Belize / Guatemala

Tag 119 / 120 – Monterrico

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Am Morgen ist der Himmel endlich klar und wir können den See mit seinen drei Vulkanen in voller Pracht bewundern. Nach einem kleinen weiteren Rundgang packen wir unsere Berta und machen uns wieder auf den Weg.

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Garten in der Posada

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Heute soll es nach Monterrico gehen, einem guatemaltekischen Ferienort direkt am Pazifik. Das besondere an Monterrico sind die schwarzen Strände, die von Lavagestein geprägt sind. Aber bis dahin liegt noch eine aufregende Wegstrecke vor uns.

Nach sorgfältiger Planung haben wir uns für eine Strecke am See entlang entschieden, um noch ein wenig mehr vom Lago de Atitlan geniessen zu können. Die Route sollte eine nette Landstrasse sein, doch werden wir bald eines besseren belehrt. Von Panajachel starten wir nach Santa Catarina Palopo, was schon der erste Fehler war. Vor Santa Catarina müssen wir wegen einer Baustelle warten. Der Junge der den Verkehr kontrolliert, möchte wissen wo  wir herkommen und hinwollen.

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Auf unsere Antwort ’nach Monterrico‘ erklärt er sofort, dass das nicht hier ist. Si claro …  wissen wir, es sind es noch 190 Kilometer bis zum Ziel. Er sagt aber auch, das die Strasse von hier nicht viel weiter geht. Aber das wissen wir besser, haben wir doch die Route auf dem Navi geplant. Nach einiger Zeit räumt er ein, das es wohl doch einen Weg gäbe. Wir dürfen erstmal bis in den Ort fahren, da das Warten dort schöner ist und wir den Ort anschauen können.

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Im Dorf selbst bekommen wir noch einmal bestätigt, dass der Weg am See entlang eher beschwerlich ist. Aber was wissen schon die Einheimischen, wir haben doch eine ordentliche Routenplanung gemacht und ein wenig Gravel Road hat uns noch nie aufgehalten. Bald nach Santa Catarina hört der Asphalt auf und wir fahren auf einem Feldweg weiter. Der Weg führt am Seeufer entlang und schlängelt sich langsam nach oben. Die Aussicht ist toll und wir können noch einige schöne Bilder machen.

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Die Strasse ist leider weniger schön und es wird immer steiler. Zwei drei Autos, alles Geländewagen, sehen wir noch. Dann stossen wir sogar einen Lastwagen, der vor uns herfährt. Als dieser um eine Kurve biegt, warten wir noch einen Moment und schon kommt der LKW wieder zurückgerutscht. Beim zweiten oder dritten Anlauf schafft er es dann. Wir auch, aber die Strecke ist wirklich anspruchsvoll, sehr steil und voller Löcher. An zwei Stellen steigt Ulli sicherheitshalber ab und geht zu Fuss. Stehend auf dem voll beladenen Moped mit viel Gas schaffe ich es irgendwie.

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Mit einer leichten Enduro wäre es gut machbar, aber mit 300 Kilo Gewicht (ohne Beifahrer … die nebenbei ja nur eine Feder ist 😉 ) ist es eine echte Herausforderung. Anhalten wäre extrem unlustig. Am Ende haben wir es dann ohne Umfaller, aber mit viel Schweiss – gehend wie stehend – geschafft. Und irgendwann sind wir dann auch auf der netten Landstrasse, die wir eigentlich fahren wollten. Aber dazu hätten wir in Panajachel schon anders losfahren müssen.

Unser Problem war, dass auf der OSM Karte unsere Strecke nicht als Offroadstrecke dargestellt war. Egal … wir haben es geschafft und wahrscheinlich wird es trotz Planung nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir trotz guter Vorbereitung eine Hardcore-Strecke erwischen. Auf asphaltierten Strassen geht es dann problemlos bis Monterrico und seinen schwarzen Stränden.img_1154 dsc_0093

Unser Hotel ist ein paar Schritte vom Meer und hat aber leider nicht den versprochenen Meerblick. Der finnische Besitzer faselt etwas von Fehlern bei Booking.com, aber die Unterkunft ist mas o menos ok, wenn auch nicht so schön wie viele andere, die wir davor hatten.

