News

Tag 223 – Oruro nach Uyuni

Früh am morgen geht das Treppensteigen wieder los. 4 Stockwerke nach unten zum Frühstücken direkt neben Berta. Danach noch zweimal hoch und runter um unser Gepäck auch nach unten zu schaffen.

Dann fahren wir weiter nach Uyuni, aufgetankt haben wir sicherheitshalber schon am Vorabend :-). Tanken in Bolivien ist nicht so einfach, denn es gibt zwei Tarife, einen für Bolivianer und einen für Extranjeros (Ausländer). Der Touri-Preis kostet ca. 2,5 mal soviel wie  der für Einheimische und läuft über ein Computersystem in dem die Passnummer des Tankenden eingetragen wird. Leider haben nicht alle Tankstellen das Ausländersystem, so ist es immer ein kleines Glücksspiel, ob man überhaupt Benzin bekommt.

IMG_1694 IMG_1695
Wir haben Glück und können mit vollem Tank starten!

Die Landschaft, die an uns vorbeizieht ist grösstenteils langweilig. An einer Stelle ändert sie sich aber doch und bietet eine gute Möglichkeit für schöne Bilder und einer kurzen Rast am Wegesrand.
DSC_0328 IMG_1713 DSC_0324 IMG_1706

Gestärkt nach der Rast geht es weiter und bald darauf ändert sich das Wetter und wir haben sogar ein wenig Schnee auf der Fahrbahn.

IMG_1721

Aber auch das kann uns nicht aufhalten und so erreichen wir nach 320 Kilometer, und fast 8 Stunden Fahrt Uyuni.

Bildschirmfoto 2017-03-06 um 17.51.08

Das Wetter ist nach wie vor bescheiden, aber wir haben wenigstens ein vernünftiges Hotel. Eine sichere Parkmöglichkeit gibt es hier leider nicht. So machen wir uns auf die Suche und finden schlussendlich einen Platz im Hof eines Hostals nur 1,5 Kilometer von unserer Unterkunft entfernt.

Uyuni steht noch voll im Zeichen der Dakar, die vor wenigen Tagen hier Station machte. Überall sieht man Hinweise auf die Rallye, die auch schon in den Jahren zuvor hier Station machte.

Die Hauptattraktion ist aber der Salzsee resp. die Salzwüste nicht weit von Uyuni. Dort wollen wir morgen hin 🙂 Hoffentlich wird nur das Wetter ein wenig besser.

Tag 222 – La Paz nach Oruro / Irrfahrten durch eine Grossstadt

Nach den aufregenden letzten zwei Tagen wird es Zeit La Paz wieder zu verlassen. Zuerst wollen wir noch die in Bolivien notwendige Versicherung abschliessen. Nachdem Berta beladen ist, machen wir uns auf den Weg zur Versicherung, die nicht weit vom Hotel ist.

Ulli spring schnell rein um die Formalitäten zu erledigen, aber obwohl es schon nach 9:00 Uhr ist, ist noch alles verschlossen. Also gut dann zum zweiten Ziel, einem Laden mit Mopedzubehör, wo ich eine Regenhose kaufen will, da ich ja zuletzt regelmässig an der unangenehmsten Stelle nass geworden bin.

Aber auch hier haben wir Pech, es gibt alles nur keine Kleidung. Na dann eben nicht. Wir fahren nochmal zur Versicherung, aber dort ist noch immer niemand. Ein Wachmann erklärt Ulli, dass der Versicherungsmensch nur unregelmässig kommt und wahrscheinlich noch keine Plakette für 2017 hat.

Bevor wir noch lange weitersuchen vertagen wir das Thema und wollen losfahren. Irgendwie spinnt aber das Navi wieder und zeigt die Route nur noch als Luftlinie an was in einem Moloch wie in La Paz ein Ding der Unmöglichkeit ist. Wir versuchen alles Mögliche, aber die Route funktioniert nicht.

IMG_1656 IMG_1658

Auch die Einheimischen können uns nicht weiterhelfen.

Also nehmen wir die Bundesstrasse kurz hinter La Paz als Ziel, um wenigstens aus der Stadt raus zukommen. Irgendwie schaffen wir es über steilste Strassen und sind nach fast einer Stunde endlich raus der Stadt und sehen erste Schilder nach Oruro.

