Costa Rica / Panama

Tag 146 / 147 – Fracht

Heute ist es soweit Berta muss zum Flughafen. Zuerst holen wir unseren Mietwagen und dann geht es in Kolonne zum Flughafen. Der Mietwagen hat einen elektronischen Panapass, also fahren wir wieder über den Corridor Sur. An der Schranke der Mautstation fahre ich einfach mit Ulli zusammen durch, bevor die Schranke wieder nach unten geht.

Unterwegs sehen wir noch einen heftigen Unfall. Ein Toter liegt auf der Strasse der Gegenfahrbahn und der Verkehr steht dort komplett über mehrere Kilometer. Wir schauen nicht genauer hin, solche Bilder kann man sich sparen. Erstaunlich war aber, das der Tote nicht einmal abgedeckt wurde.

Dank unseres Helmfunks können wir auch unterwegs kommunizieren. Da ich das Navi habe, bin ich vorgefahren, aber Ulli konnte in dem dichten Verkehr nicht immer Anschluss halten. Mit Sprechverbindung haben wir uns aber nicht verloren und sind beide gut ans Ziel gekommen. Der Notfallplan B mit dem kleinen 2.Navi musste auch nicht zum Einsatz kommen … und nein, Ullilein ist nicht mit aufgesetztem Helm im Auto gesessen 😉 Mit gespitzten Ohren und voller Lautstärke war alles gut 🙂

Bei Servi Karga angekommen, sehen wir die Ausweiskopien der beiden Amerikaner. Also sind sie unserem Rat gefolgt. Wir melden uns wie vereinbart im Büro und machen gleich wieder kehrt. Erst muss Berta verpackt werden. Wir fahren zur entsprechenden Station und treffen wieder auf Paul und Max, die Ihre Ducatis mit dem gleichen Flug verschicken.

Beide sind aber deutlich nachlässiger beim Verpacken, die Spiegel werden lediglich eingeklappt aber wird nichts demontiert. Nachdem die Maschinen gewogen wurden, machen Sie sich gleich auf den Weg zu Ihrem Flug, der schon heute geht. Sie zahlen allerdings 450 Dollar pro Kopf, dafür fliegen sie vom gleichen Flughafen wie die Mopeds.

Wir sind da etwas sorgsamer und demontieren Scheibe und Spiegel, außerdem kommt das Fahrwerk auf die leichteste Stufe, um das Motorrad so tief wie möglich spannen zu können. Wie gesagt, die Höhe sprich Volumen ist wichtiger als das Gewicht für den Flugpreis. Berta wird auf eine Palette gestellt, die vorher zusammengezimmert wurde und danach können wir unser Gepäck, die Helme und die Motorradklamotten, die Boxen und Taschen, um die Maschine herum verteilen. Alles wird mit Pappe abgedeckt und schlussendlich mit Folie umwickelt. Das hat zum einen den grossen Vorteil, dass man sofort sieht wenn jemand am Inhalt rumfummeln würde und ausserdem sieht keiner, was drinnen ist.

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Unser Gesamtgewicht beträgt 400 kg. Die Ducati Multistradas haben jeweils nur 367 kg gewogen, aber mit deutlich weniger Gepäck. Danach fahren wir wieder in das Frachtbüro und aufgrund der Abmasse werden die Kosten ermittelt. Unsere Gesamtrechnung beläuft sich dann auf 922 Dollar. Neugierig waren wir ja immer schon, also frage ich was die Amerikaner zahlen mussten. Ohne Probleme bekommen wir deren Rechnung vorgelegt. Sie zahlen pro Moped 150 Dollar mehr, da Ihr Volumen grösser war.

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Allerdings konnten Sie Servicegebühren sparen, da beide zusammen deklariert werden. Unterm Strich hat sich aber bestätigt, das mit ein bisschen Recherche sehr viel Geld gespart werden kann, wenn man sich die Zeit und Muse dafür nimmt.

