Tag 202/203 – Lima

Der Mann, der über mir steht schaut mich grimmig an, dann greift er sich meinen Kopf, zerrt mit aller Gewalt daran und versucht mir mein Genick zu brechen. Wie es zu all dem kam, aber etwas später.

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200 Kilometer trennen uns noch von Lima, der Hauptstadt Perus. Wir fahren am Meer entlang und wie auch schon zuvor zieht sich die Panamericana Norte durch eine Wüstenlandschaft.

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Unterwegs überholen wir ein englisches Paar mit einem Beiwagen. Die Beiden sind von New York hierher gefahren und wollen auch noch bis ganz nach unten.

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So nett der Beiwagen aussieht, so behindert er doch beim zügigen Überholen. Daher trennen sich unsere Wege bald wieder.

Wenig später kommen wir an die Stadtgrenze von Lima, der auch mit Abstand grössten Stadt in Peru. Der Verkehr wird immer dichter und schon bald stecken wir fest. Nur sehr mühsam kommen wir voran, auch auf der Stadtautobahn geht es nicht schneller, wir bekommen sogar von einigen Autos signalisiert, dass wir hier nicht fahren dürfen.

Generell ist der Verkehr extrem aggressiv, sogar noch mehr als in Bogota. Um jeden Meter wird gekämpft und gehupt. Nachdem wir die tatsächlich für Mopeds verbotene Schnellstrasse verlassen haben, geht es weiter – aber nicht schneller – durch verstopfte Strassen. Manchmal können wir über Bürgersteige ausweichen oder durch sonstige Tricks ein paar Meter gut machen. Dann müssen wir laut Navi wieder auf eine der Schnellstrassen. Wir sehen jetzt auch das Verbotsschild, lassen uns aber trotzdem nicht abhalten. Kaum aufgefahren werden wir auch schon von der Polizei angehalten :-).

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Da wir uns unwissend stellen, kommen wir zum Glück ohne Strafe davon, müssen aber die Carreterra gleich wieder verlassen.

Unsere Unterkunft liegt mitten im Zentrum und nach bestimmt 2 Stunden Strassenkampf in der Stadt haben wir es schliesslich geschafft und kommen in der Fussgängerzone an, wo unser kleines Bed und Breakfast liegt.

Nach einer Stärkung im direkt benachbarten Restaurant geht es dann weiter. Ulli hat eine Chiropratikerpraxis nicht allzuweit entfernt gefunden. Diesmal fahren wir aber etwas bequemer mit dem Taxi.

Die Praxis gehört Dr. Bruce, einem Amerikaner der schon lange in Peru lebt. Wir bekommen auch trotz regen Betriebes noch einen Behandlungstermin. Zuerst werde ich geröngt und dann erklärt mir Dr. Bruce, dass meine Wirbelsäule krumm und schief ist und wahrscheinlich bei dem Sturz in Ecuador ein Nerv eingeklemmt wurde.

Als nächstes werden meine Halswirbel aus- und wieder eingerenkt, was sich anfühlt als würde mir das Genick gebrochen. Dann werde ich in zahlreiche Foltermaschinen gesteckt, die meinen Körper auseinander zerren und zu guter Letzt gibt es auch noch eine Laserbehandlung mit anschliessender Massage.

Danach fühle ich mich echt besser und gleich für den nächsten Morgen habe ich den nächsten Termin vereinbart.

Am folgenden Tag machen wir dann sogar zwei Termine ab, einen am Morgen und den nächsten am späten Abend. Die Behandlung ist aufwendig, aber bringt stückweise Verbesserungen. Nur viel Zeit für Lima bleibt uns nicht. Zumindest können wir noch unserer Wäsche waschen und ein wenig den Strand von Lima anschauen.

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