Es geht nicht lange und die Weiterfahrt ist gesperrt. Wir machen einen mühsamen Umweg, da wir glauben, dass da eine Baustelle ist. Aber nachdem wir unsere Umfahrung beendet haben und wieder auf der richtigen Strasse sind, ist die Weiterfahrt immer noch versperrt und noch viel schlimmer alle 10 Meter steht ein Polizist.

Wir stehen auf einer Parallelstrasse und können die freie Hauptstrasse sehen, die nur durch einen Grünstreifen von uns getrennt ist. Einer der Polizisten erklärt uns, dass die Strasse für den Versorgungstross der Dakar gesperrt ist und in zwei Stunden wieder frei gegeben wird. So lange wollen wir aber nicht warten.

Wir fahren noch ein Stück auf der Parallelstrasse, halten an und tunen Berta in eine Dakar Maschine um. Zum Glück haben wir gestern ein paar Aufkleber am Souvenirstand der Dakar gekauft. Diese werden flux auf den Tank geklebt und schon sind wir fertig.

IMG_1666 IMG_1667

Das Moped ist schon länger mit viel Schlamm beschmiert so passt das hervorragend.

Wir warten auf den nächsten LKW, fahren schnell noch über den Grünstreifen und dann sind wir wieder auf der Hauptstrasse mitten im Dakar Tross. Die Polizei sieht uns, aber sagt nichts da sie glauben wir gehören dazu.

Die Strasse ist gesäumt von vielen Schaulustigen, die uns zuwinken und fotografieren als wir vorbeifahren. Wir winken natürlich jovial zurück und fühlen uns wie die Rallyekönige.

IMG_1668

Einige Kilometer fahren wir brav hinter einem Husqvarna Truck hinterher, bis wir überholen und die freie Strecke geniessen können. Es gibt noch ein paar Polizeikontrollen aber wir werden immer sofort durch gewunken, wir gehören ja dazu :-).

Nach 230 Kilometern sind wir dann endlich in Oruro angekommen und wissen jetzt auch warum das Navi blöd getan hat. Die installierten Karten haben die Gegend hinter La Paz nicht mehr abgedeckt. Das heisst in Oruro mussten wir uns Pi mal Auge durch die Stadt navigieren bis wir dann eine Unterkunft gefunden hatten. Zum Glück haben ich wir Koordinaten von zwei Hotels gespeichert, sodass wir einen groben Anhaltspunkt hatten. Beim zweiten Ziel sind wir dann auch fündig geworden nach dem das erste Hotel unverschämte 80 Dollar haben wollte. Jetzt haben wir eine Unterkunft für nur 15 Dollar und konnten Berta durch einen engen Flur in einem Nebenzimmer parken.

Aufzüge hat es leider keine, so müssen wir unser Gepäck über die Treppen in den 4. Stock schleppen. Auf einer Höhe von immer noch über 3700 Meter ist das ziemlich schweisstreibend. Direkt nebenan gibt es eine Parilla, so etwas wie eine Grillstube. Die Küche besteht aus einem grossen Grill, der draussen vor dem Lokal an der Strasse steht. Die Steaks sind riesig und extrem lecker. Man merkt irgendwie das wir Richtung Argentinien unterwegs sind. Nur mit dem Wein hapert es noch, dafür gibt es aber gutes Bier in ein Liter Flaschen.

IMG_1678 IMG_1681

Tag 221 – La Paz / Dakar Fahrerlager

Die Telefonkarte für Lyndon zu besorgen ist schliesslich schwieriger als gedacht, aber zumindest Kakaobutter für die Lippen können wir auftreiben.

Anschliessend machen wir uns auf den Weg zum Fahrerlager, das am tiefsten Punkt der Stadt in einer Militärbasis aufgebaut ist. Mit Berta kommen wir auch gut bis dorthin und da wir auch im Offroadlook mit unserer KTM sind, passieren wir auch die Polizeisperren die den Verkehr regeln.

Wir schaffen es durch alle Strassensperren bis zum Eingang des Fahrerlagers nur rein dürfen wir nicht.

