Mexico

Tag 104 – Richtung Grenze

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Die Tasche wurde immer noch nicht geholt, was den Vorteil hat das wir noch ein paar Teile mehr aussortieren und noch einpacken können. Als kleinen Schutz gegen Langfinger haben wir einen Kabelbinder um den Reisverschluss gemacht, den wir allerdings schon dreimal wieder aufmachen mussten.

Max unser Hotelier verspricht sich um die Tasche zu kümmern, so können wir endlich abfahren. Nach ca 30 Kilometer fragt Ulli, ob ich den die Tasche wieder verschlossen habe. Hmm …  denk nach … Mist, habe ich nicht, aber extra den neuen Kabelbinder auf die Tasche gelegt. Wir haben ja Telefon, deshalb halten wir an und versuchen im Hotel anzurufen, aber kein Erfolg. Wir sind in Nowhere und es gibt kein Netz. Schlussendlich fahren wir noch einmal zurück nach Tulum und sichern die Tasche selbst.

Kurz darauf sind wir wieder auf dem endgültigen Weg und fahren Richtung Chetumal, dem letzten Ort vor der Grenze nach Belize. Unterwegs machen wir Rast in einer Art Bäckerei mit Comedor. Kaum sitzen wir und haben bestellt, bricht draussen mal wieder ein Unwetter los und der Himmel öffnet alle Kanäle. Regenzeit halt. So heftig es immer regnet, so schnell hört es dann auch wieder auf. Die weitere Fahrt nach Chetumal verläuft ohne Zwischenfälle.

Wir sind früh genug angekommen, um uns in der Stadt etwas umsehen zu können. Auch hier ist schon alles für den Nationalfeiertag gerüstet, der in ein paar Tagen sein wird. Nachdem wir zuerst einen Kaffee am Meer getrunken haben, fragen wir uns bis zum Zentrum durch um dort noch ein bisschen durch die Läden zu bummeln. Am Rückweg zum Hotel landen wir dann bei einem Walmart statt beim Hotel, finden aber dafür bei der Weiterfahrt ein nettes Lokal direkt am Meer.

Tags darauf folgen wir auf der Suche nach einem Casa de Cambio den Instruktionen der Receptionistin und entdecken, dass die Irrfahrt gar nicht nötig gewesen wäre … das Zentrum war nur 100m vom Hotel entfernt.

Tag 103 – Trennung

Jetzt ist es soweit, wir haben beschlossen uns zu trennen. Heute ist auch der letzte Tag in unserer Schule und wir bekommen zum Abschluss sogar ein Diplom ausgehändigt.

Wir sind jetzt über 100 Tage zusammen gereist, aber irgendwann ist halt einfach Schluss. Nach einigen intensiven Überlegungen packen wir alles überflüssige oder vielmehr nicht mehr benötigte in unsere grosse orange Tasche und senden diese zurück in die Heimat. Ab jetzt geht es deutlich leichter weiter, ohne Küche, Zelt und diversen anderen Teilen. Die Tasche hätte am Montag geholt werden sollen, daraus wird dann aber ‚manana‘ und sie geht erst dienstags auf Reisen.

Am Abend montiere ich noch meine neuen Barkbuster ans Moped. Das sind so eine Art Regenstulpen, die dafür sorgen das die Hände trocken bleiben. Wir sind ja jetzt mitten in der Regenzeit und ein zusätzlicher Schutz ist gar nicht schlecht ist.

Tag 96 – 102 Besuch in Tulum

In der zweiten Woche in Tulum bekommen wir Besuch aus der Schweiz. Yvonne, eine Freundin von Ulli, verbringt Ihren Urlaub in Centralamerika und ist eine Woche in Tulum.

Sie ist in einem schönen All Inclusive Hotel untergebracht, da können wir natürlich nicht mithalten. Trotz all inclusive geht sie aber lieber mit uns zum Abendessen :-).

Die Schule hat auch noch mal zugelegt. Da einige Schüler am Wochenende abgereist sind, kommen wir jetzt in den Genuss von Einzelunterricht. Ob ich mir das alles merken kann? Ulli kann es offensichtlich und sprudelt nur so voll neuer spanischer Wörter.

Am Dienstag nachmittag besuchen wir die Cenote „dos Ojos“ – zwei Augen. Augen hat es zwar nicht dafür aber zwei Höhlen, die miteinander verbunden sind. Wir haben uns extra Taucherbrillen und Schnorchel besorgt damit wir die Unterwasserwelt auch richtig geniessen können.