Der Strand ist menschenleer und wird hauptsächlich von wilden Hunden bevölkert, die aber zum Glück friedlich bleiben, obwohl wir sie immer wieder vertreiben müssen.

Monterrico selbst ist eher verschlafen und nicht besonders sauber. Es ist Nebensaison und der Ort wird eher von Guatemalteken als vom internationalen Tourismus besucht. Uns gefällt es trotzdem und wir verbringen die letzten zwei Nächte in Guatemala hier.

Tags darauf erkunden wir den Ort und finden auch die Fähre, die uns am nächsten Morgen einige Kilometer Umweg zur Grenze nach El Salvador ersparen wird.

Tag 118 – Lago de Atitlan

Früh am Morgen verlassen wir unsere Posada, kreisen nochmals durch Antigua auf der Suche nach der Tankstelle und steuern dann Richtung Lago de Atitlan.

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Wieder einmal ignorieren wir die Hauptstrasse und wollen uns auf kleinen Offroadwegen durchschlagen. Julio hat uns den Tip für eine alternative Strecke gegeben. Die Strasse ist nicht asphaltiert, was wir ja wollten, aber leider auch nicht besonders schön.

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So schlagen wir uns durch die Landschaft und verfahren uns natürlich wieder einmal. Freude herrscht als wir wieder auf einer „guten“ Strasse sind, Aber unser Navi schickt uns wieder auf einen kleineren Weg zurück. Misstrauisch geworden studieren wir sämtliches Kartenmaterial, aber es hilft nichts wir müssen wieder durch die Pampa. Es geht steil in ein Dorf bergab, aber zum Glück ist der Weg zumindest gepflastert und der tägliche Regen hat auch noch nicht begonnen.

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Etwas später sind wir zur Abwechslung wieder auf einer nicht asphaltierten Strasse und kommen an einen Fluss, an dem leider die Brücke fehlt. Umdrehen geht nicht mehr und Ulli steigt ab und prüft mutig die Wassertiefe … es scheint machbar zu sein. Also alleine und im Stehmodus wage ich mich in die Fluten. Das Wasser war wirklich nicht zu tief und so packe ich die Durchfahrt ohne baden zu gehen. Ein Strassenarbeiter auf der anderen Seite zeigt mir den Daumen nach oben, er hatte wohl seine Zweifel ob Bertas Wattfähigkeiten.

Ulli überwindet die Strecke zu Fuss nachdem sie die Aktion gefilmt hatte.

Es folgt zwar eine asphaltierte Strasse, aber viel ist nicht mehr vom Belag übrig.  Eine Hang-Abrutsch folgt dem nächsten, aber irgendwie meistern wir auch diese Etappe. Die nächste Streckenwahl wird vorsichtiger sein.

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Am Ende kommen wir pünktlich 5 Minuten vor dem Regenguss des Tages und sicher in Panajachel an und haben wir superschönes Gasthaus, das Blue Mayan Museo.

Lago de Atitlan erinnert an einen Italienischen Bergsee und wir hätten Blick auf drei grosse Vulkane, wenn es nicht schon wieder wolkig und regnerisch wäre. Aber laut Reiseführer ist es eines der Highlights in Guatemala. Naja, dann vielleicht am nächsten Morgen.

Mit Regenjacken ausgerüstet erkunden wir das Seeufer und den Ort. Auch am Abend finden wir beim zweiten Anlauf ein nettes Restaurant mit Livemusik nebenan. Direkt neben an steht eine XT550 und auf gebrochenen Spanisch kann ich mich mit dem Besitzer über die Vorzüge einer XT unterhalten, habe ich doch selbst noch zwei XT500 zuhause.

 

Tag 116 / 117 – Antigua

Wir bleiben 3 Nächte in Antigua. Die Stadt ist eine sehr alte und schöne Kolonialstadt mit viel Kopfsteinpflaster. Per pedes erkunden wir von unserer Posada aus das Städtchen mit seinen wunderbaren Gebäuden und vielen Geschäften. Am Vormittag regnet es zum Glück nicht, sodass wir trockenen Fusses unseren Rundgang machen können.