Jetzt müssen wir noch zum Zoll um ein Papier abzustempeln, dann haben wir es schon geschafft. Bequem fahren im Auto wir zurück in die Stadt. Dort wollen wir nochmals Richtung Biomuseum, da es dort ein paar tolle Aussichtspunkte und guten Blick auf den Panama Kanal hat.

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Leider ist Ulli beim Einpacken von Berta böse mit dem Fuss umgeknickt und kann kaum noch gescheit laufen. Also wechseln wir als wir uns auf den Rückweg machen und ich fahre, obwohl das Auto nur auf sie angemeldet ist.

Schlussendlich wechseln wir sicherheitshalber wieder zurück, da wir bei der Hinfahrt eine Polizeikontrolle auf der Gegenfahrbahn gesehen haben. Die Polizei in Panama ist nicht lustig, das haben wir ja schon gelernt. … und prompt werden auch angehalten und müssen alle Papiere vorweisen. Glück gehabt 🙂

Am Abend besorge ich dann noch Medizin für Ullis Fuss und bin froh, dass ich es mit meinem Spanisch hinbekomme. Ok, ein Mädel hat mir dann noch etwas geholfen, da sie mein Spanisch besser verstanden hat als die Apothekerin.

Am nächsten Morgen geben wir unser Auto zurück und wieder es schüttet wieder wie Hölle, aber mit dem Regenschirm aus Mexiko bewaffnet, kommen wir auch halbwegs trocken zum Hotel zurück.

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Wir holen noch unsere Wäsche aus der Lavanderia und verbringen den Tag mit faulenzen und lesen 🙂 🙂 🙂

Tag 145 – Reifenwechsel

Bevor wir nach Kolumbien umsiedeln wollen auch wir noch den Hinterradreifen wechseln, den wir seit El Salvador mit uns führen. Nach einigem Suchen und Fragen finden wir auch eine Werkstatt, die das kann und vertrauenswürdig aussieht.

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Dort treffen wir auch auf Paul und Max, ein Vater und Sohn Gespann, die auf zwei Ducatis von Seattle aus unterwegs sind. Sie haben das gleiche Ziel wie wir, aber sprechen überhaupt kein Spanisch. Max hat zumindest eine Translator App, die manchmal hilfreich ist.

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Mit Hilfe eines Amerikaners aus Panama kommen die beiden gerade vom Flughafen und haben sich ebenfalls bei Girag über den Transport erkundigt. Wir erzählen von Servi Karga und beschreiben ihnen auch den Weg dorthin. Danach düsen wir mit dem frisch montierten Reifen noch etwas durch die Stadt und schliesslich nochmals in unsre Mall, heute werden meine Haare geschnitten.

Am Abend buchen wir noch unseren Flug nach Bogota, für 150 Dollar pro Kopf durchaus ein Schnäppchen. Ausserdem mieten wir ein Auto für den nächsten Tag, da wir ja auch irgendwie die 20 km vom Flughafen wieder zurückkommen müssen.

Tag 144 – Panamakanal

Ist man schon einmal in Panama, muss man natürlich auch den Kanal besichtigen … überquert haben wir ihn ja schon.

Also machen wir eine Tagesausflug entlang des Kanals. Zuerst fahren wir noch einmal über die Puente de las Americas und danach zum BioMuseum. Das hat zwar geschlossen, aber ist auch von aussen ein sehr schön anzusehendes Gebäude.

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Danach fahren wir entlang des Kanals, um auch noch ein paar Schiffe zu sehen. Leider spielt das Wetter einmal mehr nicht mit. Wieder zieht ein heftiges Gewitter auf und wir können gerade noch die Regenklamotten überziehen und schon geht es los.

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Innerhalb weniger Minuten sind die Strassen überschwemmt und zum Teil ist das Wasser 30 Zentimeter tief. Wir flüchten in ein Restaurant und sitzen den schlimmsten Regen aus.

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Schliesslich geht es weiter den Kanal entlang. Es gibt eine offizielle Besichtigungsstelle an den Schleusen, aber 15 Dollar pro Kopf sind uns zu teuer. Wir sind ja mobil 🙂 Also finden wir leicht ein paar schöne Stellen, wo gute Sicht haben und auch schöne Fotos machen können.

