Tag 164 – Valle del Cauca

Unser heutiges Ziel ist Valle del Cauca, eine Region im Westen Kolumbiens in der viel Kaffee, Mais, Bananen und Yuca angebaut wird.

Wir haben uns in einer Finca in der Nähe von Montenegro und Salento eingemietet und wollen hier 1 Nacht verbringen. Unser Schlenker gestern über die Berge war schon wunderschön und heute geht es wieder Richtung Westen und es ist sogar noch besser. Endlose Passtrassen tolle Aussichten was will das Motorradfahrer-Herz mehr.

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Bis nach Manzales folgen wir noch den Hauptstrassen und biegen dann auf Nebenwege mit noch mehr Kurven ab. Ausser einem Mittagessen auf einer Passhöhe gönnen wir uns ein wenig später noch einen Espresso mit Bananensplit in einer Heladeria in Chinchina.

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Es geht auf kleineren Strassen weiter, aber immer noch asphaltiert. Die nächste grosse Stadt heisst Pereira in der wir uns prompt wiedermal etwas vertun und von der Route abweichen.

Ab dann wird es wieder so richtig abenteuerlich. Schmale Strässchen ohne Belag schlängeln sich durch die Landschaft. Mehrfach müssen wir kontrollieren, ob wir auch wirklich noch auf der richtigen Strecke sind.

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Aber das Glück ist diesmal mit uns und wir landen am Abend auf unserer Finca bei Montenegro. Heute waren es zwar „nur“ 203 km, aber dafür sind wir auch über 5000 Meter auf und ab gefahren und saßen wieder einmal über 6 Stunden auf dem Moped.

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Die Finca liegt mitten in der Pampa, bietet aber alles was wir benötigen inclusive einem günstigen Abendessen und sicherem Parkplatz für Berta.

Offensichtlich findet auch ein Treffen des Roten Kreuzes von Südamerika hier statt. Wir sehen viele in Rotkreuz Uniformen aus allen möglichen Nachbarländern und darüber hinaus. Da die Finca ziemlich gross ist, stört das nicht weiter. Nur am doch recht lahmen Internet ist  zu spüren, das sie gut besucht ist.

Tag 163 – Medellin nach Mariquita

Der direkte Weg ist meistens nicht unserer, daher wollen wir noch ein paar schöne Pässe fahren um die Anden geniessen zu können.

Zuerst müssen wir aber raus aus der Stadt. Da wir schon im Süden Medellins sind, wollen wir die Stadt auch im Süden verlassen. Die Verkehrsführungen mit Einbahnstrassen und auch das Missachten von Abbiegungen führen uns aber noch einmal durch die ganze Stadt. Nun gut, nach knapp einer Stunde haben wir dann auch das geschafft und befinden uns wieder auf der gewünschten Route.

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Es geht auf herrlich kurvenreichen Strassen durch die Berge. Vor allem sind die auch breit genug um meist problemlos überholen zu können. Allerdings nicht immer, denn auch der Gegenverkehr überholt wenn immer möglich.

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Unterwegs kann ich mich sogar ein wenig mit zwei Sportmaschinen messen, muss sie dann aber irgendwann ziehen lassen. Die Jungs hatten kein Gepäck und kannten die Kurven doch ein wenig besser.

Wir fahren zuerst grob Richtung Osten um dann bei Puerto Triunfo nach Süden abzubiegen. Unterwegs machen wir in der Nähe einer Militärstreife halt und haben wieder einmal ein sehr leckeres Almuerza in einem kleinen familienbetriebenen Restaurant. Auch die Soldaten sind wie in ganz Kolumbien sehr nett und erlauben uns auch ein Bild neben Ihrem Panzer.

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An jedem Militärposten den wir sehen zeigen uns die Soldaten hochgereckte Daumen. Allerdings sind wir nicht ganz sicher, ob dieser Daumen nicht auch noch eine andere Bedeutung hat. Je weiter Südlich wir kommen um so präsenter ist das Militär, was wohl auch mit der bis dahin noch nicht gelösten Rebellensituation zu tun hat. Nach 304 Kilometern und über 6 Stunden Fahrt kommen wir dann in Mariquita an.

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Unsere Posada heisst der Erimit und hat sogar ein Schwimmbad. Am Abend finden wir noch ein Gartenrestaurant und können leckere Marisquas essen und einen selbst gemachten Jugo trinken.

Tag 162 – Medellin

Gleich am Morgen starten wir Richtung KTM Händler. Das Geschäft ist nicht weit von unserer Unterkunft und wir finden es auch ohne Probleme. Auch der Laden den Ivan uns gestern empfohlen hatte ist nicht weit von hier.

Beim KTM Händler wollen wir eigentlich nur einen Benzinfilter als Ersatz kaufen. Wir sind überrascht das wir hier auch das Motorrad von Martin stehen sehen, er hatte schon wieder Probleme und braucht eine neue Lichtmaschine. Unseren Filter gibt es leider nicht, aber wenn wir wir eine Woche warten hat er einen. Wir hoffen, dass in Quito einer verfügbar ist und verschieben das Thema fürs erste.

