Tag 30 –Whistler, Jumping skills required

Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf und machen uns auf den Weg nach Whistler.

Whistler liegt rund 115 km nördlich von Vancouver und ist auf einer wunderbaren Strasse entlang der Küste gut zu erreichen. Whistler ist ein bekanntes Skigebiet und im Sommer ein Eldorado für Downhill Mountainbiking. Ich buche ein Paket mit Ausrüstung, Downhillbike und einem Guide. Das Mädel aus Holland bei der ich alles buche erzählt mir gleich das im Restaurant über dem Bikeverleih das Spiel Deutschland – Italien live übertragen wird.
Da wir noch etwas Zeit haben, gehen wir gleich nach oben und können das Spiel verfolgen. Auf einer grossen Leinwand wird Zeitgleich Baseball übertragen.
Ich kann die Bedienung aber überzeugen, dass sie das Fussballspiel auf den grossen Bildschirm schalten. Leider immer noch mit dem Ton vom Baseballmatch. Nachdem auch einige andere Gäste reklamieren, bekommen wir auch den passenden Ton zum Spiel dazu. Fussball ist doch populärer in Nordamerika als ich gedacht hatte. Nach dem 1:0 für Deutschland muss ich leider 😉 zum Biken … alles kann man halt doch nicht haben.

Ich habe schon bei der Anmeldung gesagt, dass ich ein expierenced Biker bin und auf gar keinen Fall in irgendeine Anfängergruppe möchte. Nachdem ich mein Bike und alle möglichen Knie und Ellenbogenschützer nebst Integralhelm und Handschuhe bekommen habe, muss ich draussen auf meine Gruppe warten.

Nicht lange und ich werde von einem jungen wilden Typen angesprochen, ob ich der Swiss Guy bin, der schon viel Erfahrung hat. Robbie, der Guide stellt mir Stuart vor, der schon am Vormittag mit Ihm gefahren ist. Auf die Frage ob es ok für mich ist etwas Jumptraining zu machen, muss ich zwar kurz schlucken, aber will natürlich nicht zurückziehen. Stuart beruhigt mich und sagt, dass er auch nicht springen kann, aber am morgen schon Drops von 1- 2 Meter gemacht hat ohne das etwas passiert ist. Sehr beruhigend…

Das schöne beim Downhillbiken ist, dass man ausschliesslich mit dem Skilift bergauf fährt und all seine Kraft und Kondition für das Bergabfahren verwenden kann. Oben angekommen gehen wir als erstes auf eine Anfängerschanze, die nur etwa 1,5 Meter hoch ist. Robbie erklärt wie es funktioniert und eigentlich sieht es recht leicht aus, wenn man es kann. Die ersten Sprünge sind noch etwas zaghaft, aber so langsam habe ich Blut geleckt und springe immer höher und weiter. Leider habe ich die Flugphasen Steuerung noch nicht so ganz im Griff und so geht es nicht lange und nach einem tollen Absprung komme ich in Schieflage und es haut mich ordentlich hin. Zum Glück habe ich brav die ganzen Schützer angezogen, sodass sich der Schaden halbwegs in Grenzen hält und ich nur ein paar Schrammen abbekomme. Noch ein paar Übungssprünge und dann fahren wir die verschiedensten Trails den Berg hinunter. In der Regel sind es Trails die darauf hinweisen das Jumpingskills erforderlich sind. Nebst den Sprungschanzen, die zum Glück immer markiert sind, gibt es etliche Kurven mit Steilwänden in die man sich gefühlt bis in die vertikale hineinlegen kann.

Irgendwann hält Robbie an und sagt da vorne kommt ein Drop. Der ist aber ganz leicht, da man nur sein Gewicht nach hinten verlagern muss. Na prima, so richtig weiss ich aber immer noch nicht was ein Drop ist. Aber bevor ich fragen kann, ist unser Guide auch schon los gefahren. Er hat noch darauf hingewiesen, das man eine gewisse Grundgeschwindigkeit nicht unterschreiten sollte. Ich fahre ihm hinterher, bis er auf einmal verschwunden ist. Als ich an der Kante angekommen bin, weiss ich auch warum. Es geht rund 1,5 Meter senkrecht nach unten, aber fürs Bremsen ist es schon zu spät. Erstaunlicherweise klappt es recht gut und bevor ich nachdenken kann, bin ich schon unten und fahre ohne Sturz weiter.

Als nächstes kommen Roller. Die sind zwar nicht ganz senkrecht, dafür aber umso länger. Diesmal zerbröselt es Stuart, zum Glück aber auch ohne Verletzung.

Ich hätte bestimmt auch ohne Guide fahren können, wäre aber nie auf den Gedanken gekommen, die extremen Strecken zu fahren die wir gemacht haben. Um extrem etwas zu relativieren, unsere Sprünge waren zwar gefühlt ewig hoch und unendlich weit, aber in Wahrheit wohl nie mehr wie 1 bis 2 Meter. Die ganzen jungen Burschen springen zum Teil über 10 Meter weit und mindestens 3 Meter hoch. Aber das wird wohl nicht mehr meine Liga :-).

Nach 3 Stunden mit Guide fahre ich noch eine Runde mit Stuart alleine. Stuart ist aus England, lebt aber auf Maui in Hawaii und arbeitet dort als Astronom. Es ist immer wieder interessant, welche Leute wir auf unserer Reise kennenlernen. Er lädt uns auch ein ihn in Maui zu besuchen, aber leider ist Hawaii kaum mit dem Motorrad zu erreichen. Vielleicht ergibt sich aber noch irgendwann die Möglichkeit. Auf unserer letzten Abfahrt schliesst sich noch Dylan aus Seattle an. Er hat Probleme mit seinen Bremsen und kann deshalb nur noch langsam cruisen … da ist unser Tempo genau richtig für ihn. Dylan hat seine Gopro dabei und verspricht uns die Aufnahmen, die er von uns gemacht hat per Mail zu schicken. Wahrscheinlich sind meine Sprünge dann nur noch 10 cm hoch, aber cool wäre es schon mich mal beim Biken von hinten zu sehen.

Ein Gedanke zu „Tag 30 –Whistler, Jumping skills required

  1. hallo ihr beiden, greetings from south old germany. auch wenn ich mich wiederhole,
    ihr habt noch mind. 25.000 km bis feuerland vor der brust, und von dort noch einmal mind. 8000 km bis nach Brasilien. da muss man doch wohl keine senkrechten bergwiesen mit irgendwelchen schanzen hinunterdonnern ? ? ? take et easy, der alte onkel juppi

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