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Am Nachmittag holt uns Julio mit seiner Freundin ab. Wir haben Julio über das Adventure Rider Forum kennengelernt und er hat uns die Adresse von KTM in Guatemala City gesendet und auch noch einen Kontakt in El Salvador gegeben, wo wir einen neuen Reifen kaufen wollen. Nach einem Espresso gehen wir noch in eine Creperie mit leckeren Crepes (wer hätte das gedacht ;-)) und gutem Bier. Julio kommt eigentlich aus Südtirol, so können wir den Abend auf Deutsch verbringen, denn auch seine Freundin hält hervorragend mit. Deutsche Schule in Guatemala sein Dank :-).

Am nächsten Tag, es ist Montag, wollen wir noch einmal zurück zum KTM Händler um unsere Schulden zu begleichen. Diesmal nehmen wir eine kleine Strasse durch die Berge um auf dem Weg zu KTM Hobitenango zu besuchen. Das ist eine Art Finca, die im Stil der Hobbits aus dem Buch Herr der Ringe errichtet wurde. An der Abzweigung ist jedoch nur der Parkplatz. Zu Hobitenango führt ein sehr steiler Feldweg, der weiter hinauf in die Berge führt.

Wir beschliessen, dass ich den Weg zuerst alleine mit Berta wagen werde, da wir nur bis zu einer Kurve schauen können. Zwei einheimische Mopedfahrer haben sich indes zu Fuss auf den Weg nach oben gemacht. Mit beherztem Griff am Gas mache ich mich an den Anstieg … Berta ist ja ein Adventurebike. Plötzlich biegt ein Pickup auf dem Weg nach unten um die Kurve. Weil der Weg viel zu eng ist, muss ich wohl oder übel an der steilen Passage halten. Der Pickup hält ebenfalls und wartet. Nachdem sich der Pickup nicht vom Fleck bewegt – er hatte auch nicht wirklich die Möglichkeit dazu – muss ich zwangsweise im Steilen umdrehen. Kaum versucht, liege ich auch schon auf der Seite. Einer der Mopedfahrer kommt mir gleich zu Hilfe und verliert dabei auch noch seinen Helm, der sofort den ganzen Abhang runterkugelt.

Zu zweit packen wir es Berta aufzurichten und ich mache mich wieder auf den Rückweg. Der Helm wurde auch unterwegs von einer Mayafrau aufgehalten, so das der Schaden begrenzt bleibt.

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Da es am Nachmittag wieder regnen soll, fahren wir zuerst zu KTM. Nach einem Kaffee, mittlerweile gibt es keinen Cappuccino mehr, den haben wir wohl beim letzten Besuch leergemacht, können wir die Rechnung bezahlen. Danach gibt es nochmal ein paar Fotos und dann fahren wir den gleichen Weg wie am Morgen zurück. Einen weiteren Versuch zu Hobitenango sparen wir uns aber, wir wollen jetzt zur Earth Lodge.

Die Earth Lodge ist ein Hostel mit kleinem Restaurant, dass direkt am Hang gelegen einen tollen Blick nach Antigua bietet. Berta wird an einem kleinen Privatparkplatz (wir sind ja lernfähig) abgestellt und wir laufen 300m steil bergab zur Lodge. Die Lage ist wirklich aussergewöhnlich schön und alles hat einen Ökotouch, was aber durchaus seinen Charme hat.

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Auch das Essen ist sehr lecker und kaum sitzen wir unter einem Dach fängt der versprochene Regen schon an … Reisen in der Regenzeit, man gewöhnt sich dran. Wieder das üblich Szenario, es schüttet wie aus Eimern. Da wir ein bequemes Plätzchen haben, sitzen wir das Wetter aus. Irgendwann hören die Eimer auf und es regnet nur noch leicht. Also machen wir uns auf den Rückweg, um wenigstens im Hellen nach Hause zu kommen. Das Parken kostet 10 Quetzal, knapp 80 Cent, und wird von den drei Kindern abkassiert. Ein Betrag den wir gerne zahlen.

schon wieder alles nass

Der Regen ist wieder stärker geworden und wir kommen wir ziemlich feucht, um nach zu sagen äusserlich klatschnass, aber bei Tageslicht in unserer Posada an.