IMG_1625

Damit sind wir schon deutlich weiter gekommen als das gemeine Volk, das die Strasse nicht mal überqueren darf. 🙂

Die Securities am Eingang zum Lager verweisen uns auf ein Sonnenzelt am Gelände des Lagers direkt am Zaun, wo die Eintrittsbänder verteilt werden. Dort fragen wir brav nach Einlass, aber da wir nicht auf der Gästeliste stehen, ist das nicht so einfach möglich.

Gegenüber des Fahrerlagers gibt es einige Stände und Buden und einen Mobilfunk-Stand. Also tigere ich erst einmal dorthin während Ulli schon mal die Verhandlungen für unseren Einlass aufnimmt. Nach kurzen erfolgreichen Diskussionen und kann ich zumindest die Wertkarten für Lyndon mit genügend Guthaben kaufen, damit er seine Filme von der Dakar hochladen kann. Jetzt müssen wir nur noch reinkommen.

Ulli hat auch schon Neuigkeiten. Der Dakar-Offizielle hat verstanden, dass Lyndon auf uns wartet und vorgeschlagen, dass wir ihn anrufen und Lyndon uns holen kommt. Dann kann er uns einlassen. Soweit so gut … wir haben aber nur den Facebook-Messenger, keine Telefonnummer. Zum Glück geht die Konversation auf Englisch deutlich leichter :-). Wir erklären, dass wir wichtige Teile für Lyndon haben ihn aber nicht anrufen können. Kein WLAN weit und breit usw. usw. Die Eintrittsausweise sind jedoch streng limitiert.

Schliesslich finden einen Kompromiss 🙂 Einer darf rein und wenn Lyndon zum Eingang vor kommt, bekommen wir auch die zweite Karte. Immerhin ein Teilerfolg! Also mache ich mich auf den Weg zu Lyndon. Allerdings ist das Lager riesig und es gibt keine Übersicht, wer wo ist. Ich laufe gefühlte 10 Kilometer an mobile Werkstätten und Fahrzeugen aller Art die an der Rally teilnehmen vorbei. Sogar sieben Hubschrauber stehen auf einem Fussballfeld.

DSC_0245

Nur Lyndon finde ich nicht. Am Ende sehe ich zumindest die Rennleitung und frage dort nach ihm. Ein freundlicher Brite fragt mich, ob ich derjenige bin der die Telefonkarte bringt und weiss auch wo Lyndon zu finden ist. Hinter einem grossen Schuppen versteckt, liegt das Male Moto Lager und da ist auch Lyndon.

DSC_0257

Er erkennt mich noch von gestern, als ich ihm zugerufen hatte. Ich erkläre ihm, dass Ulli noch vor der Tür wartet und er nach vorne muss, damit sie reinkommen kann. Obwohl er mitten im Schrauben ist, sagt er kein Problem. Ich soll schon voraus laufen und er kommt gleich auf einem kleinen Moped nach, da er auch noch Ersatzteile von KTM braucht.

Die Male Moto Klasse innerhalb der Dakar ist sehr speziell, denn diese Teilnehmer müssen alles alleine machen und dürfen keinerlei Hilfe von Dritten annehmen. Am Eingang gibt es trotzdem noch einige Diskussionen bis Ulli auch endlich Einlass bekommt. Aber dann sind wir beide drinnen 🙂 :-).

Ulli konfiguriert die Telefonkarte und macht Lyndon’s Telefon fit für den Upload. Lyndon muss noch einiges an seiner 450 KTM Rallye schrauben und wir wollen ihn nicht von der Arbeit abhalten. Also erkunden wir das Lager.

Es ist schon sehr beeindruckend, das alles so hautnah zu erleben. Da der Publikumsverkehr fehlt, sind alle entspannt und freundlich. Wir sehen die Peugeots von Peterhansel und Loeb genauso wie das KTM Werksteam.

DSC_0286
IMG_1641

DSC_0252 DSC_0279 IMG_1643 IMG_1646 DSC_0301 IMG_1647
Am Nachmittag regnet es wieder wie Hölle aber zum Glück sind wir richtig angezogen. In einer Halle gibt es kostenlose Cocktails und Essen von einem Quinoa Produkte Anbieter (Royal Quinoa). Alles sehr, sehr lecker und vor allem kostenlos.

