Nicaragua

Tag 129 – Costa Rica

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Heute geht es nach Costa Rica. 250 Km liegen vor uns und ziemlich in der Mitte ist der Grenzübergang Penas Blancas.

Wir fahren wieder ganz brav und gesittet wegen der vielen Polizeikontrollen, da werden wir von drei grossen Motorrädern der Rockergruppe Los Bandidos überholt. Der letzte der drei fährt noch dazu eine KTM Adventure 1190 und grüsst uns auch gleich. Die vorderen zwei checken immer die Lage und geben Zeichen nach hinten, ob man überholen kann. Das ist natürlich sehr praktisch und vermeidet unliebsamen Polizeikontakt. Also hängen wir uns kurzentschlossen hinten dran und profitieren so von der Gruppe. Die Fahrt geht recht problemlos und so kommen wir auch gut bis zur Grenze. Die Rocker haben wir zwar unterwegs dann doch verloren, treffen sie aber an der Grenze wieder. Der Grenzübertritt ging eigentlich problemlos trotz der vielen, vielen Stationen und einer unglaublichen Menge an Stempeln pro Formular, die wir überwinden mussten. Zuerst Stempel vom Zoll, dann Polizei und wieder Zoll … und täglich grüsst das Murmeltier 🙂

Aber dank Ullis gutem Spanisch und den hilfsbereiten Grenzbeamten klappt alles gut. Auch hier gibt es natürlich wieder viele ‚Helfer‘, die wir abschütteln müssen. Scheints sind diese Herren aber auch bei den Grenzbeamten nicht besonders beliebt, sonst hätten wir nicht soviel Hilfe bekommen.

Auch für einen Smalltalk mit den Bandidos reicht es noch. Der KTM Fahrer war übrigens der Präsident der Gruppe in Costa Rica. Wir tauschen uns über die Vorzüge einer KTM Adventure aus und dann geht es weiter zur Migracion von Costa Rica. Hier gibt es gleich zwei Zollstationen, die wir suchen und besuchen müssen … und wieder werden einige Kopien benötigt. An der zweiten Zollstation müssen wir auch noch eine Versicherung kaufen und dann haben wir es geschafft. Kurz vor uns sind auch zwei Mädels fertig, die mit Ihrem Beetle Cabrio aus Kanada gekommen sind. Sie haben es mit einem Grenzhelfer gemacht, den Sie gerade entlöhnt haben, als wir ankommen. Wir zeigen uns kurz die hochgereckten Daumen und dann geht es weiter.

Zum Glück haben wir noch einen vollen Tank, den jetzt kommen erstmal etliche Kilometer ohne Tankstelle. Unterwegs sehen wir auch einige Windparks mit vielen Windräder.

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Wir fahren bis nach Liberia. Mittlerweile hat der nachmittäglich Regenguss begonnen … wir füttern erst Berta und dann uns an einem McDonalds mit bewaffnetem Parkeinweiser. Während der Sintflut ist auch bei MacDonalds ein trockenes und klimatisiertes Plätzchen attraktiv 🙂

Nachdem der Regen weniger geworden ist, machen wir uns an das letzte Stück bis zum Playa Brasilito. Wir haben ein kleines Hotel nicht weit vom Meer und freuen uns auf einen gemütlichen Abend gleich im Hotelrestaurant.

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Tag 128/129 – Lava und Granada

Die Beule am Bein ist mittlerweile etwas abgeschwollen, sodass wir uns auf einen ausgiebigen Rundgang durch Granada (nein, nicht Spanien 🙂 ) begeben können.

Erst besteigen wir einen Kirchturm, der einen tollen Blick über die Stadt bietet und zuletzt laufen wir bis an den Lago de Nicaragua.  Etwa einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

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Es gibt viele wunderschöne Bäume auf dem Weg, aber der See, obwohl riesengross, ist eher ernüchternd.

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Zumindest die Stelle an die wir gekommen sind. Es gibt ein verlassenes Hotel und viel Dreck. Etliche Tourguides wollen uns Ausflüge verkaufen, aber dafür fehlt uns die Motivation … zumindest auf eine organisierte Tour. Es gibt einige Inseln, die wirklich schön sein sollen, aber unser Ziel für heute ist eine kleine Stadterkundung.

