Texas

Tag 71- Wo sind die Papiere?

Der letzte Tag in San Antonio. Wir treffen noch einige Vorbereitungen für die Einreise in Mexico und haben auch noch ein paar Besorgungen zu erledigen. Zurück im Hotel wundere ich mich aber, wo meine Fahrzeugpapiere incl. Führerschein und Personalausweis sind.

Kurz bevor wir losgefahren sind, hatte ich sie noch in der Hand um eine Versicherung für Mexico abzuschliessen, die man bei der Einreise vorweisen muss. Eigentlich sind die Papiere immer in meiner Hose, wenn wir irgendwo hingehen. Diesmal hatte ich sie wohl im Hotelzimmer vergessen. Also durchsuchen wir das ganze Zimmer inkl. Taschen … aber leider erfolglos. So ein Mist und das ein Tag bevor wir über die Grenze wollen.

Was tun? Viele Möglichkeiten bleiben nicht, also fahren wir die Strecke zurück, die wir vorher gefahren sind und versuchen im dichten Verkehr unsere Fahrzeugpapiere auf der Strasse zu finden. Im ersten Geschäft in dem wir waren, frage ich nach aber dort wurde nichts gefunden. Die nächste Station ist ein Deli in dem wir zum Lunch waren.

Tatsächlich! Das Mädel an der Kasse geht zum Manager und von weitem kann ich schon die kleine Mappe mit den Dokumenten in Ihrer Hand sehen als sie zurückkommt. Mehrere Felsbrocken fallen mir vom Herzen. Wir haben zwar Kopien von allem aber trotzdem wären wir wohl kaum ohne enormen Aufwand über die Grenze gekommen.

Als wir im Hotel zurück sind, haben wir Besuch von Bob Lindner, einem Mopedfahrer aus San Antonio. Bob habe ich im Adventure Rider Forum kennengelernt und er versorgt uns noch mit wertvollen Tips für Mexiko. Er rät uns auch eine Hülle für das Moped zu kaufen, um den Schutz vor Diebstahl zu erhöhen. Thanks a lot Bob for your valuable hints.

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Tag 67 – Amtrak

 

Unerbittlich klingelt der Wecker heute um 4:00 morgens. Frühstücken, den Rest zusammenpacken, Uber rufen und zum Bahnhof fahren braucht seine Zeit.
Ausserdem wollen wir nicht zu spät kommen, damit der Zug nicht ohne uns wegfährt.

Mitteleuropäisch pünktlich sind wir dann auch um 5:30 am Bahnhof und sind auch nicht die ersten. Allerdings sind wir auch nicht die ersten, die erfahren, das der Zug Verspätung hat. Aus 6:25 wird dann laut Auskunft 7:00 und in Realität 7:30. Leider hält die Realität nur 200 Meter, denn dann steht der Zug wieder. Wir hören irgendetwas von Security Check und am Ende ist es fast 9:00 bis die Reise endlich losgeht.

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Die Züge sind geräumig, die Sitze bequem und man kann sie grosszügig nach hinten umlegen. Der Durchschnittszugfahrer ist entweder Dunkelhäutig oder Mexikaner.
Aber bis auf die Verspätung ist die Fahrt recht angenehm. Allerdings wurden aus den geplanten 15 Stunden nun 17 Stunden, vielleicht geht’s retour doch mit dem Flugi.

In New Orleans angekommen, geht es gleich ins Hotel mitten im French Quarter.
Morgen beginnt die Stadterkundung

 

Tag 63 – San Angelo

Es geht wieder weiter und wir schaffen es früh das Motel zu verlassen. 420 km fasst nur gerade aus ist eine rechte Herausforderung. Vor allem bei der Hitze.

 

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Mittlerweile haben uns eine Hörbuch besorgt und können uns damit beim Fahren etwas die Langeweile vertreiben. In einem kleinen Ort halten wir zum Essen an und zwei alte Damen begrüssen uns  mit einem freundlichen „ Welcome to Texas“.

In San Angelo machen wir dann endgültig Stopp. Im Tripadvisor finden wir noch einen guten Tip für ein kleines einfaches mexikanisches Restaurant und lassen den Tag ausklingen.

Tag 66 – San Antonio II

 

Heute stehe ich um 4:30 morgens auf. Ich will testen, ob Uber auch zu solchen Zeiten verfügbar ist. Zum Glück geht der Test nicht lange und ich kann gleich weiterschlafen.
Wir haben für die nächsten Tage einen Ausflug nach New Orleans geplant. Dafür wollen wir mit dem Zug fahren und Berta nebst Gepäck im Motel lassen.
Leider ist die Abfahrt 6:25 und das heisst wir müssen elendig früh aufstehen um rechtzeitig zur Station zu kommen.