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An einer Stelle steht Ulli sogar todesmutig auf die Sitzbank und macht Bilder über den Zaun, der den Kanal abschirmt … immer noch Klettermaxi 😉

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Später besuchen wir noch in die Altstadt Casco Viejo, wo wir zwei Mädels aus Deutschland wiedersehen, die wir schon in Boquete getroffen hatten.

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Tag 143 – Servi Karga

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Es ist Samstag und wir haben einige Tage für Panama eingeplant. Vor allem müssen wir den Transport von Mensch und Maschine nach Kolumbien organisieren.

Grundsätzlich gibt es nur zwei Wege nach Kolumbien, per Schiff oder mit dem Flugzeug. Der Landweg ist ausgeschlossen, denn hier liegt der Darian Gap. Eine Dschungel- und Sumpflandschaft, die noch dazu von den Rebellen kontrolliert wird, Strassen oder selbst nur Wege gibt es keine. Die Bootsfahrt schliessen wir ebenfalls aus, da es zur jetzigen Jahreszeit sehr stürmisch sein kann und der Transport auch teurer ist. Also dann via Flugzeug.

Um die Lage zu erkunden fahren wir zum grössten Flughafen von Panama. Der Weg dorthin führt über den Corridor Sur, einer Schnellstrasse mit mässigem Verkehr aber auch mit zwei Maut-Stationen. An der Ersten ankommen, erfahren wir das die Durchfahrt nur mit dem Panapass möglich ist. Den haben wir natürlich nicht und umdrehen geht auch nicht. Wir erfahren von einem Mitarbeiter der Mautstation, dass wir hier keinen Pass kaufen können. Da es keine Alternative gibt, dürfen wir dann einfach so durchfahren 🙂 Das ist ein Regalo Panamas, ein Geschenk der Stadt ruft er uns noch nach. An der zweiten Station ist es natürlich das gleiche. Auch hier kurzes Gespräch und dann schlängeln wir uns an der Schranke vorbei.

Am Cargoterminal des Flughafens angekommen, finden wir auch gleich das Büro von Girag. Eine Frachtgesellschaft von der wir schon mehrfach gehört haben. Die Auskunft ist aber recht lapidar, wir sollen am Dienstag vormittag kommen und es kostet 1093 Dollar, mehr Details gibt es nicht.

Also auf zu einer weiteren Transportfirma von der wir gelesen haben – Servi Karga. Am Samstag schliessen alle Frachtbüros am Mittag, also hurtig hurtig. Hier treffen wir auf einen netten Herren, der uns in Ruhe das Prozedere erklärt. Wir können das Moped am Dienstag oder Donnerstag bringen, dann wird es eingepackt und abhängig vom Packvolumen wird dann der Preis ermittelt. Wir erfahren, dass es Sinn macht die Scheibe zu demontieren damit das Packet nicht zu hoch wird, unser Gepäck können wir ebenfalls beim Moped lassen. Der Transport wird dann mit DHL stattfinden und um den Frachtpapierkram kümmert sich er sprich Servi Karga. Das hört sich alles schon viel sympathischer an. Wir beschliessen den Transport am kommenden Dienstag durchzuführen. Eine Anmeldung oder Vorauskasse ist nicht notwendig, wir sollen einfach am Vormittag kommen und spätestens am Donnerstag ist Berta dann in Bogota. Das hat deutlich mehr Hand und Fuss und wir verabschieden uns mit einem ‚Hasta Martes‘ 🙂

Auf der Rückfahrt vermeiden wir die Mautstrasse und bereuen es sofort. Die Strassen sind verstopft ohne Ende und mit unseren Koffern können wir auch nur schlecht an den Autos vorbeifahren. 1 ½ Stunden später sind wir dann endlich am Ziel und halten in einer grossen Mall, um ein wenig Shopping zu machen …. nach Ewigkeiten wieder mal ;-). Ulli geht zum Frisör und ich schlendere durch die Geschäfte. Gefühlt sind wir einmal mehr in den USA, bis auf die Sprache ist alles sehr amerikanisch. Wir kaufen uns auch noch neue Schuhe und Flipflops und erst am Abend geht es zurück ins Hotel.