IMG_1628

Wir bekommen sogar noch ein paar Geschenke mit auf den Weg. Nachdem wir so ziemlich alles im Fahrerlager gesehen haben und uns zum Teil auch durch tiefen Schlamm gewühlt haben, kaufen wir zum Abschluss noch ein paar Fan Artikel als Erinnerung.
Wir verabschieden uns von Lyndon und wünschen ihm viel Glück für das weitere Rennen.

DSC_0271
Er beendet die Rallye als zweiter in der Malle Moto Klasse und als 39 in der Motorradgesamtwertung.

Wir machen uns auf den Rückweg ins Hotel und kommen noch halbwegs trocken an. Eigentlich wollten wir heute noch das ehemalig höchste Skigebiet der Welt besuchen, das auf 5’200m Höhe liegt und sogar eine Hütte vom Österreichischen Alpenverein hat. Aber das Wetter schreckt uns ab in diese Höhen auf unbefestigten Wegen vorzudringen.

Auch einen Abstecher zur Strasse des Todes, die nicht weit von La Paz entfernt ist lassen wir sein. So hatten wir aber einen zwar ungefährlicheren aber bestimmt genauso spektakulären Tag in Fahrerlager der Dakar.

Tag 220 – La Paz, Dakar Einfahrt in die Stadt

Am Morgen erfahren wir, dass die heutige Etappe wegen massiver Regenfälle gestrichen wurde. Gut, dass wir nicht wie viele andere am Titicacasee gewartet haben.

Wir nutzen den Vormittag um nach einer Versicherung für Berta zu suchen, die in Bolivien obligatorisch ist. Nach einigem Suchen finden wir auch ein Büro, das aber heute geschlossen ist. Naja … dann gehen wir halt am Montag noch einmal dorthin.

Die Hauptstrassen in der Innenstadt sind mittlerweile von der Polizei abgeriegelt. Da die letzte Etappe ja gestrichen wurde, trifft die Rallye auch früher als geplant in La Paz ein.

DSC_0104

DSC_0126

Entlang der gesperrten Strasse werden überall kleine Tribünen aufgebaut, die sich auch recht schnell füllen. Um noch einen guten Platz zu bekommen, postiert sich Ulli schon mal auf einer der Letzten, die eben noch aufgebaut wird und ich eile nochmal zum Hotel zurück, um den Ersatzakku für meine Kamera zu holen. Natürlich ist gerade heute die Kamera stromlos … Am Hotel angekommen stelle ich dann fest, dass der Schlüssel für unser Gepäck bei Ulli im Handtäschchen ist. Mist!

Also retour, Ulli suchen und finden und mit dem Schlüsselchen für die Tasche wieder zurück ins Hotel. Die Strassen sind mittlerweile immer voller geworden und auch die ersten Fahrzeuge kommen schon. Also hetze ich in unsere Unterkunft, wobei das auf 3600 Meter doch ziemlich anstrengend ist. Zum Glück haben wir unseren Platz auf der Tribüne und ein wenig ausser Atem erklimme ich schliesslich die wackelige Konstruktion.

Mit dem Wetter haben wir extremes Glück, die Sonne scheint und es ist richtig heiss.
Auch die Versorgung mit Essen und Erfrischungen ist gut geregelt, überall gibt es Strassenhändler, die auf Zuruf das Gewünschte an unseren Platz bringen. Natürlich kaufen wir auch eine Bolivienfahne um richtig ausgestattet zu sein. Immer wieder fahren Fahrzeuge der Rallye vorbei und werden stürmisch von uns und vom Volk begrüsst.

DSC_0100 DSC_0118 DSC_0131 DSC_0158

Aber auch etliche Folkloregruppen sind unterwegs und tanzen in ihren Kostümen auf der abgesperrten Strasse.

IMG_1564

Etwas weiter vorne ist eine sehr grosse Tribüne aufgebaut, wo alle möglichen VIP und sogar der Präsident von Bolivien parat stehen, um die Fahrer mit Handschlag zu begrüssen. Nicht weit von uns stehen Fernsehteams, die immer wieder Fahrer interviewen welche dann sofort von Fans bestürmt werden um ein Selfie zu machen.
IMG_1580
Die Polizei hat alle Hände voll zu tun um die Menschenmassen zurückzuhalten. Irgendwann sehen wir auch Lyndon unseren Helfer auf dem Alaska-Highway in Canada. Ich rufe ihm von der Tribüne aus zu und er erkennt mich sogar und winkt zurück.