Tag 115 – Nightrun

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Am Morgen machen wir einen Spaziergang zu einer nahegelegenen Mall. Ullis Schuhe, günstig in Las Vegas erworben, geben Ihren Geist auf. Daher brauchen wir Ersatz, leider sind die Durchschnitt-Mayas eher sehr klein und da hört die normale Damengrösse bei Schuhen auch schon bei Grösse 38 auf. Die Mall bietet aber amerikanischen Standard so kommen wir auch zu einem passenden Paar Schuhe.

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Da wir gerade schon in „USA“ sind, gehen wir noch ein Stockwerk weiter zu Northface und kaufen eine kleine Tasche um die Zahl der Gepäckstücke zu verringern. In die Neue passt der Inhalt unserer zwei Kleinen und auch Bertas Schlafsack rein.

So ausgestattet ziehen wir weiter zu KTM, es ist 12:00 und Berta müsste fertig sein.

Ist sie aber nicht.

Das Moped steht noch zerlegt in der Werkstatt und die Mechaniker mühen sich mit der Kette ab. Heute gibt es irgendwo ein Endurorennen und das einzige Werkzeug zum Kettevernieten befindet sich dort. Zumindest der Ölwechsel ist schon gemacht.
Wir gehen also zurück zum Hotel, essen noch bei McDonalds (das erste Mal auf der ganzen Reise) schnell was zu Mittag, checken aus und fahren mit Gepäck und Taxi zurück zu KTM.

Die Kette ist immer noch nicht fertig, das improvisierte Werkzeug funktioniert nicht so richtig. In der Zwischenzeit prüfen wir noch den Benzinfilter und reinigen den Luftfilter.
Einer der Jungs fährt schliesslich nach Hause und holt von dort das richtige Werkzeug und kurz vor 5 Uhr ist Berta schliesslich fertig.

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Wir diskutieren noch über die Rechnung, da man einen Service in Rechnung stellen wollte, den wir aber explizit nicht haben wollten. Am Ende einigen wir uns auf einen angemessenen Betrag, nur zahlen können wir nicht. Die Kassierin ist schon gegangen und es gibt niemanden mehr, der eine Kreditkartenzahlung machen kann. Geschäftsschluss ist auch schon um 14:00 Uhr gewesen, trotzdem hat man weitergemacht und uns nicht sitzenlassen.

Wir einigen uns, dass wir nach dem Wochenende wiederkommen, da es bis nach Antigua nur knapp eine Stunde ist.

Jetzt geht es hurtig raus aus der Stadt, so zumindest der Plan. Kaum losgefahren stehen wir schon in einem Mörderstau durch den wir aufgrund unserer Breite nicht durch schlupfen können.

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Wir versuchen zwei Umfahrungen und nehmen am Ende eine andere Route. Wie nicht anders zu erwarten, fängt es auch noch an zu regnen und langsam wird es dunkel. Die Strasse – immer noch in der Stadt – geht bis auf 2100 Meter hoch bis wir endlich auf ein Schild nach Antigua stossen. In Antigua ist es dann schon richtig dunkel, ausserdem gibt es nur Kopfsteinpflaster und es regnet immer noch.

Wir schaffen es trotzdem und haben zum Glück wieder eine sehr schöne Posada mit Innenhof und sicherem Parkplatz.

Tag 114 – Strasse der Unfälle

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Heute geht es endgültig nach Guatemala City. Nur noch 280 Kilometer trennen uns von einer neuen Kette und einem Holiday Inn mit Dach Swimmingpool.

Guatemala City ist sehr gefährlich. Man ließt von Überfällen auf offenen Strasse und Schießereien bei Verkehrsdelikten. Nachdem wir in Rio Dulce frisch getankt, fahren wir daher zeitig los, um auf gar keinen Fall in die Nacht zu kommen.