So machen wir uns gestärkt mit einer frischen Kokusnuss wieder auf den Rückweg zum Hostel.

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Zuvor gibt es aber noch eine erstaunlich leckere Pizza bei einem Italiener und einen Besuch beim Postamt. Der weitere Tag ist mehr dem Thema Relaxen, Blog schreiben, Route suchen usw. gewidmet.

Am nächsten Tag steht etwas echt Heisses auf dem Programm. Der Vulkan Masaya in einem Naturschutzpark ist nicht weit und dort wollen wir hinfahren.

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Am Eingang der Parks zahlen wir 100 Cordobas / Nase für den Eintritt und fahren zuerst weiter bis zum Museum. Dort bekommt man Informationen über die Entstehung und allerlei Wissen über die Vulkane geliefert. Zum Krater selbst kann man mit dem eigenen Fahrzeug fahren, muss sich allerdings vorher in einer Liste eintragen. Wir dürfen nicht länger als fünf Minuten am Krater verbringen, da die Dämpfe schädlich sind.

Also geht es offroad weiter den Vulkan hoch bis zu einem Parkplatz direkt am Kraterrand.

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Wir gehen nur ein paar Meter und können direkt die brodelnde Lava im Schlund unter uns anschauen. Das war extrem eindrücklich und haben wir das so – vor allem so nah – noch nie vorher gesehen.

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Aus den 5 Minuten wird dann doch eine halbe Stunde, aber geschadet hat es uns wohl nicht. Es gibt zwei Wächter am Krater, die den ganzen Tag hier oben verbringen müssen.

Nachdem wir den Park verlassen haben, finden wir fürs Mittagessen einen Platz mit toller Aussicht. Danach wollen wir noch zum Baden an einen Kratersee, der quasi direkt auf dem Rückweg liegt. Der Weg dorthin geht über steile, aber meist gepflasterte Strassen bis an den See. Zum Ufer selbst kommen wir nur über ein Ressort, kostet zwar keinen Eintritt, aber man soll dafür etwas konsumieren … soweit so gut & durstig sind wir ja eh.

Das Ressort ist toll gelegen und gut ausgestattet. Der See ist sehr warm (wir vermuten durch die nahe Lavaaktivität) und sehr sehr angenehm zum Baden.

Als der nachmittägliche Regen einsetzt, machen wir uns nach dem ersten Guss auch auf den Rückweg. Leider finden wir nicht den gleichen Weg wie vorher (…. wär ja auch zu einfach und wir lieben doch die Abwechslung), sondern sind mal wieder komplett offroad unterwegs. Da es immer noch regnet wie aus Kübeln sind die Pfade entsprechend rutschig und voller tiefer Rinnen. Hier ein Sturz wäre nicht lustig, besonders auch weil wir nur in Regenmontur und nicht mit unserer normalen Mopedkleidung unterwegs sind. Aber trotz einiger Rutscher schaffen wir auch diese Herausforderung und kommen irgendwann wieder auf die normale Strasse zurück.

Die letzte Nacht in Granada wartet auf uns.

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Tag 127 – von Leon über Managua nach Granada

 

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Wieder geht es weiter. Trotz ausgiebiger Reinigung am Vortag, haben wir immer noch das Gefühl das der Lavasand in jedem Winkel hängt. Die heutige Etappe führt uns zuerst nach Managua und dann weiter nach Granada.

In Managua gibt es einen KTM Händler bei dem wir einen Benzinfilter für Berta kaufen wollen. Ich hatte den Händler schon angeschrieben und er hat mir bestätigt das er das entsprechende Teil vorrätig hat.

Die gesamte Strecke beträgt nur 143 km, sodass genügend Zeit für KTM verbleiben sollte und ich den Filter vielleicht auch gleich tauschen lasse. Die Adresse von KTM Nicaragua finden wir im Händlerverzeichnis und geben den entsprechenden Standort auch im Navi ein. Das GPS arbeitet diesmal ohne Probleme, nur den Laden finden wir nicht. Am diesem Wegpunkt ist alles nur nicht KTM … und Managua ist gross.

