Canada

Tag 21- Prince Rupert

Heute ist ein Ruhetag geplant. Wir sind jetzt 3 Wochen unterwegs und haben schon über 5500 Kilometer gemacht.

Unser Motel hat einen guten Internetanschluss und unser Zimmer ist mit einer kleinen Küche ausgestattet. Schräg gegenüber gibt es sogar einen Supermarkt, für den wir noch eine Kundenkarte aus unserem letzten Kanada Urlaub haben.

Nachdem ich jetzt 3 Wochen jedem Rasierapparat aus dem Weg gegangen bin, muss der Bart mal wieder ab. Ulli bemängelt, dass ich mittlerweile 10 Jahre älter aussehe. Dabei wollte ich doch einen auf „Mann in den Bergen“ machen. Ein Frisör findet sich schnell und ich lasse mir eine rundum Renovierung gefallen. Ihr müsst selber urteilen was besser aussieht 😉

Während ich beim Friseur bin, wäscht Ulli unsere Wäsche in einer Laundry. Auch das Moped hat optisch etwas gelitten und ist von einer dicken Dreckschicht bedeckt. Ein Hochdruckreiniger neben dem Hotel für nur einen Dollar, bietet auch hier Abhilfe. Ulli findet auch noch ein Nagelstudio und kann sich ebenfalls wieder auf hübschen lassen.

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Am nächsten Morgen müssen wir sehr früh zur Fähre, 5:30 Uhr steht auf dem Plan.
Zum Glück können wir unsere Boardingpässe schon heute bekommen, sodass wir erst um 6 Uhr am Hafen sein müssen.

An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank für Eure zahlreichen Kommentare, wir freuen uns immer wieder was aus der Heimat zu hören. Natürlich sind wir auch neugierig, wer unseren Blog verfolgt. Tragt Euch doch auf unserer Webseite ein. Dann bekommt Ihr immer Nachricht, wenn es wieder einen Update gibt.

Tag 20 – New Aiyansh

Am nächsten Morgen gibt es noch ein sehr leckeres Frühstück und ein paar gute Tips für die Fahrt nach Prince Rupert. Leider haben die Beiden noch keine Website sonst hätten wir hier gerne einen Link für Ihre Unterkunft gezeigt.

Eigentlich wollten wir an der Meziadin Junction komplett auf dem Highway 37 Richtung Prince Rupert fahren. Martin empfiehlt aber eine Abkürzung über New Aiyansh einem weiteren Indianerreservat.

Wir finden die Abzweigung vom Highway sofort und kommen mal wieder auf eine Schotterstrasse. Am Anfang ist die Strasse sehr nass und rutschig, aber mit verminderter Geschwindigkeit noch ganz gut fahrbar. Nach einigen Kilometer häufen sich allerdings die Schlaglöcher, sodass die Fahrt vor allem für Ulli zu einer schmerzhaften Angelegenheit wird. Ich fahre im Stehen und gebe immer wenn ein Schlagloch kommt Ulli ein kurzes ‚Achtung’ über unser Helmkommunikationssystem.

Irgendwann muss ich damit aufhören, da es nur noch Löcher in der Strasse hat. Zu langsam darf man auch nicht fahren, also geht es mit einigem Speed durch die Buckelpiste. Immerhin bewegen wir inklusive unserem Gepäck und uns Beiden doch rund 500 kg, aber unsere dicke Berta schafft die Strecke anstandslos. Das gibt wohl einen kleinen Vorgeschmack auf die Strassen in Südamerika. 30 km weiter haben wir es geschafft und finden uns wieder auf einer schön asphaltierten Strasse.

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Wir biegen nach New Aiyansh ab, einem Indianerdorf mit chinesischem Restaurant und Tankstelle. Das nennt man Integration. Nach einem kleinen China Lunch fahren wir weiter. Wir kommen an riesigen Lavafeldern vorbei. Der Tseax Vulkan explodierte vor 250 Jahren und prägte die gesamte Landschaft. Damals kamen ca. 2000 Menschen bei dem Ausbruch ums Leben.