Die Strasse ist ok und hat nicht mehr Schlaglöcher wie üblich, aber auch nicht weniger. Nach 50 Kilometer kommen wir in den ersten Stau. Wir schlängeln uns durch und sehen auch viele Verkäufer, die den wartenden Fahrzeugen Getränke, Snacks und KrimsKrams anbieten. Als wir es bis vorne geschafft haben, sehen wir einen LKW der direkt quer vor einer Brücke liegt und alles blockiert.

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Wir und viele andere auf dem Zweirad können passieren, auch die in Guatemala allgegenwärtigen Triciclettas (fast wie ein TukTuk in Thailand) quetschen sich noch vorbei. Das war Glück, so wie der LKW liegt, wird es noch länger dauern bis die Strecke wieder frei sein wird. Auch der Stau auf der Gegenfahrbahn wächst ständig an. Kaum haben wir den einen hinter uns gelassen und geniessen die freie Strecke, kommen wir schon zum nächsten. Je näher wir der Unfallstelle kommen um so mehr Menschen sehen wir, bepackt mit Chicita Bananenschachteln.

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Schliesslich sehen wir auch warum. Diesmal hat es einen Bananenlaster umgeschmissen und alle bedienen sich an der Ladung. Leider haben wir keinen Platz für eine weitere Kiste.

Insgesamt sehen wir 5 schwere Unfälle mit umgestürzten LKW auf der ganzen Strecke.

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Später hören wir, dass es wohl die unfallträchtigste Strecke von ganz Guatemala ist.
An einer Baustelle in den Bergen machen wir noch einmal eine halbe Stunde Zwangspause bis die Strasse wieder passierbar wird. Kurz vor der Streckenfreigabe fühlen wir uns wie in Indien vor der Bahnschranke. Alle Zweiräder drängen nach vorne und beim Startschuss donnert alles gleichzeitig los. Trotzdem ist die Lage entspannt und nicht aggressiv. Ganz normaler Verkehr in Guatemala eben.

Am späten Nachmittag erreichen wir dann die Hauptstadt von Guatemala und fahren direkt zu KTM. Wir werden sehr freundlich empfangen und gleich auch fotografiert.

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Nach einem Kaffee stellen wir die Maschine im Gebäude ab und wir werden von einem Mechaniker in unser Hotel gefahren. Morgen so gegen 11:30 Uhr soll alles fertig sein. Die Gegend des Händlers wie auch unseres Hotels ist eine klassische Businessregion in der nur Menschen mit Geld verkehren und natürliche etliche Verkäufer von Souvenirs. So bekommen wir bestimmt 5mal Mayaflöten und anderen Krempel angeboten. Das Hotel ist schön und vor allem auch gut gelegen. Direkt nebenan gibt es ein Hardrock Cafe Guatemala in dem wir überraschend gut essen.

Tag 113 – Rio Dulce

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Bis nach Guatemala City sind es noch 550 Kilometer, das heisst wir brauchen einen Zwischenstop, um unsere Fahrt bei Tageslicht abwickeln zu können.

Also fahren wir nach Rio Dulce und übernachten in einer kleinen Posada mit sicherem Parkplatz. Die Fahrt geht durch schöne Landschaften und ohne grössere Zwischenfälle. Die Kette jammert laut, hält aber noch durch. Rio Dulce ist wieder fast am Meer gelegen und wir sehen einige Segelschiffe die vom Meer über einen Fluss bis zu dem Ort gekommen sind.

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Es gibt alle möglichen Geschäfte von Stihl Motorsägen über Dremel Werkzeuge bis Yacht Zubehör. Natürlich auch viele kleine Strassengeschäfte mit Kleidung, Raubkopien und was man sonst noch so braucht. Im kleinen Cafe Paris trinken wir Cappuccino. Das Essen in unserer Posada war nicht berauschend aber günstig und bequem.

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Tag 112 – Sonnenaufgang auf dem Mayatempel

3:20 Uhr .. der Wecker klingelt. Manche Ideen hören sich bei der Planung deutlich besser an als bei der Ausführung. Wer quälen uns aus dem Bett und gehen im Dunklen durch den Dschungel bis zur Rezeption.

