In der Nähe unseres Campingplatzes finden wir ein schönes Restaurant mit toller Musik und super guten Essen.

Mittlerweile hat sich auch Doug gemeldet, sie sind am Wochenende auf einer Hochzeit aber laden uns für Sonntagabend zu sich nach Hause ein.

Tag 28 – Vancouver

Am nächsten morgen ziehen wir wieder weiter und erreichen nach 30 km Nanaimo.
Dort nehmen wir die Fähre nach Vancouver. Die Fahrt geht 1 ½ Stunden und schon sind wir in Vancouver.

Jetzt ist wieder einmal Camping angesagt. Wir finden einen schönen Campground mit Swimmingpool und Jacuzzi etwas ausserhalb von der Innenstadt. Ohne Gepäck erkunden wir Vancouver und erkennen viele Stellen wieder, die wir schon vor 2 Jahren gesehen haben.

Am Abend schreiben wir noch ein Mail an Penny und Doug, die in Seattle wohnen. Doug kam überraschend mit Janne und Jupp auf unsere Abschlussparty in Überlingen. Dabei hat er uns aufgefordert uns zu melden, wenn wir in die Nähe von Seattle kommen. Aber erst ist noch etwas Kanada angesagt.

Tag 27 – Carol und Dan

Heute wollen wir nach Qualicum Beach, um Carol und Dan zu besuchen.

Wir kommen gegen 13:00 Uhr an und werden ganz herzlich von Dan empfangen. Die beiden wohnen in einem sehr schönen Haus, direkt am Rande eines Golfplatzes und nur ein paar Meter vom Ozean entfernt. Dan bietet uns spontan an, die Nacht bei Ihnen im Gästezimmer zu verbringen.

Wir machen einen kleinen Spaziergang ans Meer und Dan zeigt uns die Nachbarschaft.
Beide haben einige Zeit in Deutschland gelebt und waren Lehrer für die Kinder Kanadischer Soldaten, die in Deutschland stationiert waren. Später kommt auch Carol von einer Yogastunde nach Hause. Sie freuen sich, dass wir Ihr Angebot annehmen und bleiben. Wir fahren mit dem Auto noch ein wenig durch die Gegend und Carol zeigt uns die Sehenswürdigkeiten rund um Qualicum Beach.

Wir halten noch an einem Laden namens Goats on Roof an. Hier gibt es Pumpernickelbrot J und Schweizer Käse aus Kaltbach (in der Nähe von Sursee) zu kaufen. Die Ziegen auf dem Dach sehen wir auch und natürlich viele Touristen, die wie wir Produkte aus der Heimat kaufen. Qualicum Beach ist ein wunderschöner Flecken auf dem man es sehr gut aushalten kann.

Beim Abendessen erzählt Dan das er 7 Jahre bei den Mounties war der berühmten berittenen Polizei Kanadas. Ein echter Mounty, wer hätte das gedacht.

Tag 26 – Tofino

Am Morgen geht es dann zeitig nach Tofino – unsere Wale sind für 12:00 Uhr gebucht.

An der Tankstelle, kurz vor der Abfahrt warnt uns noch eine alte Indianerin vor der gefährlichen Strasse, es habe besonders viele Kurven. Das bringt mir schon ein Grinsen ins Gesicht und ich erkläre das wir European Style fahren.

Sie hat nicht zu viel versprochen. Über 100 Kilometer feinste Kurven und diesmal komplett ohne Gepäck. Vor allem hat es kaum Verkehr in unsere Richtung, das ich auch kaum überholen muss. Nach knapp 1½ Stunden haben wir es geschafft.

Auch die Whale Watching Station ist gleich gefunden. Wir haben noch etwas Zeit und schlendern durch den Ort, der alles an Souvenirs bietet was es in Canada gibt.

Wir hatten uns für eine Zodiaktour entschieden und bekommen nach kurzer Einweisung, Überlebensanzüge, Wollmützen und Handschuhe. Auf das Schlauchboot gehen 12 Personen und wir sind mit über 300 PS Leistung ausgestattet.

Leider ist das Meer heute zu wild, es gibt 4 Meter hohe Wellen, deshalb bleiben wir innerhalb der Fjorde. Wir rasen durch eine wilde Inselwelt und haben das Gefühl gleich abzuheben. Nach 1 Stunde Speedrausch sind wir dann angekommen. Es geht nicht lange und wir sehen einen grossen, männlichen Orca, zu erkennen an der hochaufragenden Finne, die wie ein Schwert aussieht.

Leider ist der Orca nicht so an uns interessiert wie wir an ihm L Wir kommen nur bis maximal 50 Meter heran, bevor er wieder abtaucht. Das Spiel wiederholt sich einige Male und wir bleiben aber eher weiter weg, um ihn nicht das Gefühl zu geben er würde gejagt. Obwohl der Killerwal ein richtig grosses Exemplar ist, sind wir auch ein wenig entäuscht. Wir hatten uns doch ein paar mehr Wale erhofft. So blieb es beim Orca und auch hauptsächlich bei seiner Finne. Nach 2 Stunden fliegen wir wieder zurück nach Tofino.