LavaLava im Tseax Valley (Bild gefunden bei Google)

Es liegen noch einige Kilometer vor uns, insgesamt 450 km geht die Etappe nach Prince Rupert. Zum Glück haben wir die nächste Unterkunft vorreserviert, so dass eine lange Suche nach einem Bett ausfällt.

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Tag 19 – House Austria

Weiter geht es Richtung Süden. Wir wollen heute nochmal kurz nach Alaska in den Ort Hyder. Es geht 230 km bei Regen, nach längerer Zeit mal wieder, den Highway 37 runter Richtung Süden bis zur Meziadin Junction. Die Fahrt bietet nichts aussergewöhnliches, ausser vielen Mosquitos bei jedem Stop. Nichtsdestotrotz ist die Strasse schmal und hat viele Kurven und bietet daher aus Motorradfahrersicht deutlich mehr als ein grosser breiter Highway, der nur geradeaus geht.

An der Junction biegen wir wieder vom eigentlichen Weg ab und fahren Richtung Hyder – wieder einmal nach Alaska. Es geht einen kleinen Pass hoch und wir sehen einige Gletscher in den Bergen deren Eis bläulich schimmert. Trotz leichten Regens bleibt die Sicht gut, so dass wir einige Bilder machen können.

Nach 65 km kommen wir nach Stewart, immer noch Canada, einer Hafenstadt an einem Fjord mit 400 Einwohnern. Schon in der Einfahrt des Ortes fällt uns ein kleines Bed und Breakfast mit Namen House Austria auf. Am Ende des Städtchens kommt auch schon die Grenze zur USA nach Hyder. Der Grenzübergang ist zumindest auf amerikanischer Seite unbesetzt, so dass wir ohne Kontrolle passieren können.

Hyder ist bekannt für die vielen Bären, die sich hier während der Lachssaison hervorragend beobachten lassen. Leider sind wir noch einen Monat zu früh und weder Bären noch Lachse sind zu sehen. Wir könnten noch 30 km auf Schotter zum Salmon Glacier fahren, aber diesmal sparen wir uns einen weiteren Abstecher.

Da es keine Bären gibt fahren wir zurück nach Stewart. Diesmal müssen wir an der Grenze beim kanadischen Zoll unsere Ausweise zeigen. Wieder kommt die Frage nach Feuerwaffen oder Bärenspray. Das Spray verschweigen wir und schon sind wir wieder in Canada. Auf der Suche nach einer Unterkunft fragen wir im House Austria nach und bekommen auch gleich ein schönes Zimmer für nur 60 Dollar angeboten. Die Besitzer Martin und Angelika Pichler aus Salzburg wohnen seit zwei Jahren fest in Canada und haben das Haus liebevoll umgebaut und ausgestattet. Wir sind sogar die ersten Österreicher (Ulli 100% und ich ja immerhin auch ein Halber), die bei Ihnen im B&B zu Gast sind.

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Tag 19 – Telegraph Creek

Von Dease Lake geht es zu unserem nächsten Etappenziel weiter Richtung Süden.
Bevor wir jedoch diese Richtung einschlagen, fahren wir erst einmal nach Telegraph Creek. Der Weg dorthin ist eine Sackgasse und besteht auch nur aus Schotterstrassen. Am Ende soll es aber sehr schöne Canyons in einem Indianerreservat geben. Also nehmen wir diesen kleinen Abstecher noch mit, es sind ja nur 107 km bis nach dorthin. Das Gepäck lassen wir im Motel – bis auf unser Werkzeug.

Die ersten 70 km sind eine langweilige Schotterstrasse durch den Wald. Die einzige Aufregung besteht darin, dass man nicht weiss, ob nicht ein wilder Indianer in seinem Truck um die Kurve geschossen kommt und uns von der Strasse fegt. Es kommen aber zum Glück nur 1 bis zwei Brave, die langsam genug fahren um einer Kollision auszuweichen. Nach 70 km öffnet sich der Wald und wir kommen an den Stikine River. Gleich an der ersten Brücke sehen wir einen Weisskopfadler, der von einer hohen Tanne das Tal inspiziert.