Dort warten schon einige andere Gäste. die ebenfalls den Sonnenaufgang gebucht haben. Es stellt sich aber heraus, dass wir eine Privattour haben und sogar noch einen Kaffee trinken können bevor wir los marschieren. Am Zugang zu den Tempeln müssen wir noch eine Earlybird-Fee entrichten und dann geht es weiter durch die Dunkelheit. Nach einer Stunde Fussmarsch sind wir am Fusse einer Pyramide angelangt. Hier werden wir eine steile Holztreppe bis zur Spitze nach oben geschickt. Oben angekommen treffen wir Madeleine aus Australien, sie war mit uns in der gleichen Sprachschule in Mexico.

Immer noch ist die Sonne nicht aufgegangen und mit rund 30 anderen Earlybirds sitzen wir auf der Spitze der Pyramide und warten auf Amanacer. Alle sind sehr leise und fast schon andächtig, nur ich werde von Ulli gerügt, weil im Dauer-Foto-Feuer der Verschluss meiner Kamera so laut ist. Wir hören wie der Urwald erwacht und langsam erhebt sich die Sonne hinter dem Horizont.

Der Himmel ist klar, aber immer mehr Nebelschwaden steigen aus dem Dschungel empor. Die Stimmung ist einzigartig und entschädigt das frühe Aufstehen komplett, hier wäre uns wirklich etwas entgangen.

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Nachdem die Sonne aufgegangen ist, verlassen wir die Pyramide und werden von unserem Guide noch durch die gesamte Anlage geführt. Wir haben ja jetzt schon viele archäologische Stätten besucht, aber Tikal war bis jetzt die Beste und eindrücklichste auf dieser Reise. Einzig Angkor Wat in Kambodscha kann dies noch toppen.

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Das schönste ist, wir haben die Anlage immer noch komplett für uns alleine. Als wir gegen 9 Uhr morgens die Ausgrabungsstätte verlassen, kommen uns schon die ersten Normalbesucher entgegen. Im Hotel bekommen auch noch ein ordentliches Frühstück. Als wir das Tikal Inn in den immer noch – vom Regenguss des Vortags – nassen Sachen verlassen, ist es ca. 10:30 und wir haben den Tag noch vor uns.

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Die Route heute führt uns nach Flores einer kleinen Insel nicht weit von Tikal. Offensichtlich hat es einige Überschwemmungen gegeben, denn der Weg zum Hotel ist überflutet und wir müssen über den Bürgersteig einen trockenen Pfad suchen.

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Diesmal haben wir keinen Parkplatz im Innenbereich, sonder müssen Berta auf der Strasse vor dem Hotel stehen lassen. Allerdings ist Flores sehr sicher, überall gibt es Videoüberwachung und ausserdem haben wir unsere Hülle um das Moped in den Stealthmodus zu versetzen.

Das Appartment ist sehr geräumig und es gibt auch noch eine Dachterrase mit Ausblick auf den See. Auf erwähnter Terasse treffen wir ein Paar aus Chile und können uns sehr nett auf deutsch unterhalten. Ricardo Gevert ist der Chef der Deutschen Schule in Chile und vermittelt uns auch noch einen Kontakt in El Salvador, der uns bei der Passage von Panama nach Kolumbien hilfreich sein könnte.

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In den letzten Wochen hatten wir auch zunehmend Probleme mit unserer Kette. Was mit einem leichten Knacken anfing, hat sich mittlerweile zu einem nicht zu überhörenden Krachen entwickelt. Schon vor einiger Zeit hat mir jemand aus dem Adventure-Rider-Forum einen Kontakt nach Antigua vermittelt. Dieser wiederum hat mir die Adresse des KTM Händlers in Guatemala City für die Kette und einen Kontakt nach El Salvador für neue Reifen vermittelt. Mit dem KTM Händler hatte ich jetzt schon länger Kontakt und morgen wird es dann soweit sein,  Berta bekommt einen neuen Antrieb 🙂

Am Mittag in Flores gönnen wir uns einen Bananasplit und danach in einem Cafe, eine Pizza und einen frisch gemachten Smoothie … die Reihenfolge von Dessert und so wird ja bekanntlich überbewertet ;-). Wir treffen auf Hana, einem Mann in Frauenkleidern wie es scheint. Bei einer Zigarette erzählt er/sie die Lebensgeschichte. Hana ist ein Zwitter und lebte lange auf der Strasse und ist jetzt in diesem Cafe untergekommen wo er/sie wohnt und am Abend Musik macht. Alles ein wenig schräg aber der Typ war nett und schien ganz in Ordnung.