Mittlerweile ist das Wetter wieder schlechter geworden und es fängt zu regnen an. Wir verlassen unseren Platz und schlagen uns ein wenig durch die Menschenmassen. Gegenüber der Präsidententribüne befindet sich die Pressetribüne, die überdacht ist. Natürlich ist auch sie gut abgeriegelt.

Nichts destotrotz drängen wir uns bis zu Security durch und ich erkläre, dass ich ein Journalist für ein Schweizer Motorradmagazin bin. Mit der Kamera in der Hand und europäischem Aussehen um die Nase haben wir genügend Legitimation um eingelassen zu werden. Wie geil ist das denn :-).

Jetzt haben wir wirklich die Premiumposition. 15 Meter von uns entfernt steht der bolivianische Präsident Evo Morales und begrüsst wirklich jedes Team mit Handschlag und lässt geduldig Selfies machen.

DSC_0190 DSC_0207 DSC_0227
Leider wird die ganze Parade im strömenden Regen abgeschlossen, was aber niemanden besonders stören zu scheint. Hauptsache Party 🙂

DSC_0239
Am Abend schreibe ich Lyndon, das wir ihn gesehen haben und wir ihn morgen gerne im Fahrerlager besuchen möchten. Er schreibt zurück ‚kein Problem, wir sollen kommen‘. Auf die Frage, ob er etwas benötigt, bittet er um einen Lippenpflegestift für die Sonne und eine Telefonkarte fürs Internet. Das wird sich machen lassen 😀

Peru en todo

Wir waren insgesamt 5 Wochen in Peru und haben dabei etwas mehr als 4100 Kilometer zurückgelegt. Dabei sind wir über 52’000 Meter bergan und auch 50’000 Meter wieder bergab gefahren. Hier haben wir auch den mit 4’887 Metern höchsten Punkt unserer Reise erlebt und ebenfalls die höchste Übernachtung auf rund 4500 Metern.

Peru ist vielfältiger als wir gedacht haben, da es neben dem bekannten Hochland auch ausgedehnte Wüsten und schöne Badeorte gibt.
Die Menschen sind nett sofern sie nicht in Lima hinter dem Steuer eines Fahrzeuges sitzen. Leider ist Peru auch deutlich dreckiger als viele der Länder, die wir vorher durchreist haben. Der Umweltgedanke scheint hier noch kaum vorhanden zu sein, man sieht überall entlang den Strassen viel Plastikmüll.

Trotzdem ist Peru eine Reise wert, vor allem wenn man Spass an grossen Höhen und abenteuerlichen Pfaden hat.
Bildschirmfoto 2017-02-24 um 10.20.08

Tag 219 – Auf nach Bolivien

Bildschirmfoto 2017-02-18 um 14.13.20

Wir sind wieder einigermassen fit und machen uns zeitig auf den Weg in Richtung Bolivien. Unser Ziel ist La Paz und wir wollen auch auf die Rally Dakar treffen, die dort einen Ruhetag einlegt.

IMG_1496 DSC_0023

Erst müssen wir ungefähr auf halber Strecke die Grenze überqueren. Die ist auch nicht zu übersehen, an beiden Seiten der Grenzbrücke ist ein wildes dichtes Personengewusel.

IMG_1507 DSC_0042 DSC_0027 DSC_0056

Die Einheimischen scheinen die Grenze ohne Kontrolle passieren zu dürfen. So sehen wir viele Leute, die beladen mit Waren aller Art die Grenze in beiden Richtungen passieren. Die Huttracht scheint in beiden Ländern ziemlich einheitlich zu sein und wir sehen alle Arten von Melonen oder wie auch immer die Hüte genannt werden.

Das Procedere ist wie schon zuvor, Personen abmelden, Moped abmelden, über die Grenze und dann beides wieder anmelden. Ulli stellt sich brav an und erledigt Dank Ihres eindeutig besseren Spanisch alle Formalitäten.

DSC_0052

Was sich so einfach anhört, braucht aber insgesamt über 2 Stunden bis wir den finalen Stempel und somit die Erlaubnis haben nach Bolivien einzureisen.