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Es war ein toller Ausflug und wir drei erschnorcheln 2 Stunden lang auch den hinterletzten Winkel der Cenote. Es wäre noch toller, wenn ich nicht meine Badehose nach dem Umziehen vergessen hätte. Am nächsten Tag weiss leider niemand etwas von meiner Hose. Jetzt wird wohl der Mann der Klofrau die nächsten Jahre mit meiner Hose zum Baden gehen. Der Posten kommt in die Kategorie Wirtschaftssubvention und wir kaufen ein mexikanisches Modell inclusive Shirt, das meiner alten Short kaum nachsteht.

Donnerstag nehmen wir uns schulfrei und fahren zusammen mit Yvonne nach Coba und Ek Balam, wo es wieder viele Maya Tempel und Pyramiden zu besuchen gibt.

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Nein wir sind nicht, wie durchaus landestypisch zu dritt auf Berta gefahren, sondern haben uns dekadent ein Auto ausgeliehen.

Ek Balam ist eine kleine aber feine Ausgrabung, die erst seit 1997 öffentlich ist. Wir klettern auf einige Tempel – was man hier noch darf! – und erklimmen auch die Akropolis. Das ist der grösste Tempel in Yukatan von dem man auch die Tempel von Coba sehen kann. Bei der Affenhitze ist das mühsam, aber der Mühe wert 🙂 Wir schauen auch in die vermutlich richtige Richtung und können die Tempel die Tempel von Coba mühelos erkennen … oder zumindest das, was wir dafür halten.

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Zwischen Ek Balam und Coba liegt Valladolid. Wir machen dort wieder Halt und gönnen uns ein leckeres Mittagessen in einem sehr schönen Garten-Restaurant. Die anschliessende Stadtbesichtigung fällt leider wegen der hereinbrechenden Sintflut aus.

In Mexico schliessen alle Einrichtungen schon um 17 Uhr. Wir kommen in Coba daher eher spät an und marschieren im Eilschritt die zwei Kilometer zur höchsten Pyramide von Yukatan. Wir hätten auch ein Fahrradrikscha nehmen können. Aber so kann man als echter Abenteurer die lahmen Touristen belächeln, die sich bequem fahren lassen. Naja, vielleicht hätten wir ja doch …

Die Pyramide ist auch seeeeeehr hoch und richtig steil. Als wir ankommen, sehen wir etliche Leute, die auf dem Hinterteil nach unten kriechen und sich dabei an einem extra gespannten Seil festhalten. Wir gehen natürlich aufrecht im Mayamodus nach oben und haben als Lohn für den Aufstieg einen tollen Blick über den Dschungel. Aufrecht machen wir uns an den Abstieg, wobei jeder Schritt wirklich wohlbedacht sein muss. Ein Absturz aus dieser Höhe hätte bestimmt das Ende unserer Reise zur Folge. Aber da wir ja alle mehr oder weniger von einem Bergvolk abstammen meistern wir auch das ohne Zwischenfall.
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Auf dem Rückweg nach Tulum wollen wir noch in einem Cenote zum entspannen, doch die sind schon um 5 Uhr geschlossen. So bleibt als Abschluss nur ein kühler Drink in einer schattigen Taquerilla.

Freitag Abend steht der Abschied von Yvonne bevor. Wir treffen uns in einem Italiener zum Abschiedsessen.  Von denen hat es recht viel in Tulum, danach geht es noch in eine Bar mit Livemusik und leckeren Cocktails.

Tag 86 – 95 Tulum

Weiter geht es nach Tulum, das wie wir gelernt haben nicht mehr am Golf von Mexico liegt, sondern schon in der Karibik.

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Die Route führt uns über Valladolid, einem sehr hübschen Städtchen ähnlich wie Merida aber viel kleiner. Hier werden wir später noch zweimal zurückkommen. Von dort geht es dann weiter nach Tulum und nach etwas Suchen haben wir auch unser Hotel gefunden. Wir haben für 18 Nächte ein Apartment mit Küche, Klima und Pool gemietet. Um 17:00 Uhr haben wir noch eine Verabredung mit der Chefin der Sprachschule bei der wir uns anmelden wollen. Wie nicht ungewohnt, finden wir aber die Schule nicht, obwohl diese nur zwei Strassen von unserer Anlage entfernt ist … 🙂

Am Ende guided uns Max, der Chef des Hotels, zur Schule an der wir bestimmt 5 Mal vorbeigefahren sind. El Instituto ist in einem grossen Garten untergebracht und besteht aus gut beschatteten Tischgruppen, alles im Freien. Sieht sehr einfach, aber trotzdem nett aus. La maestra Sara ist auch äusserst nett und erklärt uns vorwiegend auf spanisch wie alles abläuft und was es noch an Zusatzprogramm gibt. Von ihr erfahren wir auch, dass am Montagmorgen um 8 Uhr unser Einstufungstest stattfindet und um 9 Uhr geht es dann los.

