Tag 221 – La Paz / Dakar Fahrerlager

Die Telefonkarte für Lyndon zu besorgen ist schliesslich schwieriger als gedacht, aber zumindest Kakaobutter für die Lippen können wir auftreiben.

Anschliessend machen wir uns auf den Weg zum Fahrerlager, das am tiefsten Punkt der Stadt in einer Militärbasis aufgebaut ist. Mit Berta kommen wir auch gut bis dorthin und da wir auch im Offroadlook mit unserer KTM sind, passieren wir auch die Polizeisperren die den Verkehr regeln.

Wir schaffen es durch alle Strassensperren bis zum Eingang des Fahrerlagers nur rein dürfen wir nicht.

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Damit sind wir schon deutlich weiter gekommen als das gemeine Volk, das die Strasse nicht mal überqueren darf. 🙂

Die Securities am Eingang zum Lager verweisen uns auf ein Sonnenzelt am Gelände des Lagers direkt am Zaun, wo die Eintrittsbänder verteilt werden. Dort fragen wir brav nach Einlass, aber da wir nicht auf der Gästeliste stehen, ist das nicht so einfach möglich.

Gegenüber des Fahrerlagers gibt es einige Stände und Buden und einen Mobilfunk-Stand. Also tigere ich erst einmal dorthin während Ulli schon mal die Verhandlungen für unseren Einlass aufnimmt. Nach kurzen erfolgreichen Diskussionen und kann ich zumindest die Wertkarten für Lyndon mit genügend Guthaben kaufen, damit er seine Filme von der Dakar hochladen kann. Jetzt müssen wir nur noch reinkommen.

Ulli hat auch schon Neuigkeiten. Der Dakar-Offizielle hat verstanden, dass Lyndon auf uns wartet und vorgeschlagen, dass wir ihn anrufen und Lyndon uns holen kommt. Dann kann er uns einlassen. Soweit so gut … wir haben aber nur den Facebook-Messenger, keine Telefonnummer. Zum Glück geht die Konversation auf Englisch deutlich leichter :-). Wir erklären, dass wir wichtige Teile für Lyndon haben ihn aber nicht anrufen können. Kein WLAN weit und breit usw. usw. Die Eintrittsausweise sind jedoch streng limitiert.

Schliesslich finden einen Kompromiss 🙂 Einer darf rein und wenn Lyndon zum Eingang vor kommt, bekommen wir auch die zweite Karte. Immerhin ein Teilerfolg! Also mache ich mich auf den Weg zu Lyndon. Allerdings ist das Lager riesig und es gibt keine Übersicht, wer wo ist. Ich laufe gefühlte 10 Kilometer an mobile Werkstätten und Fahrzeugen aller Art die an der Rally teilnehmen vorbei. Sogar sieben Hubschrauber stehen auf einem Fussballfeld.

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Nur Lyndon finde ich nicht. Am Ende sehe ich zumindest die Rennleitung und frage dort nach ihm. Ein freundlicher Brite fragt mich, ob ich derjenige bin der die Telefonkarte bringt und weiss auch wo Lyndon zu finden ist. Hinter einem grossen Schuppen versteckt, liegt das Male Moto Lager und da ist auch Lyndon.

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Er erkennt mich noch von gestern, als ich ihm zugerufen hatte. Ich erkläre ihm, dass Ulli noch vor der Tür wartet und er nach vorne muss, damit sie reinkommen kann. Obwohl er mitten im Schrauben ist, sagt er kein Problem. Ich soll schon voraus laufen und er kommt gleich auf einem kleinen Moped nach, da er auch noch Ersatzteile von KTM braucht.

Die Male Moto Klasse innerhalb der Dakar ist sehr speziell, denn diese Teilnehmer müssen alles alleine machen und dürfen keinerlei Hilfe von Dritten annehmen. Am Eingang gibt es trotzdem noch einige Diskussionen bis Ulli auch endlich Einlass bekommt. Aber dann sind wir beide drinnen 🙂 :-).

Ulli konfiguriert die Telefonkarte und macht Lyndon’s Telefon fit für den Upload. Lyndon muss noch einiges an seiner 450 KTM Rallye schrauben und wir wollen ihn nicht von der Arbeit abhalten. Also erkunden wir das Lager.

Es ist schon sehr beeindruckend, das alles so hautnah zu erleben. Da der Publikumsverkehr fehlt, sind alle entspannt und freundlich. Wir sehen die Peugeots von Peterhansel und Loeb genauso wie das KTM Werksteam.

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Am Nachmittag regnet es wieder wie Hölle aber zum Glück sind wir richtig angezogen. In einer Halle gibt es kostenlose Cocktails und Essen von einem Quinoa Produkte Anbieter (Royal Quinoa). Alles sehr, sehr lecker und vor allem kostenlos.

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Wir bekommen sogar noch ein paar Geschenke mit auf den Weg. Nachdem wir so ziemlich alles im Fahrerlager gesehen haben und uns zum Teil auch durch tiefen Schlamm gewühlt haben, kaufen wir zum Abschluss noch ein paar Fan Artikel als Erinnerung.
Wir verabschieden uns von Lyndon und wünschen ihm viel Glück für das weitere Rennen.

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Er beendet die Rallye als zweiter in der Malle Moto Klasse und als 39 in der Motorradgesamtwertung.

Wir machen uns auf den Rückweg ins Hotel und kommen noch halbwegs trocken an. Eigentlich wollten wir heute noch das ehemalig höchste Skigebiet der Welt besuchen, das auf 5’200m Höhe liegt und sogar eine Hütte vom Österreichischen Alpenverein hat. Aber das Wetter schreckt uns ab in diese Höhen auf unbefestigten Wegen vorzudringen.

Auch einen Abstecher zur Strasse des Todes, die nicht weit von La Paz entfernt ist lassen wir sein. So hatten wir aber einen zwar ungefährlicheren aber bestimmt genauso spektakulären Tag in Fahrerlager der Dakar.

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