Tag 142 – Panama City, sind wir schon in Südamerika?

Heute haben wir noch kein festes Ziel. Der Weg nach Panama City ist weit und wir wollen schauen, wie wir voran kommen.

Und wir kommen sehr gut voran. Auf der Karte rot ist unsere heutige Etappe

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Es gilt noch zwei Distriktgrenzen zu überwinden und diesmal  werden wir auch nicht mehr von der Polizei angehalten. Da wir in Fahrlaune sind und auch das Wetter hält, kommen wir nach 6 ½ Stunden und 360 km an die Brücke De Las Americas und überqueren den Panamakanal. Laut Reiseführer verbindet die Brücke die Kontinente Nord- und Südamerikas.

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Sind wir jetzt schon in Südamerika? Keine Ahnung, aber offensichtlich schon.
Die Stadt sieht von weitem aus wie Manhattan / New York. Ein Wolkenkratzer steht neben dem anderen.

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Trotz des gewaltigen Eindruckes den die Stadt auf uns macht, verunsichert uns der Himmel. Hatten wir bis jetzt bestes Wetter, ist Panama City voller schwarzer Wolken. Noch 5 km bis zum Hotel, wir stecken im Feierabendverkehr und schon geht ein wildes Gewitter mit heftigen Regen los. Zäh arbeiten wir uns durch die letzten Meter und zum Glück bleiben unsere Klamotten dicht.

Dann haben wir es geschafft. Unser Hotel heisst Veneto und liegt mitten im Businessbereich der Stadt.

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Das Hotel haben wir aber erst ab dem nächsten Tag gebucht. Der Preis für die zusätzliche erste Nacht ist wie erwartet deutlich höher als der Preis für die folgenden. Zum Glück gibt uns die Receptionistin den Zugangscode für das Internet und per Handy buchen wir die Nacht fast zum gleichen Preis.

Unser Zimmer liegt im 15 Stock, Aussicht ist garantiert, und parken können wir in der Hotelgarage. Am Abend gehen wir gleich gegenüber vom Hotel in ein Restaurant und werden wiederum von der Deutschen Reisegruppe begrüsst. Sie haben heute Ihren vorletzten Tag und fliegen bald in die Heimat zurück.

Unser Hotel ist sehr gross und hat sogar ein Casino und offensichtlich sind wir mitten im Rotlicht-Milieu. Vor dem Eingang und auch im Casinobereich tummeln sich die Bordsteinschwalben, auf Spanisch sagt man wohl Putas.

Tag 141 – Policia

Bevor wir heute weiterfahren, möchten wir nun den Reifen montieren, den wir seit El Salvador mit uns führen.

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Der Hotelbesitzer erzählt, das uns im Ort ein sehr talentierten Monteur für wenig Geld den Reifen wechseln kann. Also mache ich mich auf den Weg und fahre zum Reifenwechseln während Ulli unser Gepäck zusammen packt. Da es nicht weit ist lasse ich auch gleich meinen Helm im Hotel. Wir sind ja in Central America, da nimmt man es mit den Gesetzen nicht so genau.

Bei der Werkstatt angekommen erfahre ich, dass der Reifenmonteur erst am Nachmittag kommt. Aber es gibt noch eine andere Werkstätte zwei Strassen weiter. Auf dem Weg dorthin, hält ein Autofahrer an und sagt mir, dass man in Panama Helme tragen muss. Na gut, wird ja wohl nichts passieren. Die zweite Werkstatt repariert nur Autos und verweist mich an eine Dritte. Allerdings habe ich jetzt keine Lust mehr und fahre zurück Richtung Hotel. 300 Meter vor dem Hotel überholt mich ein Polizeiauto und zwingt mich zum anhalten. Sch…

Der Polizist erklärt, ich muss einen Helm tragen und will die Papiere von Berta sehen. Die sind aber leider im Hotel wie auch der Helm. Er schickt mich alles holen und er wartet solange beim Moped. Ich laufe los und tue wie geheissen und nehme sicherheitshalber auch noch etwas Geld mit. Die Kommunikation ist nicht ganz einfach, spricht der Polizist doch nur spanisch. Zuerst erklärt er mir, dass ich 75 Dollar Strafe zahlen muss, aber in einem Polizeirevier 80 km von hier. Ich stelle mich ein bisschen blöd, was nicht schwer fällt, und beteuere. das ich auf unserer ganzen Reise noch nie einen Strafzettel bekommen habe, nunca !!(niemals).