Das Wochenende verbringen wir äusserst entspannt. Endlich mal nicht alles einpacken und aufladen müssen, sondern nur an den Schrank gehen und rausholen was man so braucht. Vor allem wieder eine eigene Küche zu haben und einen grossen Kühlschrank sind echte Zeichen von Luxus. Wir erkunden das Meer und faulenzen die meiste Zeit.

Am Montag geht die Schule los. Der Test ergibt das Ulli schon deutlich weiter ist, wie nicht anders erwartet. Ulli ist in einer 2er und ich in einer 4er Gruppe. Am Stundenplan stehen 2 Stunden Grammatik gefolgt von einer Stunde Konversation. Das ist sehr intensiv und anstrengend aber bringt auch recht viel. Am Nachmittag verbringen wir noch meist 2 Stunden mit Lernen und Hausaufgaben. Der Unterricht ist komplett in Spanisch, nur zur Not wird auf Englisch zurückgegriffen.

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So vergehen die Tage. Wir lernen viel und nehmen auch noch an den Zusatzoptionen Kochen, Bingo und Salsa Tanzen teil. Besonders das Letzte war für ein Bewegungstalent wie ich es eines bin die grösste und schweisstreibendste Herausforderung.

Für das Wochenende wird eine Exkursion angeboten, die wir natürlich auch mitmachen wollen. Wie es sich herausstellt sind wir die einzigen Teilnehmer des Ausfluges, was den Tag noch sehr intensiv machen wird.

Um 7:00h werden erst wir von einem Taxi in der Schule abgeholt, danach fahren wir weiter zu Sara. So sind wir letztendlich zu viert, Senor Arturro der Taxifahrer (wahrscheinlich auch Saras Freund), Sara (die Schulleiterin), Ulli und ich. Der ganze Tag wird dann auch gnadenlos auf spanisch bestritten. Auch wenn wir noch nicht so gut sprechen, ist es doch erstaunlich, was wir schon alles verstehen können. Das lässt hoffen!

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Gestärkt mit einem Kaffee to go (Cafe para llevar) fahren wir nach Rio Lagartos am Golf von Mexico. Nach 2,5 Stunden kommen wir in einem kleinen Dorf, das am Rande eines Naturschutzgebietes liegt, an. Wir ziehen am WC in einem Restaurant unsere Badesachen an und dann geht’s ab in ein Motorboot

.Mit einem Affenzahn rasen wir durch enge Wasserstrassen bis ins Naturschutzgebiet. Wir halten immer wieder an und der Guide und gleichzeitig Steuermann zeigt uns kleine Krokodile und viele verschiedene Vögel. Am Ende kommen wir zu einer Kolonie mit Flamingos, die aussehen als würden sie auf dem Wasser laufen.

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Zum Glück habe ich meine Spiegelreflex im Auto gelassen und wir können uns völlig auf Ullis kleine Kamera konzentrieren :-). Wir fahren weiter und kommen an eine Stelle wo Salz gewonnen wird. Eigentlich war der Plan in der hochkonzentrierten Salzlake zu schwimmen, aber ein Wächter der auf einem Quad am Ufer angeschossen kommt, weiss dies zu verhindern.

Wir fahren noch ein Stückchen weiter mit unserem Boot, dann müssen wir wieder aussteigen. Diesmal dürfen wir unserem Guide im Matsch hinterher steigen. Der Matsch besteht aus Schlamm und einer Salzschicht darunter. Wir werden aufgefordert uns mit der Pampe einzureiben und etwas zögerlich (… Gerhard) gehorchen wir. Nachdem wir Beine und Bach eingeschmiert haben, wird auch noch der Rücken, das Gesicht und am Ende auch noch den ganzen Kopf mit der Pampe beschmiert. Zu guter Letzt bekommen wir auch noch ein paar Grässer als Krone aufgesetzt.