Wie gesagt es hätten auch ein paar mehr Wale sein können, aber insgesamt war es eine sehr schöne Tour. Hier würde ich gerne Mal mit einem Segelboot vorbeikommen.
Naja vielleicht beim nächsten Mal.

Auf dem Rückweg treffen wir noch einen Radler aus Ulm, der eine ähnlich Tour wie wir macht, aber deutlich mehr Zeit brauchen wird.

Zum Abschluss des Tages halten wir noch an einer Lodge, die Ulli auf dem Hinweg gesehen hat. Alles super gepflegt mit kurz geschnittenem Rasen an einem See gelegen.
Wir gönnen uns ein leckeres Abendessen und sind positiv überrascht, ob der günstigen Preise.

Tag 25 – Port Alberni

Tofino ist leider ziemlich überteuert, daher suchen wir nach einer günstigen Bleibe in der Nähe und finden Port Alberni. Zum Glück haben wir das nebst den Walen auch im Internet recherchiert, da es immerhin noch 120 km von Port Alberni nach Tofino sind.

Port Alberni liegt mitten auf der Insel, ist aber direkt mit dem Meer verbunden, da es am Ende eines Fjordes, Inlet wie man hier sagt, liegt.

Geboten, ist nicht besonders viel ausser etlichen Möglichkeiten zum Fischen.
Wir bekommen noch Antwort von Carol und Dan und wir vereinbaren, uns übermorgen zu treffen.

Tag 24 – The Elk Falls

Wir bleiben noch einen weiteren Tag in Campbell River und erkunden die Gegend ein bisschen. Es gibt eine schöne Wandertour zu einem Wasserfall in einer Art Regenwald.

Die gesamte Gegend ist wunderschön und auch das Klima ist deutlich milder wie bisher.

Vancouver Island zeigt sich von seiner schönsten Seite und bestätigt die vielen Berichte, die wir gelesen haben. Am Abend laufen wir noch etwas am Strand entlang und machen ein paar Fotos.
Als wir zurück zu unserm Zimmer gehen auf der anderen Strassenseite gehen, sehen wir ein Adlerpärchen, das in einem hohen Baum direkt am Hotel nistet. Ich mache etliche Fotos, aber leider ist die Adlerfotografie gar nicht so einfach. Die Vögel sind im Baum versteckt und erst mal in der Luft leider auch verdammt schnell.

Wir schreiben noch ein Mail an ein Paar, das wir in Alaska getroffen haben. Sie wohnen hier in der uns die Gegend und möchten uns in den nächsten Tagen gerne einiges ihrer Heimat zeigen.

Das nächste Ziel ist aber Tofino. Dort möchten wir Wale anschauen. Per Internet werden die Wale gebucht und wir hoffen, dass Wetter wird sich auch halten.

Tag 23 – Telegraph Cove

Nachdem wir ausgeschlafen haben, kein Wecker stört diesmal den Morgen, fahren wir nach Telegraph Cove. Das Wetter ist warm und die Sonne scheint. Kaum sind wir ein paar Kilometer gefahren kommen wir in einen Stau, nichts geht mehr. Nach europäischer Manier fahren wir am Stau vorbei bis wir Polizei, Feuerwehr und Ambulanz sehen.

Die Strasse ist komplett gesperrt, im Graben liegt ein PKW. Wir reihen uns hinter einem Wohnmobil ein und wollen dem Geschehen nicht unbedingt zuschauen. Der schweizer Fahrer vor uns erklärt, dass eine sehr korpulente Frau im Wagen eingeklemmt ist und deshalb das Fahrzeug komplett aufgeschnitten werden muss.
Nach 30 Minuten geht es dann weiter, die Schweizer sind insgesamt 1 ½ Stunden gestanden. Unser erstes Ziel heute ist Telegraph Cove, ein kleines Nest an der Küste mit überaus leckerem wenn auch teurem Cappuccino. Nach kurzer Rast geht es weiter und wir finden auch noch eine kleine Schotterstrasse als Abkürzung.

Das Tagesziel ist Campbell River. In einer Travellodge etwas ausserhalb finden wir eine schöne Unterkunft, die nach einiger Verhandlung auch recht günstig ist. Mir wurde dann auch ein Seniorrabatt angeboten, was ich aber jetzt nicht weiter kommentieren möchte. (Ulli kommentiert schon … trotz Rasur 😉 )

Im Ort gibt es einen More Supermarkt, wo es wie immer die beste Auswahl gibt. Aufgrund unsrer More Punkte Karte, sparen wir auch wieder jede Menge Geld beim Einkauf ;-).
Am Abend sprühe noch die Kette vom Motorrad ein und sehe dann einige Risse im Hinterreifen. Eine Luftdruckprüfung mit unserer Fusspumpe ergibt, dass wir viel zu wenig Druck hinten haben. Ich werde den Reifen im Auge behalten müssen, aber möchte ihn noch eine paar Kilometer fahren. Bis jetzt haben erst 6000 Kilometer runter. 10 000 Kilometer sollte er eigentlich halten.