Tag 111 – Tikal

Heute geht es nach Tikal in Guatemala

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In einem Ort nicht mehr weit von der Grenze entfernt, werden wir mal wieder von einem Umzug aufgehalten :-). Am nächsten Tag ist Unabhängigkeitstag in Belize und die Schulen dürfen schon einen Tag vorher einen Umzug machen. Geduldig warten wir und schauen dem Umzug zu. Man kann deutlich sehen, dass alle mit viel Spass bei der Sache sind.

 

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Im gleichen Ort bekommen wir sogar noch eine Fahnderl von Belize und einen Aufkleber für unser Koffer. Irgendwie haben wir bis jetzt von jedem Land eine kleine Fahne und einen Aufkleber ergattert. Mal schauen und Däumchen drücken, ob wir das so beibehalten können.

An der Grenze angekommen durchlaufen wir die übliche Prozedur. Personen-Ausreise-Stempel und danach ab durch eine Hintertür quer durchs Gebäude zur Einreise nach Belize, wo die Ausreise der Fahrzeuge abgewickelt wird. Natürlich nicht ohne vorher die Ausreisegebühr bezahlt zu haben. Das kommt uns nicht nur in Spanisch spanisch vor … aber mei. Was macht man nicht alles, um das Moped offiziell wieder ab zu melden. Alles geht zügig ohne Probleme vonstatten und auch ohne der üblichen Propinas. Nachdem alle Dokumente und wir erledigt sind, können wir unsere übrigen Belize Dollars an einer kleinen Hütte vor dem Grenzgebäude in Quetzal umtauschen. Danach verlassen wir ganz offiziell wir das Land.

Belize wird uns bestimmt noch einmal wieder sehen. Das Land ist sehr schön und bietet viel mehr als gedacht.

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Weiter geht es zum Guatemala Grenzposten. Auch hier ist es recht einfach, zuerst kommt die obligatorische Fahrzeug Desinfektion und danach an die Grenzstation. Ulli wimmelt noch ein paar Helfer ab, die es wohl überall gibt, aber nicht wirklich gebraucht werden.

Ich parke Berta direkt vor der Grenzhalle um dann gleich von einem LKW eingeparkt zu werden. Wir bekommen die Personenstempel und Ulli organisiert die notwendigen Kopien. Ich passe derweil auf die Klamotten auf und habe gleich eine nette Unterhaltung über das überall beliebte Thema Fussball. Für das Moped gibt es auch wieder zwei Schalter. Einen zum Anmelden, danach bezahlen wir die Einreisegebühr für Berta. Mit der Quittung geht es dann zum zweiten Schalter, wo wir den finalen Stempel und einen Aufkleber für die Windschutzscheibe bekommen. Den Kleber können wir aber mit den Dokumenten versorgen.

Zurück am Moped hole ich noch zwei Bayern München Aufkleber, die ich in Deutschland besorgt hatte (Jupp Dein Tip war hier sehr hilfreich).

Ulli gibt sie den zwei Beamten, die sich sehr freuen sind und kommt stolz mit einer kleinen Guatemala Fahne zurück, die sie als Gegenleistung ausgehandelt hat.

Weiter geht es über eine Brücke, wo wir noch 10 Quetzals Brückengebühr bezahlen und schon sind wir in Guatemala.

Im nächsten Ort, finden wir einen Geldautomaten, der wider Erwarten problemlos funktioniert und können auch gleich volltanken. Sprit ist in Guatemala wieder günstiger als in Belize, aber obwohl hier wieder alles metrisch ist, wird in Gallonen gerechnet.

Unser Tagesziel heisst Tikal, eine der grössten Maya-Ausgrabungen überhaupt.

Wir haben ein Hotel mitten im Gelände des Nationalparks, aber auch mitten im Dschungel.