Um am Morgen wenig Aufwand zu haben packen wir alle Sachen die hierbleiben und geben Sie im Hotel zur Aufbewahrung. Der Portier zuckt etwas zusammen als er die Menge sieht, die sich auf dem Gepäckwagen türmt, sagt aber etwas von irgendwie kriegen wir das schon hin.

Tag 65 – San Antonio

 

Herrlich mal wieder ausschlafen zu können, wir bleiben nämlich etwas in der Stadt. So verpassen wir fast das Frühstück, das auch recht reichhaltig ist.

Vor allem ist es auch angenehm mal wieder alles zu sortieren und einfach zu faulenzen.
Am Nachmittag fahren wir nach Downtown zum Riverwalk der sehr schön sein soll. Allerdings ist es so heiss, dass wir das kurzentschlossen sein lassen und uns lieber ein kleines Cafe suchen. Parken ist gar nicht so einfach, es ist fast überall verboten. Kein Problem für uns, mit Leichtigkeit überwindet Berta den hohen Bordstein und schon steht sie schön im Schatten auf dem Bürgersteig.

Als wir vom Cafe zurückkommen steht schon eine Polizist am Moped. Er unterhält sich mit einem Passanten über unsere Dicke. Wir kommen dazu und sagen nett Hallo J Das Gespräch ging um unseren Elchaufkleber am Motorrad. Der Cop bezweifelt, das ein Moose eine grosse Überlebenschance in Texas hätte. Er fragt auch, wo wir herkommen und ist „natürlich“ beeindruckt als er von unserer Tour erfährt. Auf die Frage, ob es denn ok sei hier zu parken erfahren wir, das es verboten ist und 200$ kostet. Aber er bezweifelt, dass ein Ticket es bis nach Deutschland schaffen würde, also lässt er es J. Ich wäre froh, wenn die Polizisten bei uns zuhause so relaxed wären.

Am Abend geht es in die Cheesecake Factory … wir machen ganz auf Big Bang Theorie. Unser Kellner sieht zwar aus wie James Belushi und nicht wie Penny 😉 Aber wir haben wieder mal eine sehr leckeres und kalorienbewusstes Abendessen. Den Cheesecake lassen wir allerdings weg.

Tag 64 – Fredericksburg

 

Weiter geht es Richtung San Antonio, einer der grössten Städte in den USA.

Am Abend vorher gibt uns ein Mädel bei Starbucks den Tip in Fredericksburg zu halten, weil es dort eine deutsche Kolonie gibt.

Zum Glück haben wir heute nur 350 km Strecke vor uns. Die Fahrt ist ähnlich wie am Vortag. Es stimmt einfach „Texas is flat like a Pancake“. Somit ist die geradeaus Fahrerei nicht unbedingt des Motorradabenteuerer’s Traum.

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80 km vor San Antonio kommen wir dann nach Fredricksburg. Es gibt eine Deutsche Bäckerei, Lokale heissen ‚Der alte Fritz’ oder ‚Unter dem Lindenbaum’. Ausserdem sehen wir einige Biergärten.

Deutsches Brot hört sich immer gut an, also gehen wir in die Deutsche Bäckerei. Die Bedienung spricht kein Deutsch, erklärt aber, dass der Besitzer aus Berlin ist. Auch das Brot ist eher amerikanisch denn deutsch, aber sie schenkt uns noch zwei Zimtschnecken und das macht es wieder gut.

Nicht weit davon gehen wir in einen Biergarten mit Livemusik unter einem grossen Lindenbaum. Wahrscheinlich die einzige Linde in ganz Texas. Es gibt zwar kein alkohol-freies Weizen und unsere Bestellung auf Deutsch wird auch nicht verstanden, aber das macht nichts J. Die Lokation macht es wieder wett. Wir essen ein Schnitzel mit Sauerkraut, Rotkraut und Kartoffelsalat, typisch deutsch im Auge des Amerikaners.

Aber es hat Spass gemacht und die Musik war auch gut! Frisch gestärkt fahren wir nach San Antonio weiter.

Im Motel angekommen hören wir, dass unser Zimmer erst ab dem nächsten Tag gebucht ist. Zum Glück ist aber auch noch heute etwas frei und wir müssen uns nicht noch auf die Suche machen.
Das Motel hat einen Pool und es gibt sogar kostenloses Bier zum Abendessen, dass auch im Preis enthalten ist. Was will man mehr.