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Wir fahren zu einem Einkaufszentrum in der Nähe und fragen dort, aber niemand kennt KTM. In einem El Pollo comida rapida essen wir zu Mittag und haben zum Glück Wifi um noch einmal zu recherchieren.

Tatsächlich finden wir einen Facebook-Eintrag mit einer Adresse, aber gänzlich woanders.  Also auf ein neues, 8km quer durch die ganze Stadt. Wir geben das neue Ziel ein und nach einiger Suche kommen wir auch endlich an.

Der Laden hat einige Mopeds im Schaufenster, aber sieht sonst eher dürftig aus. Ein Mitarbeiter spricht Englisch und wir fragen nach dem Ersatzteil. Es beginnt eine längere Suche, aber leider ohne Erfolg. Der Mitarbeiter wusste sogar von unserem E-Mailverkehr dem Chef persönlich, nur das Teil gibt es nicht. Auch unseren den Hinweis, dass die Adresse auf der KTM Website falsch ist, ernten wir nur ein Schulterzucken.

Wenigstens ruft er bei KTM in Costa Rica an und sagt uns, dass dort ein Filter vorrätig ist. Die ganze Aktion hat uns mindestens 3 Stunden gekostet, aber zumindest war der Mitarbeiter bemüht und es war ihm doch etwas peinlich, das wir umsonst gekommen sind. Den Chef haben wir nie gesehen, er wusste wohl warum.

Wieder raus aus der Stadt und weiter Richtung Granada. Wir kommen zum Glück gut voran, da nicht sehr viel Verkehr ist. Wie überall in Centro America gibt es an den Kreuzungen in grösseren Städten viele Verkäufer von Snacks und Getränken, aber auch Dienstleister, die für kleines Geld die Scheiben der Fahrzeuge während der Rotphase putzen. Auch wir bleiben nicht verschont und bekommen unsere Verkleidungsscheibe gereinigt.

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In ganz Nicaragua gibt es ständig Polizeikontrollen. Die meisten Autofahrer halten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und niemand fährt hier über durchgezogene Linien.

Wir bekommen sogar immer wieder ein Lichthupen-Signal vom Gegenverkehr, das uns vor der nächsten Polizeikontrolle warnt. Entsprechend brav fahren wir und kommen ohne Zwischenfall und Strafzettel in Granada in unserem Hostel an.

Die Unterkunft ist zwar einfach, aber wir haben ein grosses Zimmer mit Ventilator (!) und es gibt einen sehr schönen Garten im Innenhof.

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Diesmal können wir nicht im Hostel parken sondern müssen Berta auf einem privaten Parkhof abstellen. Die Gebühr beträgt ungefähr einen Dollar pro Tag und alles sieht sehr ordentlich und sicher aus. Der Parkplatzvermieter kopiert sogar meinen Pass, damit er das Moped auch wieder an den Richtigen herausgibt.

Beim Abstellen rutsche ich noch von der Fussraste ab und schramme mir das Schienbein auf. Das tat echt höllisch weh (armer Held!) und wenig später habe ich eine grosse Beule am Bein. Im Hostel bekomme ich einen Coolpack zum kühlen und werde  von Ulli besonders gut versorgt.

Trotz schwerer Verletzung reicht es noch für einen Rundgang durch die Altstadt und einem Besuch beim Barbier.

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Tag 126 – Tanz auf dem Vulkan

Nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben, sind wir wieder voller Tatendrang.

Wir machen einen Rundgang durch Leon und finden auch ein schönes französisches Cafe mit leckeren Paninis und sehr gutem Cappuccino.

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Leon ist ein sehr schöner Ort mit einem grossen Markt und vielen schönen alten Bauten.

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In der Nähe von Leon gibt es einige Vulkane und der bekannteste davon ist der Cerro Negro (schwarzer Hügel) . Diesen haben wir als Ziel auserkoren. Da normales Besteigen langweilig ist, buchen wir eine Tour im Hostel mit besonderem Abschluss. Es gibt nämlich die Möglichkeit den Weg bergab mit einem Schlitten oder einem Snowboard zu machen. Genau das haben wir vor :-). Um 14:00 Uhr werden wir von zwei Tourguides mit einem Geländewagen abgeholt und fahren Richtung Cerro Negro.