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So wird aus 2 Touris ein Maya-Krieger mit Prinzessin und wir dürfen in der Aufmachung wieder zurück ins Boot. Die Krone hält allerdings nicht lange, da Ulli ausrutscht und ich beim Rettungsversuch auch noch mit abstürze. Aber immer noch weitgehendst mit Schlamm bedeckt machen es auf die Rückfahrt. Die gleiche Packung könnte man auch in einem Hotel mit Spa für teuer Geld bekommen.

Auf der Rückfahrt kommen uns einige Boote mit Touri-Frischlingen entgegen, die uns voller Entsetzen anstarren. Jetzt ahnend was Ihnen auch noch blühen wird. Fast am Ausgangsort zurück halten wir noch mal an einem Wasserloch (Ojo de Agua) mit einem Süss-Salzwasser-Gemisch, wo wir uns wieder entschlammen können. Nachdem wir wieder im grossen un ganzen gereinigt sind und jetzt eine samtig weiche Haut haben wartet am Ausgangsort der Tour als Belohnung ein leckerer Fisch auf uns.

Nach dem Essen gehen wir in eine Cenote zum Schwimmen. Das ist eine natürliche Höhle mit Tropfsteinen und frischem und kristallklarem Süsswasser. Ganz Yukatan ist voll mit Cenoten, in denen man auch schnorcheln und sogar tauchen kann.

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Später machen wir noch Halt in Valladolid, dem Ort durch den wir bei unsere Anreise nach Tulum schon einmal gefahren sind.

Wir besichtigen eine Kirche und den Zocalo (Hauptplatz), wo wir Elote (Maiskolben mit Käse Creme und Chili) und ein Eis auf mexikanisch bekommen. Das Eis wird von einem Block abgeschabt und dann mit einem Sirup unserer Wahl getränkt. Sara hat uns versichert, dass dieses Eis sauber ist und wir uns keine Gedanken machen müssen. Wir haben auch noch gelernt, das alle Getränke mit runden Eiswürfeln mit einem Loch in der Mitte bedenkenlos sind, da das Eis aus einer Fabrik stammt in der gereinigtes Trinkwasser verwendet wird. Tatsächlich bleibt Montezumas Rache aus.

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Spät abends sind wir wieder zurück und hatten einen super Ausflug, der sowohl lehrreich aber vor allem auch sehr ereignisreich war. Am Abend sind wir froh wieder deutsch sprechen zu dürfen 🙂

Tag 84 – 85 Merida

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Heute sind es nur knapp 240 km bis nach Merida im Bundesstaat Yucatan.

Merida ist eine hübsche Stadt, doe zum grössten Teil von den Spaniern erbaut worden ist. Man sieht viele Häuser im Kolonialstil und natürlich auch viele Urlauber aus allen Herren Ländern. Unser Hotel hat einen riesigen Innenhof mit Pool. Obwohl es sehr heiss in Merida ist, bietet die Architektur ein sehr angenehmes Innenklima. Es gibt sehr viele Bilder von Frida Kahlo, die zwar in der Nähe von Mexico City gelebt hat, aber als eine Art Nationalheldin überall in Mexico präsent ist. Da das Hotel direkt im historischen Teil der Stadt gelegen ist, können wir von hier aus alles zu Fuss erkunden.

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Gleich am ersten Abend sehen wir eine Tanzfolklore direkt am Zocalo und werden auch vielfach auf ein Festival am nächsten Tag hingewiesen. Obwohl wir beide unsere Stoffhüte für Weltreisende tragen, werden wir ständig auf die ‚Panamahüte‘ angesprochen, die nur in Merida hergestellt werden. Offensichtlich macht man die Hüte in einer Höhle und daher haben sie eine Insekten abwehrende Eigenschaft, warum auch immer.