DSC_0048

Wir müssen uns noch durch das Getümmel auf der bolivianischen Seite schlagen, aber nicht lange und wir sind wieder auf der Strasse.

Weiter geht’s nach La Paz, es liegen nur noch knapp 100 Kilometer vor uns. Rein optisch unterscheidet sich Bolivien kaum von Peru, die Menschen sehen gleich aus und auch die Landschaft ist die Selbe.

IMG_1519
Auf dem Weg nach La Paz kommen uns allerdings viele Motorräder entgegen, die wohl alle zur Dakar wollen. Am nächsten Tag startet die Dakar in Oruro, fährt hoch zum Titicacasee und anschliessend nach La Paz.

Die Fans wollen den Dakartross am See treffen und ein Stück vom Rennen sehen. Wir werden die Dakar morgen in La Paz empfangen. Bald darauf kommen wir am Rande von La Paz an, der immer noch auf 4100 Meter liegt. Danach fahren wir viele, viele Kurven nach unten. Der tiefste Punkt der Stadt liegt nur noch auf 3200 Meter . Kaum nähern wir uns dem Zentrum stecken wir auch schon in einem massiven Stau. Zwei Mopedfahrer erklären uns, dass die Innenstadt wegen der Rally gesperrt wird. Da hilft nur noch gnadenloses durchschlängeln unter zu Hilfenahme aller legalen und illegalen Mitteln.

IMG_1528

Nach knapp einer Stunde ist dann auch die letzte Etappe geschafft. Unser Hotel liegt mitten im Zentrum und ganz Nahe bei dem Platz, wo die Dakar morgen offiziell begrüsst wird. Als erstes erklärt man uns, dass wir keinen Parkplatz reserviert hätten. Es braucht einige Diskussion um einen Platz auf dem Parkdeck zu bekommen und so ist auch Berta sicher aufgehoben.

Tag 217 & 218 – Kaka am Titicacasee

Am nächsten Tag erkunden wir den Ort, der wieder einmal recht touristisch ist … zumindest der Hauptplatz und das Seeufer.

DSC_0785 DSC_0803 DSC_0791 DSC_0792

DSC_0814 DSC_0777 DSC_0775

Eigentlich wollten wir auch einen Ausflug auf eine der bekannten schwimmenden Inseln machen. Aber jegliche Information, die wir bekommen sagt immer wieder das gleiche. Die Inseln sind zwar schön aber eine reine Touri-Veranstaltung mit dem Ziel möglichst viel Souvenirs zu verkaufen. Darauf haben wir irgendwie keine Lust, also bleiben wir in Puno und gönnen uns ein wenig Ruhe. Wir schlendern durch den Ort und an das Seeufer. Direkt am Ufer sehen wir auch eine Familie Cuys, die hier wie auch schon in Ecuador häufig auf der Speisekarte landen.

DSC_0795

Da die Benzinversorgung in unserem nächsten Ziel Bolivien noch schlechter werden soll, machten wir uns auf die Suche nach einem Ersatzkanister. Um nicht die ganze Stadt ablaufen zu müssen, haben wir ein Taxi angehalten und gefragt ob er einen geeigneten Platz hierfür weiss. Der Fahrer hat gleich mit Kollegen telefoniert und rumgefragt, dann sind wir zu einem grossen Marktplatz gefahren, wo es alles gibt was man so zum Leben benötigt. Töpfe, Pfannen, Werkzeug, Lebensmittel und so weiter. Ein Stand direkt an der Strasse hatte auch Kanister. Nach einigem hin und her und mit Hilfe unseres Fahrers konnten wir dann zwei kleine Kanister für umgerechnet 1,40 Euro erstehen.

DSC_0819

Am Abend gehen wie in ein Restaurant mit günstigem Tagesmenu und es gibt sogar ein Eis zum Nachtisch. Leider war das ein Riesenfehler :-(.