Am Naturschutzpark angekommen, müssen wir Eintritt bezahlen. Wir hören aber auch gleich, das wir noch eine Stunde warten sollen, damit der Eintritt auch noch am nächsten Tag gültig ist. Mittlerweile sind wir megafroh, die Spanisch-Lern-Pause in Tulum gemacht zu haben. Ausser spanisch würde nur noch Pantomime oder Zeichensprache helfen 🙂

Wir wollen die Wartezeit nicht auf den Stufen des Parkeingangs verbringen. Also fahren wir wieder einige Kilometer zurück und finden eine kleine Hütte in der wir Mittagessen. Wir sprechen gerade darüber, wie viel einfacher das Fahren mit weniger Gepäck geworden ist und auch das Abstellen auf dem Seitenständer geht viel problemloser. Kaum ausgesprochen fällt Berta wieder um, der moosige Untergrund war wohl doch zu weich.

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Nach den feinen Taccos con Chorizo geht’s zurück zum Parkeingang und wir dürfen passieren.

Auf den letzten Kilometer durch den Park bis zum Hotel erwischt uns dann noch ein heftiger Regenguss. Das war jetzt echt unnötig! Patschnass kommen wir im Hotel an und können Berta zum Glück unter einem Dach direkt vor der Rezeption abstellen.

Während ich abpacke, bringt Ulli das Gepäck mit einem Träger zur Unterkunft.

Es geht vorbei an vielen hübschen Hütten direkt am Hotel und dann auf einem schmalen Pfad durch den Dschungel. Als sie an einem Verschlag mit Moskitonetzen und Hängematten ankommen, ist der Schrecken erst einmal gross. Zum Glück ist das aber nur Relax Area für Gäste und wir haben ein Zimmer in einem Gebäude weiter hinten. Strom gibt es im Dschungel nur von 6 bis 10 Uhr abends, danach wird alles abgeschaltet.

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An der Rezeption können wir noch ein Package mit Abendessen und Führung durch die Mayatempel buchen. Die Tour ist al amanecer also eine Sonnenaufgangstour und geht um 3:50 am Morgen los.

Das nennt man Urlaub. Entsprechend früh gehen wir ins Zimmer und vor unserer Unterkunft treffen wir noch unseren Guide. Er bietet uns noch einen Rum mit Cola an und wir unterhalten uns über die Maya-Kultur. Der Rum bietet die richtige Bettschwere und wir  gehen sehr zeitig ins Bett.

 

Tag 110 – San Ignacio

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Nach unserem Luxusurlaub sind wir jetzt wieder zurück auf der Strasse.

Es geht nach San Ignacio einem Ort direkt vor der Grenze nach Guatemala. Die Fahrt – diesmal nur auf der Strasse – verläuft ohne Irrfahrten problemlos und fast ohne Zwischenfälle. Unterwegs werden wir von einer Polizeikontrolle angehalten. Aber alles geht recht easy und korrekt vonstatten. Der Polizist möchte die Versicherung sehen und prüft auch, ob wir noch innerhalb der Aufenthaltserlaubnis sind. Nachdem alles zu seiner Zufriedenheit ist, können wir auch schon wieder weiterfahren.

Kurz darauf sind wir beinahe am Ziel. Nur noch über eine Brücke und wir sind in San Ignacio. Nur gibt es die nicht mehr, aber zum Glück gibt es eine Umleitung über eine andere. Entsprechend gross sind die Staus im Ort. Zum Glück können wir diese Berta sei Dank einfach überholen. Wir sind auch nicht mehr weit von der Grenze zu Guatemala entfernt. Laut Google Maps, Navi und diversen anderen Quellen trennen uns nur noch 15 Fahrminuten von unserer nächsten Etappe in Zentralamerika :-).

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Wir spazieren noch ein bisschen im Ort herum und essen bei einem Inder hausgemachtes, authentisches Palak Paneer … wo wenn nicht in Mesoamerico 🙂  Die Leute sehen alle schon fast ein bisschen Jamaikanisch aus , bis auf den Inder natürlich. Sehr im Gegensatz zu Mexico und auch später Guatemala.