Nachdem wir oft genug angesprochen wurden, wagen wir uns in ein Geschäft, das diese speziellen Hüte anbietet. Der Verkäufer ist sehr freundlich und anfangs auch nicht aufdringlich. Er zeigt mir mehrere Hüte und erklärt, dass er auch in irgendeiner Form schon mit jemanden in Deutschland zusammengearbeitet hat. Der Hut ist zwar nicht schlecht, aber doch nicht so richtig passend für mich. Es ist auch kein richter Panamahut, denn diese werden in Ecuador hergestellt, sondern ein Jipi Japa. Auf die Frage nach dem Preis, erklärt er der Hut ist ein Schnäppchen und kostet nur 2800 Pesos, ca 168 Euro. Wie schon gesagt, hat der Hut nicht wirklich überzeugt, deshalb wollen wir auch nicht handeln, sondern sagen wir überlegen uns das Ganze noch einmal. Sofort werden wir gefragt ,was wir den bereit wären zu zahlen. Ulli probiert sich in Spanisch und erklärt, das ich eigentlich nicht mehr wie max 1’500 ausgeben wollte, aber es vor allem am Aussehen des Hutes auf meinem Kopf liegt. Der Verkäufer bleibt hartnäckig und bietet 1000 Pesos Nachlass an. Wir lehnen immer noch ab. Der Preis geht runter auf 1400, aber auch das verneinen wir. Als wir das Geschäft verlassen, bekommen wir noch ein verzweifeltes 1000 Pesos nachgerufen. Spätestens jetzt wissen wir, dass wir definitiv kein Geschäft mit ihm machen wollen. Wahrscheinlich hätten wir den Hut sogar für 700 kaufen können, aber im Nachhinein sind wir froh keinen gekauft zu haben.

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Am nächsten Tag erkunden wir weiter die Stadt und bei einer kleinen Pause in einem Cafe gibt es ein Riesen-Unwetter und gleich sind alle Strassen überschwemmt. Natürlich hatten unseren neuen Regenschirm aus Oaxaca auch nicht dabei …

Also sitzen wir den Regen aus. So heftig die Sintflut auch ist, es klärt meistens nach 20 Minuten wieder auf und wir können trocken weiter spazieren. Übrig bleiben tiefe Pfützen, die wir tunlichst umgehen.

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Am Abend gehen wir zu dem viel umworbenen Festival, das hauptsächlich für Touristen veranstaltet wird. Es gibt Tribünen auf einem kleinen Platz, auf denen es aber recht eng zugeht. Daher gehen wir in ein kleines Cafe nebendran und schauen bei einem Cocktail dem Spektakel zu. Die Musik ist schon sehr klassisch und auch die Tänzer reissen uns nicht vom Hocker. Dementsprechend hält es uns nicht allzu lange und wir sind froh zumindest bequem gesessen zu haben. Folklore in dieser Form ist halt doch nicht so das Richtige für unseren Gusto.

Tag 83 – Champotòn

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Das Meer rauscht und fünf Meter weiter vorne plätschern die Wellen. Endlich haben wir wieder Zeit und Musse um an unserem Blog weiter zu schreiben, sind wir doch schon in Belize.

Von Palenque und den Mayas geht es weiter, diesmal wirklich bis ans Meer. Unser Tagesziel heisst Champotòn im Bundesstaat Campeche. Die Fahrt ist nicht sehr aufregend und wir haben ein hübsches Hotel direkt am Meer. Pelikane segeln in Formation am Strand entlang und wir freuen uns weiteres Stück von Mexico gesehen zu haben.

Viel ist allerdings nicht in Champoton geboten, es gibt zwar einen Burger King in der Stadt aber wir ziehen das kleine Fischrestaurant namens Pelicanos vor. Am Meer muss man Fisch essen und dieser ist besonders lecker, wenn man direkt auf das Wasser schauen kann.

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Tag 82 – Palenque / Chiapas

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Zeitig verlassen wir Villahermosa und machen uns auf den Weg nach Palenque. Viele Kilometer haben wir heute zum Glück nicht vor uns, so das wir genügend Zeit für die Mayas haben werden.

Palenque ist eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten der Mayakultur und liegt mitten im Regenwald. Die Mayastadt wurde um 400 erbaut und war bis 800 eine der bedeutendsten Städte. Heute sind davon erst 5 Prozent freigelegt, das lässt aber schon erahnen wie gross alles gewesen sein muss.

Am Nachmittag geht es dann ab in den Dschungel. Vom Hotel sind es nochmal etwa 10 Kilometer bis zum Nationalpark. Kaum haben wir unser Moped abgestellt, werden wir schon von Fremdenführern umringt, die uns Ihre Dienste anbieten. Das Vorgehen ist immer das gleiche, schnell ein paar freundliche Worte um die Sprachkompetenz unter Beweis zu stellen und dann ein supergünstiges Angebot um Ihre Dienste zu verkaufen.

