Tag 220 – La Paz, Dakar Einfahrt in die Stadt

Am Morgen erfahren wir, dass die heutige Etappe wegen massiver Regenfälle gestrichen wurde. Gut, dass wir nicht wie viele andere am Titicacasee gewartet haben.

Wir nutzen den Vormittag um nach einer Versicherung für Berta zu suchen, die in Bolivien obligatorisch ist. Nach einigem Suchen finden wir auch ein Büro, das aber heute geschlossen ist. Naja … dann gehen wir halt am Montag noch einmal dorthin.

Die Hauptstrassen in der Innenstadt sind mittlerweile von der Polizei abgeriegelt. Da die letzte Etappe ja gestrichen wurde, trifft die Rallye auch früher als geplant in La Paz ein.

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Entlang der gesperrten Strasse werden überall kleine Tribünen aufgebaut, die sich auch recht schnell füllen. Um noch einen guten Platz zu bekommen, postiert sich Ulli schon mal auf einer der Letzten, die eben noch aufgebaut wird und ich eile nochmal zum Hotel zurück, um den Ersatzakku für meine Kamera zu holen. Natürlich ist gerade heute die Kamera stromlos … Am Hotel angekommen stelle ich dann fest, dass der Schlüssel für unser Gepäck bei Ulli im Handtäschchen ist. Mist!

Also retour, Ulli suchen und finden und mit dem Schlüsselchen für die Tasche wieder zurück ins Hotel. Die Strassen sind mittlerweile immer voller geworden und auch die ersten Fahrzeuge kommen schon. Also hetze ich in unsere Unterkunft, wobei das auf 3600 Meter doch ziemlich anstrengend ist. Zum Glück haben wir unseren Platz auf der Tribüne und ein wenig ausser Atem erklimme ich schliesslich die wackelige Konstruktion.

Mit dem Wetter haben wir extremes Glück, die Sonne scheint und es ist richtig heiss.
Auch die Versorgung mit Essen und Erfrischungen ist gut geregelt, überall gibt es Strassenhändler, die auf Zuruf das Gewünschte an unseren Platz bringen. Natürlich kaufen wir auch eine Bolivienfahne um richtig ausgestattet zu sein. Immer wieder fahren Fahrzeuge der Rallye vorbei und werden stürmisch von uns und vom Volk begrüsst.

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Aber auch etliche Folkloregruppen sind unterwegs und tanzen in ihren Kostümen auf der abgesperrten Strasse.

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Etwas weiter vorne ist eine sehr grosse Tribüne aufgebaut, wo alle möglichen VIP und sogar der Präsident von Bolivien parat stehen, um die Fahrer mit Handschlag zu begrüssen. Nicht weit von uns stehen Fernsehteams, die immer wieder Fahrer interviewen welche dann sofort von Fans bestürmt werden um ein Selfie zu machen.
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Die Polizei hat alle Hände voll zu tun um die Menschenmassen zurückzuhalten. Irgendwann sehen wir auch Lyndon unseren Helfer auf dem Alaska-Highway in Canada. Ich rufe ihm von der Tribüne aus zu und er erkennt mich sogar und winkt zurück.

Mittlerweile ist das Wetter wieder schlechter geworden und es fängt zu regnen an. Wir verlassen unseren Platz und schlagen uns ein wenig durch die Menschenmassen. Gegenüber der Präsidententribüne befindet sich die Pressetribüne, die überdacht ist. Natürlich ist auch sie gut abgeriegelt.

Nichts destotrotz drängen wir uns bis zu Security durch und ich erkläre, dass ich ein Journalist für ein Schweizer Motorradmagazin bin. Mit der Kamera in der Hand und europäischem Aussehen um die Nase haben wir genügend Legitimation um eingelassen zu werden. Wie geil ist das denn :-).

Jetzt haben wir wirklich die Premiumposition. 15 Meter von uns entfernt steht der bolivianische Präsident Evo Morales und begrüsst wirklich jedes Team mit Handschlag und lässt geduldig Selfies machen.

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Leider wird die ganze Parade im strömenden Regen abgeschlossen, was aber niemanden besonders stören zu scheint. Hauptsache Party 🙂

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Am Abend schreibe ich Lyndon, das wir ihn gesehen haben und wir ihn morgen gerne im Fahrerlager besuchen möchten. Er schreibt zurück ‚kein Problem, wir sollen kommen‘. Auf die Frage, ob er etwas benötigt, bittet er um einen Lippenpflegestift für die Sonne und eine Telefonkarte fürs Internet. Das wird sich machen lassen 😀

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