Schilder warnen vor den steilen Steigungen und Abfahrten mit bis zu 20 % Gefälle.
Mit einem Adventurebike ist das trotz Schotter aber keine Herausforderung. Jetzt sehen wir auch die Stikine Canyons, die durch den Fluss gebildet wurden. Die Aussicht ist awesome, wie hier jeder sagt, und wir sind froh nicht unterwegs umgedreht zu haben, was wir kurz überlegt hatten.

Zum Teil fahren wir an steilen Abhängen links und rechts der Strasse wie auf einem Grad. Es geht mehrfach steil hoch und wieder hinunter bis wir schliesslich in Telegraph Creek ankommen. Wider Erwarten gibt es sogar eine Art Dorfgemeinschaftshaus, in dem man etwas zu essen bekommt und sogar ein Zimmer mieten könnte. Drinnen sieht es aus als wäre die Zeit vor mindestens 50 Jahren stehen geblieben. Wir werden sehr nett und herzlich begrüsst und essen eine Kleinigkeit. Da wir uns mitten in einem Indianer Reservat befinden, sind die meisten Gäste natürlich auch von der First Nation, wie die Indianer in Canada genannt werden. Obwohl wir unterwegs an einer kleinen Herde Mustangs vorbei gekommen sind, ist das bevorzugte Fortbewegungsmittel ein geländegängiger Pickup.

Nach einer Stunde geht es wieder zurück nach Dease Lake. Unterwegs ruft Ulli aus, sie hat einen Schwarzbären gesehen, der am Wegesrand im Gebüsch war. Ich muss mich zu sehr auf die Strasse konzentrieren, als das ich den Bär gesehen hätte. Insgesamt 215 km reiner Schotter waren doch anstrengender als gedacht.

In Dease Lake laden wir auf und fahren auf dem Highway 37 wie geplant nach Süden.
Das minimale Ziel ist Iskut, ungefähr 80 km Fahrtstrecke. Kaum auf dem Highway losgefahren, sehe ich einen Bären, der gemütlich neben der Strasse entlang trottet. Diesmal können wir sogar fotografieren.

Iskut lassen wir links liegen, da der Ort nichts Besonderes bietet, aber 20 km weiter kommen wir nach Tatogga, einem kleinen Ressort mit Tankstelle, Restaurant und Motel.
Hier mieten wir uns für die Nacht ein. Zum Abendessen gibt es einen leckeren Salat und einem Bisonburger. Die Portionen in USA und Kanada sind üblicherweise riesig, deshalb begnügen wir uns immer mit einer Portion, die wir uns teilen. Das spart Geld und vermeidet Übergewicht.

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Tag 18 – Dease Lake

Am morgen fahren wir gleich zu und wollen in Watson Lake frühstücken. Nach 20 km kommen wir an und nehmen in einem von aussen eher unscheinbaren Restaurant wieder mal ein echtes Nordamerikanisches Frühstück zu uns.

Am Eingang des Ortes gibt es einen Schilderwald mit mehreren Hundert Strassen- und Ortstafeln. Jeder der davon weiss, bringt von zu Hause ein Schild mit und kann es dort anbringen. Wir sehen auch viele Ortstafeln aus Deutschland und der Schweiz. Sieht echt cool aus.

Es geht wieder ein Stück zurück und wir verlassen wir den Alaska Highway endgültig um auf den Highway 37 abzubiegen. Diese Strasse ist deutlich schmaler, macht aber auch mehr Spass wegen der vielen Kurven und schönen Aussicht. Auf knapp 900 Meter Höhe fahren wir bis nach Dease Lake, einem weiteren kleinen Ort mit vielen Indianern und einem riesigen Supermarkt. Im Northway Motor Inn checken wir ein und haben ein tolles Zimmer mit Küche.