Uns ist das aber zu lästig, wir wimmeln sie alle ab und machen uns alleine auf Erkundung. Es hat etliche Tempel und Bauten so das wir schnell den Überblick verlieren. In einem Tempel lauschen wir einem älteren Fremdenführer, der einem Paar aus Russland die Anlage erklärt. Kurzentschlossen fragen wir, ob wir uns anschliessen können. Die Russen aus Seattle sind einverstanden und so kommen wir doch zu einer Führung. Victor, unser Führer erklärt stolz, das er schon Helmut Schmid durch die Anlage geführt hat und spricht sogar ein paar Worte deutsch.

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Seine Theorien über die Mayas sind ebenfalls interessant. Er zeigt uns etliche Reliefs die sehr ägyptisch aussehen und andere wiederum scheinen ihren Ursprung in China zu haben. Laut Victor sind die Mayas ein Mix aus verschiedenen Nationen, die lange vor den Spaniern Lateinamerika besucht und Teile Ihrer Kultur hinterlassen haben. Wer weiss, zumindest ist die Führung sehr interessant und abwechslungsreich.

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Am Ende haben wir unseren Guide sogar für uns ganz alleine, da die zwei Russen wieder zurück zu Ihrem Bus müssen, um wieder 5 Stunden zu Ihrem Urlaubsort in San Christobal zurück zu fahren. Wir sind froh, dass wir doch etwas anders Urlaub machen und unabhängiger die Welt erkunden können.

Nach 3 Stunden geht es wieder zurück in unsere Unterkunft. Natürlich nicht ohne das wir noch in einen kurzen Platzregen kommen. Aber so ist es nun mal im Regenwald. Am Abend schlendern wir noch in ein nettes Restaurant und geniessen den Rest des Tages bei einem Cocktail nach dem Essen.

 

 

Tag 81 – Villahermosa

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Am  Vorabend haben wir noch ein Cafe von der Italian Coffee Company entdeckt, wo wir zum Frühstück hingehen möchten. Mit europäischer Pünktlichkeit sind wir um Punkt 8:00h beim Coffee Shop. Doch leider haben wir nicht mit mexikanischer Zeit gerechnet. Das Personal ist zwar schon da, aber putzt den Laden anstatt uns ein Frühstück zu bereiten 🙁 . Nach etwas verhandeln gibt es wenigstens zwei Cappuccino to go aber nichts zu essen. 20 Minuten später ziehen wir zumindest mit einem leckeren Heissgetränk wieder ab.

Wir sind zwar nicht mehr weit vom Meer entfernt, aber doch noch nicht da. Unser Ziel führt uns heute nach Villahermosa der Hauptstadt des Bundesstaates Tabasco.

Bis dato dachte ich immer Tabasco ist nur eine scharfe Sosse. Wie auch immer so richtig scharf war Villahermosa nicht. Wir hatten ein nettes günstiges Hotel mitten im Zentrum und genug Zeit, um ein bisschen durch die Stadt zu schlendern. Ein Strassenstand wirbt mit deutscher Wurst, aber die verkneifen wir uns besser.

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Villahermosa war aber auch nur als ein Zwischenstop für unsere Fahrt nach Palenque geplant.

Tag 80 – Durch die wilden Berge

Es ist an der Zeit unseren Blog wieder weiter zuführen, wir haben uns etwas Pause in Tulum gegönnt und vor allem eine Sprachschule besucht. Doch dazu komme noch später.

Nachdem wir Oaxaca hinter uns gelassen hatten ging es endlich Richtung Meer. Hierfür haben wir den kürzesten aber nicht unbedingt einfachsten Weg ausgesucht. Unser Tagesziel heisst Cosamaloapan und liegt nicht mehr weit von der Küste entfernt. Die kürzeste Verbindung geht über die Berge und hat ca 280 Km.

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In Oaxaca waren wir auf ungefähr 2100 Metern Meereshöhe und unser Zielort liegt ziemlich auf Meeresniveau. Als wir losfahren ist unser Tank nur halbvoll deshalb wollen wir am Ortsausgang nochmal tanken. Aber wie es so ist, es hat viele Tankstellen und man glaubt es kommt immer noch eine und auf einmal gibt es dann gar keine mehr. Das Navi zeigt uns die nächste Tankstelle in ca. 60 km das sollte locker reichen. Die Strasse ist schmal und kurvig und stetig geht es bergan.