Es geht hin und her und irgendwann kann ich das Gespräch auf Berta lenken und wir schauen uns die technischen Details vom Moped an. Dann wirft er den Strafzettel weg und ich verspreche das nächste Mal besser aufzupassen. Er gibt mir freundlich die Hand und fährt von dannen.

Das war echt Glück! Erleichtert fahre ich zurück ins Hotel und wir starten unsere Tagestour. Unser Ziel heute lautet Las Lajas und ist zum Glück nicht weit entfernt.

Bald nachdem wir losgefahren sind, sehen wir „meinen“ Polizisten am Strassenrand. Diesmal winkt er uns nur freundlich zu.

Nach einigen Kilometern kommen wir dann wieder an eine Polizeikontrolle. Wir tuckern langsam vorbei, aber im Rückspiegel sehe ich schon die Polizisten wild gestikulieren.

Also drehen wir um und fahren zur Kontrolle. Wir werden gleich sehr streng darauf aufmerksam gemacht, das es strafbar ist an einer Kontrolle vorbei zufahren und er uns mit 250 Dollar strafen könnte. Noch dazu ist das eine besondere Kontrolle, da nicht nur Polizei sondern auch Zoll und Migration involviert sind. Wir zeigen alle unsere Dokumente und beteuern reumütig, das es ein Versehen war, da wir schon viele Kontrollen gesehen haben, wo wir durchfahren konnten. Am Ende lenken die Beamten ein und lassen uns straffrei weiterfahren.

So kommen wir dann auch am frühen Nachmittag zu unserer Unterkunft. Wir haben eine kleine Hütte bei einem italienischen Pärchen gemietet. Die Hütte ist sehr hübsch und in die Wände sind ganz viele Weinflaschen eingearbeitet, sodass  das Licht innen sehr interessant ist.

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Nachdem wir das Zimmer bezoge haben, fahren wir gleich an den Strand. In einem Ressort können wir einen Tageseintritt kaufen, sogar mit Rabatt wegen unserer Unterkunft. Der Strand ist extrem lang und breit und die Wellen sind gigantisch.

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So verbringen wir noch eine schönen Nachmittag am Meer mit Duschen und Bar. Am Abend gibt es dann Pasta bei den Italienern und danach verziehen wir uns in unser Flaschenhaus :-).

Tag 140 – Boquete

Heute wollen wir eine Kaffeetour machen, sind wir doch in einem der bekanntesten Kaffeeanbaugebieten Panamas. Wir hatten gestern Abend schon per Mail versucht eine Tour für heute morgen um 9:00 Uhr zu bekommen, aber leider gab es gestern keine Antwort mehr. Heute Morgen kam das Feedback, die Tour ist machbar, aber erst am Nachmittag – unsere Anfrage war ein bisserl zu kurzfristig. Ok, kein Problem. Also dann halt etwas später.

Die Zeit am Morgen nutzen wir für eine kleine Mopedrundfahrt in die Berge. Wir kommen an ein paar Kaffeeplantagen vorbei und fahren bis auf fast 2000 Meter zu einem Nationalpark. Leider fehlt uns die Zeit zum wandern, jedoch die Alternative auf zwei Rädern ist auch nicht schlecht.

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Am Nachmittag werden wir dann von einem Kleinbus am Hotel abgeholt. Im Bus sitzen schon zwei Tirolerinnen, die in Salzburg wohnen und gerade Panama erkunden. Amy unsere Fahrerin ist auch unser Guide.