Tag 17 – Shit happens on the Alaska Highway

Diesmal verlassen wir Whitehorse endgültig und fahren auf dem Alaska Highway Richtung Süden, 450 km liegen vor uns.

Nach ca. 170 km machen wir einen Tankstop in Teslin Lake und essen eine Kleinigkeit zu Mittag. Auf der Route sind einige Motorräder unterwegs, die aber fast alle nach Alaska fahren wollen. So gibt es bei jedem Stopp immer wieder nette Gespräche mit anderen Bikern.

Als wir in Teslin starten, müssen wir gleich über eine Brücke, die nur einen Gitterrost als Fahrbahn hat. Auf der Brücke verhält sich unsere Berta schon etwas merkwürdig, was wohl dem Gitter zuzuschreiben ist.

Aber auch auf der Strasse lässt das etwas andere Fahrverhalten nicht nach. Jeden Tag wollte ich mal den Reifendruck zu überprüfen, wir sind doch schon über 4000 Kilometer unterwegs. Egal das wird schon halten, heute Abend werde ich aber auf jeden Fall die Reifen kontrollieren.

Wir schaffen noch 30 km, dann passiert es. Bei etwa 100 km/h bricht das Motorrad aus und schleudert wild über die Strasse. Verdammt der Vorderradreifen, mit extrem viel Glück kann ich Berta halten und wir bleiben ohne zu stürzen stehen. Das war wirklich knapp! Ein schneller Check bestätigt die Vermutung, wir haben einen Platten.

Ok, wir haben Werkzeug dabei und einen Ersatzschlauch, ausserdem hat mir Hagen zu Hause ausführlich gezeigt, wie ich den Reifen auf meiner XT500 wechseln muss.

Es halten auch gleich ein paar Biker an, aber ich winke dankend ab, dass kriege ich auch alleine hin. Wir stellen Berta auf den Hauptständer und Ullis Einwand, das Motorrad steht nicht ganz gerade, ignoriere ich.

Das Vorderrad ist schnell ausgebaut und mit dem ganzen Gepäck hintendrauf stand das Rad vorne sowieso in der Luft. Ventil rausgedreht und die Luft herausgelassen, da gibt es einen Schlag.
Berta ist seitlich umgefallen.
SCHEISSE.

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Die geöffneten Koffer haben sich auf die Strasse entleert und ich stehe da wie ein Volltrottel. Wie bekommen wir ein Motorrad ohne Vorderrad wieder auf den Hauptständer?

Zum Glück hält ein Auto und der Fahrer hilft mir die Maschine wieder aufzurichten.
Beim zweiten Versuch klappt es dann endlich. Es sieht so aus, als hätte die Gabel keinen Schaden genommen.

Ulli bleibt jetzt als Sicherung beim Motorrad stehen um einen zweiten Sturz zu vermeiden. Ich mache mich daran den Reifen zu demontieren, aber das geht deutlich schwerer als gedacht. Mittlerweile ist ein Wohnmobilfahrer gekommen und bietet seine Hilfe an. Diesmal nehme ich gerne an.

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Das Felgenband ist gerissen und mit Bills Hilfe umwickeln wir die Felge mit Klebeband um das kaputte Band zu fixieren. Nach ein paar Versuchen haben wir das hinbekommen. Jetzt den Reifen auf einer Seite wieder auf die Felge, auch das geht deutlich schwerer als zu Hause. Es halten immer wieder Leute an und fragen ob sie helfen können. Auf dem Alaska Highway herrscht nicht viel Verkehr, aber alle 5 bis 10 Minuten kommt ein Fahrzeug. Ich stopfe den neuen Schlauch in den Reifen und dann versuchen wir die zweite Seite des Mantels über die Felge zu bekommen.

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Mittlerweile zu dritt wuchten wir an dem Rad herum, aber das Drecksding will nicht mehr auf die Felge rutschen. Da war doch noch was … stimmt wir brauchen Schmiermittel, dafür nehmen wir dann Spülmittel aus unserer Bordküche. Leider sind jetzt auch die Montiereisen so glitschig, dass man kaum noch Kraft anwenden kann.