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Endlich kommen wir zu einer Ortschaft mit Tankstelle. Natürlich verpassen wir gleich die erste Abzweigung dorthin. Wir bleiben nach wie vor auf der Landstrasse, die sich am Ort vorbei schlängelt. Nach 2 km kommt die nächste Abfahrt zur Tankstelle, die laut Navi irgendwo im Ort sein muss. Ulli’s Bedenken dass der Weg steil und schmal ist ignoriere ich geflissentlich, glaube ich doch dem Navi mehr.

Leider ist die Strasse auf die wir abbiegen wirklich recht – um nicht zu sagen extrem – steil. Egal das schaffen wir schon … Zwei Kurven weiter wird es dann nochmal steiler und am Ende des Weges blockieren zwei Metallpfosten den Weg. Mist umdrehen geht auch nicht, bei der Schräge kippen wir garantiert um, vor allem mit unserem ganzen Gepäck. Die letzte Hoffnung irgendwie durch die Absperrung zu passen, erfüllt sich auch nicht. Wir halten auf gefühlten 40 Grad Steigung an und legen unser Moped erst mal elegant auf die Seite. Perfekt eine super Ausgangslage.

Ulli geht los um jemand zu suchen, der uns vielleicht helfen kann Berta wieder aufzurichten. Nach einem ersten erfolglosen Versuch aber in perfektem Spanisch „Hay un hombre?? muy fuerte??  rapido??? por ayuda …  nosotros moto grande problema“ findet sie einen jungen kräftigen Burschen, der mir hilft.

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Ulli konnte derweil zum Glück die Pfosten demontieren so das der Weg frei ist. Das Moped ist mit Hilfe des jungen Mexikaners wieder aufgerichtet, ich setze mich fix drauf und werfe den Motor schon mal an. Da beginne ich samt Moped und angezogenen Bremsen nach hinten bergab zu rutschen, wie gesagt es war so richtig steil. Ich gebe Gas und irgendwie bekommen die Stollenreifen wieder Grip und ich schiesse nach oben. Mann, das war echt knapp und ein zweites Ablegen hätte wohl auch noch Schaden angerichtet.

Auf unsere Frage, wo denn die verdammte Gasolinera ist, erfahren wir, dass sie auf der Hauptstrasse nur ein paar hundert Meter weiter vorne ist. Also war die ganze Aktion noch dazu völlig für nichts.

Voll getankt und nass geschwitzt geht es weiter. Irgendwann erreichen wir den höchsten Punkt der Route bei etwas über 3000 Metern. Nach einer kurzen Stärkung mit Mole Poblana con Pollo in einem kleinen Gasthaus geht es jetzt bergab. Was jetzt folgt ist unglaublich und gibt es in Europa wohl nirgendwo. Wir fahren eine sehr schöne Strasse in gutem Zustand und eine Kurve nach der anderen von 3000 bis auf 0 Meter in einem Rutsch durch. Wahnsinnig anstrengend aber extrem chido (cool).

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Unten angekommen sieht die Vegetation wieder komplett anders aus, kein Wunder, und wir haben wieder rund 38 Grad im Schatten.

Nicht mehr weit und wir sind in Cosamaloapan angekommen. Der Ort bietet nicht viel, aber es langt für ein paar Bier und ein günstiges Essen 🙂

Tag 79 – Monte Alban

Kultur ist angesagt, heute geht es zu den Zapoteken.

Wir schlagen uns durch das Strassengewirr und finden nach überschaubaren Irrfahrten den Monte Alban und besichtigen eine riesige Ausgrabungstätte mit vielen Tempeln.

Es gibt sogar 3rad Taxis

Die Zapoteken waren von 600 AD bis 800 PD am Monte Alban ansässig. Sie waren das erste Volk in Mittelamerika, die einen funktionierenden Staat mit Regierung errichtet haben. Die Priester als oberste Klasse lebten auf dem Monte Alban und beherrschten die Gegend fast vierzehnhundert Jahre. Warum um 800 n. Chr. der Staat zusammenbrach, ist bis heute unbekannt. Nach drei Stunden Kultur geht es dann wieder zurück ins heute, um uns für die nächsten Tage vorzubereiten.

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Sahen so die Zapoteken aus?
Sahen so die Zapoteken aus?

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Was wir bis jetzt noch nicht erwähnt hatten, sind die vielen Schmetterlinge die es in Mexico gibt. Jeden Tag sehen wir in allen Gegenden und Höhen hunderte von Mariposas in allen Farben.

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