Es geht zu der Kaffeeplantage 2 Jefes (2 Chefs), die ein Amerikaner vor einigen Jahren gekauft hat ohne zu wissen, was er mit der Plantage machen soll. Da ihm irgendwann langweilig geworden ist, hat er die Plantage wieder zum Leben erweckt und viele Dinge verbessert. Ausserdem verkauft er den Kaffee direkt nach USA und auch nach Deutschland. Amy macht mit uns einen Rundgang über die Plantage und zeigt uns die Kaffeebohnen in den verschiedenen Stadien.

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Danach geht es zum Rösthaus, wo es noch mehr Erklärungen gibt und wir am Ende selber Kaffee rösten dürfen.

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Die Roten Kirschen enthalten den Samen, den wir als Bohnen bezeichnen und schmecken recht süss. Nach dem Trocknen  kann man aus der Schale sogar Tee machen. Der heisst Cascara Tee und ist eigentlich ein Abfallprodukt. Mittlerweile ist aber recht hip und für viel Geld überall auf der Welt zu kaufen. Wir haben den auch probieren dürfen 🙂

Die Kirschen werden nach der Ernte zum Trocknen ausgelegt und nach einigen Wochen wird die Schale dann vom Samen getrennt werden. Die Samen werden dann sortiert und in Säcke abgefüllt und weiter in einem Trockenhaus gelagert. Erst nach einigen Monaten ist es dann soweit, das er versendet werden kann.

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Anschliessend wird er in einer Rösterei fertig geröstet und dieser Prozess bestimmt auch die Stärke des Kaffees. Auf der Plantage wird beides gemacht, der Samen als Rohprodukt versendet und auch selbst geröstet.

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Die Röstmaschine ist recht klein, aber in ca. 15 Minuten haben wir vier Kilo geröstet – das ist für das Maschinchen auch das Maximum. Zum Abschluss dürfen wir das fertige Produkt mit einem Bier begiessen :-))

Den Kaffee selbst bekommen wir als Souvenir geschenkt :-). Natürlich konnten wir zuvor auch den Kaffee testen, um die verschiedenen Geschmacksrichtungen zu riechen und zu schmecken.

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Tag 139 – Auf nach Panama

Der letzte Tag in Costa Rica verabschiedet uns wieder einmal mit Regen. Wir sind unterwegs zur Grenze nach Panama als uns der Regen kurz vor Paso Canoas einholt.

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An der Grenzstation von Costa Rica werden wir von einer deutschen Reisegruppe begrüsst. Die Gruppe macht eine 3wöchige Tour und ist mit Bus und Reiseführer unterwegs.

Die Ausreise gestaltet sich recht einfach, zum Glück sind wir wieder gut vorbereitet.
An dieser Stelle möchten wir auf die Webseite http://www.liferemotely.com/trip-shenanigans hinweisen 🙂 Hier haben wir für jeden Grenzübergang die richtigen Instruktionen bekommen … was wie wo wichtig und richtig ist. So auch in Costa Rica, wir bekommen alle Stempel und führen auch Berta wieder ordnungsgemäss aus.

An der Station von Panama geht es leider etwas länger. Wir müssen an einer Schlange hinter der Reisegruppe für die Passkontrolle und Personeneinreise anstehen.
Immer wieder drängen sich die Fahrer der LKWs aber auch andere Reisende an der Gruppe vorbei und wir kommen nicht wirklich voran. Am Ende stellt sich Ulli vorne hin und blockt die Drängler ab, während ich hinten den Platz in der Schlange halte.

So kommen wir voran und als wir dann endlich dran sind, werden wir nach einem Rückflugticket gefragt. Man darf nur nach Panama einreisen, wenn man belegen kann wie man auch wieder ausreist. Da wir auch hier vorbereitet sind :-), haben wir uns eine kostenlose Flugreservation bei einer Airline gebucht, die aussieht wie ein Flugticket und als Beleg ausreichend ist.