Ich bin mittlerweile nassgeschwitzt (Ulli bewacht immer noch Berta) und auch schon recht fertig. Irgendwie unter Zuhilfenahme eines Hammers und eines grossen Schraubenziehers von Bill schaffen wir es dann endlich. Der Einbau des Rades geht dann recht schnell. Nur sieht der Reifen noch etwas unrund aus. Egal es wird schon gehen. Ich bedanke mich bei meinen zwei Helfern und sie fahren auch erleichtert weiter.
Jetzt noch eine schnelle Probefahrt und dann soll es weitergehen. Ab ca. 20 km/h fängt das Rad an zu springen, ich habe eine Riesenunwucht.

Während der Probefahrt kommt mir ein Biker mit einem Rallyebike und englischer Zulassung entgegen. Er fragt auch gleich, ob er helfen kann. Ich erkläre, dass ich einen Platten hatte aber jetzt wieder alles gut ist. Kaum ist er weitergefahren denke ich mir, dass das wohl ein Fehler war. Denn er sah aus wie jemand, der schon mehr Reifen geflickt hat.

Zurück bei Ulli, sage ich dass wir wohl nur noch sehr langsam fahren können, aber bis in eine Unterkunft sollten wir es schaffen. Da kommt der Englische Biker zurück und fragt ob wirklich alles in Ordnung ist 🙂

Ich erkläre ihm die Misere und er sagt kein Problem und packt gleich an. Wir lassen noch mal die Luft aus dem Reifen und versuchen den Mantel besser zu platzieren, leider hilft das nicht.
Also schlägt er vor, dass wir das Rad nochmal ausbauen und den Mantel runter nehmen.
Lyndon aus England ist Halbprofirennfahrer, der seit 3 Jahren mit seiner Werksrallyemaschine um die Welt fährt. Dabei nimmt er immer wieder an Rallys teil.
Er will noch schnell zum nördlichsten Punkt Alaskas fahren um dann im Januar in Paraguay bei der Rallye Dakar zu starten.

Er zeigt mir, wie man das Vorderrad ohne Demontage eines Bremssattels ausbauen kann und erklärt wie ein Reifen am besten zu wechseln ist. Mein Schlauch war übrigens verdreht und vom Mantel eingeklemmt. Bei ihm geht das alles ruckzuck und nach einer halben Stunde und vielen hilfreichen Tips und Tricks ist alles wieder fertig montiert. Er schenkt uns sogar noch einen Ersatzschlauch. Ulli dokumentiert alles mit dem Fotoapparat damit wir beim nächsten Mal wissen, was zu tun ist.
Insgesamt 3 Stunden hat uns die gesamt Panne gekostet und ohne Lyndon wären wir wohl kaum 10 km weiter gekommen. Wir werden bei künftigen Reifenpannen noch oft an Lyndons Unterricht denken! 🙂

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Er gibt uns noch seine Webadresse und erzählt, dass er einen Youtubechannel mit  70 000 Followern hat. In uns macht sich Ehrfurcht breit!

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Da er uns auf dem Rückweg von Alaska irgendwo überholen wird, vereinbaren wir uns dann zu treffen, damit wir mit ein paar Bierchen und einem Abendessen unsere Schuld ein wenig begleichen können. Seine Adresse lautet übrigens: www.racestoplaces.com

Weiter geht es auf dem Alaska Highway. Unser Etappenziel Watson Lake liegt noch rund 170 km entfernt. Alle Biker die uns entgegenkommen grüssen, fast wie zu Hause.
Auf einem längeren Stück Schotterstrasse kommt uns dann eine Gruppe mit 20 Harleys entgegen. Diesmal grüsst niemand von den coolen Jungs, wahrscheinlich irgendeine Gang oder einfach die Hosen voll auf Schotter … denkt sich der Ex-Harley-Fahrer Gerhard. Ich gebe Gas, dann müssen sie halt unseren Staub schlucken.