Schon auf dem Rückweg zum Hotel macht sich mein Magen bemerkbar. Kaum im Zimmer angekommen muss ich auch schon auf die Toilette. Was soll ich sagen, den Grossteil der Nacht habe ich dort verbracht und alles von mir gegeben, was ich vorher zu mir genommen habe. Auch Ulli ging es leider nicht besser. Sie hat zwar ab Abend länger durchgehalten, aber dafür ging es Ihr am nächsten Morgen immer noch extrem schlecht. Ich hatte mich zum Glück wieder etwas erholt, aber Ulli litt noch den ganzen Tag. Dazu kam die Höhe von über 4000 Meter, was der ganzen Situation nicht gerade zuträglich war. Als erstes haben wir unseren Aufenthalt verlängert und zum Glück hatte das Hotel auch Sauerstoffflaschen, sodass ich Ulli mit Frischluft versorgen konnte.

Am Abend konnten wir dann auch so langsam wieder etwas Nahrung zu uns nehmen. Das Thema Helado (Eis) bleibt aber bis auf weiteres gestrichen.

DSC_0020
Am nächsten Tag war es dann langsam wieder besser und wir konnten uns Gedanken um die Weiterfahrt machen.

Tag 216 – Yangue nach Puno/Titikakasee via Colca Canyon

Obwohl unser heutiges Ziel der Titikakasee ist, wollen wir zuvor auch noch den Colca Canyon  erkunden.  Laut den Tafeln, die den Weg säumen sind wir am Weg zum tiefsten Canyon der Welt. Na gut, wenn die Berge ringsum schon über 5000 Meter messen ist das nicht so schwer :-).

Die Gegend ist ausserdem bekannt für ihre Andenkondore, die an einem speziellen Punkt am Canyon hervorragend zu fotografieren sind. Leider nicht zu dieser Jahreszeit. Aber auch ohne Kondore soll die Gegend sehr schön sein.

Bildschirmfoto 2017-02-14 um 14.05.14

Die Strasse ist in halbwegs gutem Zustand, aber natürlich nicht durchgehend asphaltiert.
Bald kommen wir zu den ersten Baustellen und müssen uns durch einigen Schlamm wühlen um durch zu kommen.

IMG_1351

Aber auch das schaffen wir ohne Zwischenfälle. In einem kleinen Ort gibt es einige Souvenir-Stände an dem die Busse halten und die zahlreichen Touristen auszuspucken, die dort Krimskrams kaufen können oder sich gegen Entgelt mit Raubvögeln oder Lamas fotografieren lassen.

IMG_1354

Wir bleiben nur kurz und fahren auch ohne Einkäufe weiter. Es gibt immer wieder nette Miradores, die zum Fotografieren einladen. Nach und nach überholen wir die Touristenbusse und kommen schliesslich am Hauptaussichtspunkt an, wo zur richtigen Jahreszeit die Kondore aus dem Canyon aufsteigen. Nur ist es wie gesagt nicht die richtige Zeit, also kommen auch keine Vögel :-). Trotzdem ist die Gegend sehr schön und war den Abstecher allemal wert.

IMG_1361 DSC_0750 DSC_0748 DSC_0744

Jetzt geht es wieder zurück, wir haben doch noch viele Kilometer vor uns. Auf dem Rückweg sehen wir einen Stein, der vorher definitiv noch nicht auf der Strasse lag. Da haben wir wohl Glück gehabt, das er nicht heruntergefallen ist als wir die Stelle passiert haben.

IMG_1405

Auch das Wetter bleibt uns hold und wir können die Landschaft in vollen Zügen geniessen.

Nach insgesamt zwei Stunden kommen wir wieder an unserer Pension Tradition de Colca vorbei und fahren gleich weiter zum fast 5000 Meter Pass vom Vortag. Auch an Imata kommen wir wieder vorbei und wie auch schon zuvor wird hier das Wetter schlechter. Es gibt einen heftigen Hagelschauer und die Strasse ist von Eiskörnern bedeckt. Zum Glück hört es bald wieder auf und wir können wieder schneller fahren.

Nicht weit vom Titicacasee zeigt unser Navi eine Abkürzung. Nach ein paar Kilometern verliert sich die Strasse und wir stehen einsam in der Pampa. Ein Pickup mit Einheimischen hält an und fragt, was wir hier suchen. Auf die Frage nach dem Weg nach Puna bekommen wir ungläubiges Kopfschütteln und die Antwort, dass es hier nicht mehr lange weitergeht. Also wieder zurück auf die Hauptstrasse und dann einen grossen Bogen Richtung Juliaca. Die Stadt ist zwar nicht klein, aber so ziemlich der hässlichste Ort den wir in ganz Peru gesehen haben.