Jetzt muss nur noch Berta einreisen. Während die Reisegruppe Ihre Koffer aus dem Bus ausladen muss und zur Gepäckkontrolle antritt, warten wir am nächsten Schalter auf unsere Zolldokumente für das Moped. Ausserdem machen wir uns Gedanken, ob wir all unser Gepäck abladen müssen. Aber wir haben Glück nach einer halben Stunde sind die Papiere fertig und wir müssen nur eine kleine Tasche am Moped öffnen. Ein schneller Blick des Beamten und dann ein zustimmendes Nicken und wir sind durch. Zumindest fast. Es fehlt noch die Fumigation ( Desinfizieren des Mopeds), aber dann können wir wirklich fahren.

Unser Ziel heute heisst Boquete und liegt etwas östlich in den Bergen. Es gibt noch einen Stopp bei einem Schnellimbiss und dann ist es nicht mehr allzu weit bis in unser Hotel.

In Panama ist wieder der Dollar das übliche Währungsmittel nur die Münzen, die man als Rückgeld erhält sind einheimische Währung aber dem Dollar entsprechend. Am Abend laufen wir noch durch den Ort um nach etwas essbaren zu suchen und treffen auch die Reisegruppe von der Grenze wieder :-).

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Tag 138 – Mangroven und viel mehr

Obwohl wir in Palmar Norte übernachten, ist unser eigentliches Ziel Sierpe.

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Wir waren gestern schon kurz hier und wollten eine Mangroven Tour bei Kokopelli buchen, aber leider war niemand da. Also dann …  heute der zweite Versuch.

Leider schüttet es wie aus Kübeln, aber der Shop für die Tour ist geöffnet. Die Besitzerin ist eine Deutsche, die selbst allerdings nicht anwesend ist. Eigentlich kein Wunder bei dem Wetter. Das Mädel am Empfang ruft sie kurzerhand an und gibt mir das Telefon.

Claudia empfiehlt besser bis zum nächsten Tag zu warten, da bei dem vielen Regen nicht ganz soviel Tiere zu sehen sind. Sehr nett, dass sie uns nicht beschwätzen wollte, trotzdem buchen wir die Tour, wir sind ja nur heute hier und irgendein kleines Vieh wird sich ja wohl zeigen. Es geht auf ein kleines Boot mit einer wasserdichten Plane aus Deutschland als Dach. Wir haben einmal mehr eine Privat-Tour, da sich bei dem Wetter sonst niemand raus traut.

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Kaum losgefahren sehen wir schon die ersten verschiedenen Reiher. Unser Guide und Steuermann hat wirklich ein Adlerauge, immer wieder macht er langsam oder hält an und zeigt uns die verschiedensten Tiere. Wir fahren einen kleinen Fluss entlang der beidseitig von Mangroven gesäumt ist. Wir sehen Krokodile, einen Kaiman, Brüllaffen, Monos mit kleinen Babys (Affen), Aras, Geier, Eulen, Fledermäuse und sogar ein Faultier und zwei Schlangen, die an einem Baum hängen und jede Menge verschiedener bunter Vögel. Nicht zu vergessen, die vielen Leguane, die sich in den Bäumen und auf dem Boden tummeln.

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Auch der Regen hört so langsam auf und je trockener es wird, umso mehr Bewegung kommt in die Tierwelt. Die Geier spannen Ihre Flügel zum Trocknen aus, die Affen springen wild durch die Bäume und die Brüllaffen werden Ihrem Namen gerecht.

 

Soviel Wildlive hätten wir bei diesem Wetter wirklich nicht erwartet und freuen uns umso mehr, dass wir die Tour gemacht haben.

Auf dem Rückweg halten wir noch an einem Soda an. Sodas sind kleine Küchen mit ein paar Sitzplätzen und meist nur ganz wenig  Auswahl. Das hat aber den Vorteil, dass das Essen günstig und meist sehr lecker ist. „Unser Soda“ ist ein Ein-Frau-Betrieb, wo wir sehr freundlich bewirtet werden. Ihr kleiner Sohn ist ein grosser Fussballfan und steht auf Real Madrid, trotzdem freut er sich über den Bayern München Aufkleber, den wir ihm schenken.

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