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Kurz vor dem Ziel, sehen wir ein Wohnmobil am Wegesrand halten und wir bleiben auch stehen. Nur 10 Meter von uns entfernt sitzt ein riesiger Grizzlybär im Gebüsch.
Ulli versucht zu fotografieren, aber leider klappt es nicht – egal manche Bilder bleiben auch im Kopf erhalten.

Kurz vor Watson Lake kommt Nugget City, keine Stadt sondern nur ein paar Häuser. Aber ich bin schon so groggy, dass wir hier etwas essen und uns ein Minizimmer für die Nacht nehmen. Oh Mann, what a Day.

Tag 16 – Ulu in Skagway

Es geht noch einmal zurück nach Alaska. Skagway ist auch ein Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe und liegt ca. 180 km von Whitehorse entfernt. Ohne Gepäck fahren wir eine wunderschöne Route auf dem Klondike Highway South zurück in die Berge am White Pass Summit vorbei.

Die Kanadische Grenze passieren wir ohne irgendwelche Kontrollen und einige Kilometer weiter kommt der Amerikanische Zoll. Da wir ein 10 Jahresvisum mit maximal 6 Monaten Aufenthalt haben, sollte die Einreise kein Problem sein. Der amerikanische Zollbeamte prüft unsere Papiere und fragt, wann wir das letzte Mal in den USA waren. Erst vor ein paar Tagen sagen wir wahrheitsgemäss. Im Pass befindet sich ein Stempel mit unserer Einreise dem 1.Juni 2016 und ein Datumsstempel bis wann wir wieder ausgereist sein müssen. Der zweite Stempel lautet 30. November 2015.

Der amerikanische Zöllner sieht aber ein, dass das nicht ganz stimmen kann. Er streicht kurzerhand das falsche Datum durch und ersetzt es handschriftlich mit dem fast richtigen Datum. In Ullis Pass war die Null nicht abgedruckt, somit setzt er bei Ihr den 3. November 2016 ein … ob das mal bei der nächsten Einreise in die USA gut geht?

Nicht mehr weit und wir sind in Skagway angekommen. Es liegen zwei grosse Kreuzfahrtschiffe im Hafen und entsprechend viele Touristen tummeln sich in der kleinen Stadt.
Wir schlendern mit dem Strom der Touristen durch die Souvenirläden und finden ein schönes Ulu-Messer, das wir schon langen haben wollten. Die Uluknifes sind in jedem Haushalt Alaskas zu finden und eignen sich hervorragend zum Gemüse kleinschneiden.

Nach einem leckeren blackened Halibut in einem Nicht-Touristen-Restaurant, geht es über die Tsunami Evakuierungsstrasse wieder zurück.

An der Kanadischen Grenze werden wir von einem griesgrämigen Zöllner kritisch beäugt. Aber nachdem wir die Frage nach mitgeführten Fireguns verneinen können, lässt er uns ziehen. Das Bärenspray, das wir zufällig dabei hatten, haben wir besser nicht erwähnt und Messer zählen in Nordamerika sowieso nicht als Waffen.

Tag 15 – Relaxen

Heute wollen wir etwas relaxen und fahren zu den Takhini Hot Springs.

Kurz vor dem Bad machen wir noch einen Abstecher in eine Kaffeerösterei mit wunderschönem Garten. Der Kaffee schmeckt hervorragend, gemacht mit einer italienischen Espressomaschine. Immer wieder schön, völlig unerwartete Überraschungen zu erleben.

Die Hot Springs fliessen in ein kleines Schwimmbad mit bis zu 46 Grad heissem Wasser. Zu allem Überfluss scheint auch noch die Sonne und wir können bequem in den Badesachen draussen sitzen J J J Nicht weit von uns sitzt ein Schweizer Pärchen, das kurz vor dem Abschluss ihres 5 wöchigen Urlaubs ist. Wir unterhalten uns nett und zum Abschluss schenken sie uns ihren Bärenspray, den sie nicht mit nach Hause nehmen können.