IMG_1427

Die Strassen im Ort bestehen nur aus Schlaglöchern und wir sind froh Juliaca wieder hinter uns zu lassen. Nach knapp 50 Kilometern landen wir endlich in Puno, einer grösseren Stadt direkt am See. Unser Hotel sieht auch recht vernünftig aus aber der Parkplatz ist ca. 1 Kilometer entfernt. Ein Hoteldiener schwingt sich zu mir aufs Moped und weisst mir den Weg dorthin. Zumindest ist der Platz bewacht, sodass Berta ohne Sorge dort bleiben kann. 400 Kilometer sind wir heute gefahren und waren über 8 Stunden unterwegs.

Bildschirmfoto 2017-02-14 um 14.06.28

Tag 215 – Arequipa zum Colca Canyon

Nach dem wir wieder ausgeruht und aufgewärmt sind, wollen wir noch einen weiteren Versuch zum Colca Canyon starten. Gegenüber dem Versuch vor 3 Tagen haben wir diesmal auch eine Unterkunft reserviert.

Bildschirmfoto 2017-02-18 um 11.30.33

Auch sind es heute nur 168 Kilometer und die Sonne scheint wie in den letzten Tagen. Wie bei der Ankunft geht es eine Zeitlang bis wir uns aus dem Gewusel der Stadt befreit haben. Aber nach einer halben Stunde sind wir draussen und frisch getankt kann es wieder bergauf gehen.

Wir fahren schöne, kurvige, asphaltierte Strassen ständig nach oben. Nach 65 Kilometern überschreiten wir wieder die 4000 Meter und kommen wieder einige Kilometer auf eine Hochebene. Wir durchqueren einen Nationalpark, der dazu einlädt anzuhalten und Fotos zu schiessen.

IMG_1274

Wir sehen auch wieder Guanacas, die wild lebenden Kamele der Anden.

IMG_1277

An einer Baustelle müssen wir ein Päuschen einlegen, Zeit um unsere mitgenommen belegten Brötchen zu verzehren. Dann geht es weiter. Baustellen haben den Vorteil, dass man den ganzen Verkehr ohne Anstrengung überholen kann.

IMG_1285Die Strasse windet sich weiter nach oben bis wir den für uns höchsten Punkt in Peru erreicht haben. Das Navi zeigt 4887 Meter an. Wer glaubt, dass diese Höhe menschenverlassen ist, der irrt.  Auch sitzen einige Indiofrauen, die Ihre selbst gemachten Pullover und andere Souvenirs feil bieten.

IMG_1296 DSCN9153 IMG_1338 IMG_1329 IMG_1298

Wir verweilen nicht sondern fahren nun wieder bergab zum Colca Canyon. Im Tal angekommen werden wir durch eine Schranke gestoppt. Wir müssen Eintritt bezahlen um die Region überhaupt betreten bzw. befahren zu dürfen. 20 Euro ärmer machen wir uns auf die letzten Kilometer bis nach Yangue, einem kleinen Ort an dessem Rand unsere Unterkunft liegt. Tradicion Colca nennt sich das Hostal und ist ein echter Glücksgriff. Betrieben wird sie von einigen Franzosen, die es geschafft haben eine sehr gemütliches Heim inclusive tollem Essen zu schaffen.

Es wird auch eine Wanderung am Nachmittag angeboten, die wir aber aufgrund der aufziehenden Wolken lieber auslassen. Unser Bauchgefühl gibt uns recht. Kaum ist die Gruppe losgelaufen, öffnet der Himmel seine Pforten und es schüttet mal wieder wie aus Eimern.

Tag 214 – Arequipa

Schönes Wetter, durch die Altstadt streifen und Kaffee trinken, was will man mehr. Eigentlich wollten wir noch etwas mehr, denn heute stand auch der Besuch in einem berühmten Kloster auf dem Plan. Jedoch nicht auf dem Plan der Mönche, die das Kloster an Sonntagen geschlossen halten.

Dann eben nicht, die Altstadt ist auch ohne Kloster hübsch.

DSC_0719 DSC_0720 DSC_0721 DSC_0723 DSC_0733 DSC_0734 DSC_0736