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Nach einigen Kilometern verlassen wir die normale Strasse und fahren ‚unasphaltiert‘ weiter. War das Wetter in Leon noch warm und trocken, zieht jetzt der Himmel immer weiter zu.

Auf die Frage, ob es vielleicht regnen könnte, kommt ein zögerliches eventuell. 5 Minuten später fängt es auch schon an zu nieseln. Je näher wir unserem Ziel kommen umso stärker wird der Regen. Der Cerro Negro liegt in einem Naturschutzpark, wo wir einen Eintritt entrichten müssen. Da es mittlerweile schüttet wie aus Eimern, warten wir am Parkeingang eine Weile ab und hoffen auch Besserung. Daraus wird aber nichts, nur die Intensität lässt ein wenig nach. Noch länger Warten bringt nichts also geben wir das Signal zum Aufbruch. Im Jeep geht es weiter bis zum Fusse des Vulkans. Das schlechte Wetter hat zumindest den Vorteil das wir ziemlich alleine sind. Zusammen mit Gretchen machen wir uns an den Aufstieg.

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Ulli hat sich für die Schlittenvariante entschieden und ich für die Hardcore-Variante mit dem Snowboard. Wir bekommen beide einen Rucksack und dürfen unsere Lavasand-Gleitgeräte selber den Berg hoch schleppen. Der Regen wird wieder heftiger, aber Gretchen ist das nicht schlimm, man kann dann nur noch schneller fahren … na prima.

Der Aufstieg über die Lavasteine dauert ungefähr eine Stunde. Irgendwann hat sich auch Ullis Schlitten zu meinem Snowboard gesellt und ich trage brav beide Geräte nach oben. Am Gipfel gehen wir noch an den Krater aus dem es stetig heraus dampft. Der Vulkan ist noch immer aktiv, erst letzte Woche ist ein Teil davon abgebrochen.

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Allerdings sieht man keine heisse Lava sondern nur die Schlacke. Jetzt geht es an die Abfahrt.

Gretchen gibt Ulli Instruktionen wie der Schlitten, eigentlich nur ein Holzbrett mit Schnur, zu bedienen ist. Ausserdem bekommen wir beide einen Overall und Handschuhe. Ich bekomme ausserdem noch eine Taucherbrille, die aber ziemlich nutzlos ist.

Nachdem Ulli instruiert ist, bin ich dran. Da ich ja getönt habe, ich kann snowboarden, gibt es keine Instruktionen. Ich bekomme das Brett, tatsächlich ein altes Snowboard, an die Füsse gebunden. Der Abhang an den wir geführt wurden ist extrem steil und mit reinem schwarzen Lavasand bedeckt. Ich muss hier anmerken, das ich früher wirklich recht gut Snowboard gefahren bin, allerdings ist das schon einige Jahre her und zuletzt war ich immer nur auf Skiern unterwegs. Egal mit Todesverachtung stürze ich mich in Tiefe und liege auch schon gleich auf der Schnauze. Das ging früher irgendwie besser. Gretchen begleitet uns zu Fuss und macht auch einige Fotos. Ulli setzt sich auf den Schlitten und donnert wie ein Torpedo in die Tiefe … gelernt ist gelernt 🙂

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Ich quäle mich … Gretchen ruft mir noch hinterher, das ich nicht zu weit nach links soll. Das ignoriere ich geflissentlich, da es nach links wenigsten ein bisschen läuft. Allerdings kommen weiter links auch immer mehr grössere Steine.

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Also elegant auf dem Bauch herumgewälzt, um wieder in die andere Richtung zu kommen. Etliche Bruchlandungen später habe ich es dann auch geschafft. Direkt am Fuss des Hanges wartet schon unser Jeep und sammelt uns wieder ein. Die Taucherbrille wäre übrigens für die Schlittenfahrt gewesen um die Augen vom Sand freizuhalten. Egal wir haben es geschafft und es war richtig geil, auch wenn ich an der Eleganz noch etwas arbeiten muss.

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Werde wohl bei Gerald noch mal einen Snowboardkurs machen.

Zurück im Hostel hören wir das es in Leon den ganzen Nachmittag trocken war. Aber was solls, wir hatten auch trotz des Regens den grösseren Spass.