Der Spray ist ein hochwirksamer Pfefferspray, der bis zu 4 Meter weit sprühen soll. Es wird tunlichst davor gewarnt bei der Anwendung auf die Windrichtung zu achten … sonst ist man schneller selbst KO als gedacht.
Wieder zurück in unserem Zimmer entscheiden wir noch einmal um einen Tag zu verlängern und einen Abstecher nach Skagway in Alaska zu machen.

Tag 14 – Whitehorse

Die Fahrt nach Whitehorse ist wenig spektakulär. Nur 170 km zu unserem nächsten Ziel, die ohne Zwischenfälle schnell von statten gehen. Wir finden nach kurzer Suche ein Zimmer im Stratford Motel und buchen gleich für zwei Tage. Wir sind jetzt in der grössten Stadt im Norden und zugleich auch in der Hauptstadt des Yukon. Es gibt zahlreiche Supermärkte und Restaurants … ein fast vergessenes Erlebnis J

Am Abend gehen wir eine Pizza essen. Kalorien bewusst teilen wir uns eine und profitieren auch noch von der Happy Hour, das Bier kostet nur 3$.

Tag 12- Top of the World Highway

Von Tok geht es weiter Richtung Chicken, dem Startpunkt des Top of the World Highway.

Chicken ist ein Mini-Ort mit einem riesigenen Souvenirladen, einer Tankstelle und dem besten Burger, den wir bis dato hatten. Als Nachtisch genehmigen wir uns noch zwei wunderbare selbstgebackene Zimtschnecken, so schmeckt uns Alaska.

Die Landschaft ist unendlich schön und einsam. 107 Meilen Schotterstraße, die sich durch eine unglaubliche Landschaft ziehen. 10 km vor der Amerikanisch-Kanadischen Grenze gibt es dann plötzlich eine perfekt asphaltierte Straße mit tollen Kurven und ohne Verkehr. 1 Km vor der Grenze kreuzt noch ein Elch unseren Weg, dem wir natürlich gerne ein Goodbye Alaska zurufen.

An der Grenze werden wir gefragt, ob wir Feuerholz mit uns führen. Das können wir leicht verneinen, wo sollte das auch hinpassen. Die Pässe werden schnell von einer sehr netten Zöllnerin gecheckt und schon sind wir in Kanada.

Wir stellen die Uhr eine Stunde vor, es sind nur noch 9 Stunden Zeitunterschied nach Hause … und weiter geht’s auf Schotter in Richtung Dawson City. Auf dem Weg sehen wir immer wieder Motorradfahrer, die auch den nördlichsten Grenzübergang in Nordamerika auf Ihrem Plan haben.
In Dawson City wollten wir eigentlich in einem Hostel übernachten. Die Preise waren aber nicht besonders günstig und Wohlfühlen und Sauberkeit ein Fremdwort. Strom gab es keinen und als Dusche nur ein Wasserfass, das man erst mittels Holzfeuer erwärmen musste, um sich dann mit Schöpfkellen abzuspritzen. An Heizung war ebenfalls nicht zu denken. Ein bisschen bequemer sollte es schon sein, wohlwissend dass uns in Südamerika noch einige entbehrungsreiche Übernachtungen erwarten werden.

Mit einer Fähre setzen wir über den Yukon River und finden etwas außerhalb von Dawson ein preiswertes Motel mit warmer Dusche und Internet.

Dawson City ist bekannt als Goldgräberstadt der ersten Stunde, aber leider kamen gleich nach den Goldgräbern die Touristen … auch davon viele. Zum Abendessen fahren wir in den Ort und finden ein überraschend leckeren Essen im „Drunken Goat“, einem griechischen Restaurant. Auch das Gold Yukon Bier schmeckt sehr gut. Zurück im Hotel fängt es wieder an zu regnen, zum Glück hat unser Timing heute gepasst.