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Der Händler hat auch eine gute Auswahl an Reifen und so entscheiden wir spontan den neuen Reifen hier zu kaufen und können ihn auch gleich montieren lassen.dsc_0009

Danach fahren wir noch in eine Mall um eine neue Kamera zu kaufen. Die kleine Nikon von Ulli hat leider immer schlechtere Bilder gemacht, da die Linse im Laufe der Zeit immer trüber wurde. Die Mall hat einen separaten Mopedparkplatz über mehrere Ebenen, wo man umsonst und bewacht parken kann. Eine Ersatzkamera finden wir zwar nicht, aber es macht auch wieder Spass durch ein modernes Einkaufszentrum zu laufen und wir finden den ersten Nespresso Shop Südamerikas. Wir testen die neueste Maquina de Cafe und bekommen auch die Tassen geschenkt … sind aus Plastik, aber ganz Nespresso-Style.

Heute wollen wir natürlich auch noch Medellin erkunden, aber ohne Berta. Wir stellen das Moped wieder im Hotel ab und laufen dann zur Metro-Station. In die Altstadt sind es rund 10 Km, Medellin ist gross, und die Fahrt mit der Metro ist deutlich einfacher.

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Die Altstadt ist schön und wir steuern als erstes ein Cafe an um einen leckeren Capuccino zu geniessen. Auf den Strassen werden überall CDs mit Musik angeboten. Als wir den Kellner im Cafe fragen, was denn so eine CD kostet geht er kurzerhand raus und fragt beim nächsten Händler für uns nach. Er nennt uns 2000 Cordobas als Preis, das entspricht ungefähr 80 Cent. Wir müssen auch keinen Touristenpreis bezahlen, da sie ja jetzt den normalen Preis kennt 🙂 Nur mit der Musik selbst haben wir uns etwas vergriffen. Denn Music popular ist so etwas wie Volksmusik und nicht wie vermutet populäre Musik. Naja, man lernt ja nie aus.

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Später gehen wir noch in den Salon Malaga, ein altes traditionelles Tangorestaurant mit sehr schönem Ambiente.

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Heute ist aber Fussball angesagt, denn Kolumbien spielt gegen Chile. Überall in der Stadt sieht man Fernseher und vielen Leuten davor und auch das gelbe Trikot der Nationalmannschaft ist allgegenwärtig.

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Medellin ist wirklich schön und eigentlich wollten wir auch noch einen Tag verlängern, aber leider ist unser Zimmer nicht mehr verfügbar. Also machen wir uns an die Planung für die nächsten Tage.

Tag 161 – Wieder in die Berge nach Medellin

Nachdem wir uns jetzt lange genug im Flachland aufgehalten haben, geht es heute weiter Richtung Medellin und damit auch wieder in die Berge.

Das Wetter ist gut und auch die Strassen sind in recht gutem Zustand.

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Nach gut 100 Kilometer geht es wieder steil bergan und bald sind wir wieder auf 2500 Meter in den Bergen.

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An einem kleinen Ausblickrestaurant machen wir Pause und geniessen ein Helado & die tolle Aussicht.

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Bald darauf bekommen wir auch noch einen wunderschönen Regenbogen zu sehen, werden aber vom Regen verschont 🙂 .

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Nach 280 Kilometer erreichen wir Medellin. Die Stadt hat sich in den 20 Jahren nach der Herrschaft in der Hand des Drogenbarons Escobar sehr gut entwickelt. Wir lernen, dass Escobar 80% des weltweiten Kokain-Handels aus Medellin heraus abgewickelt hat und damals der Durchschnitt an Tötungsdelikten in Medellin bei 75 Toten / Tag war. Heute hat sie sich zu einer weltoffenen kosmopolitischen und modernen Stadt gewandelt, die viele Besucher anlockt 🙂

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Auf den letzten Kilometern durch das Zentrum sehen wir auch viele grosse Motorräder, die ebenfalls ein Indiz für den Reichtum der Bewohner sind. Ein KTM Fahrer grüsst uns mit hochgerecktem Daumen bevor er sich weiter durch den Stau schlängelt.

Unsere Unterkunft liegt im Bezirk El Poblado, einem Stadtteil mit vielen Restaurants und Geschäften. Am Abend machen wir uns zu Fuss auf den Weg, um noch etwas zu Essen zu finden. Nicht weit vom Hotel kommen wir an einem Nobelrestaurant vorbei und davor steht die KTM, die wir vorher gesehen hatten.

In der Bar vor dem Restaurant sitzt auch ein Biker, leicht an Helm und Motorradjacke zu erkennen. Ich spreche ihn an, das er uns vorher im Verkehr gegrüsst hat. Ivan lädt uns gleich zu einem Getränk in der Bar ein und wir unterhalten uns (auf spanisch) über das Motorradfahren in Kolumbien. Auf die Frage nach einem Geschäft, wo wir einen neuen Vorderradreifen kaufen können, gibt er mir seine Whatsapp Nummer und verspricht die Koordinaten eines entsprechenden Ladens zu senden. Wir bekommen auch noch ein paar Tipps, wo wir auf unseren Weg Richtung Süden unbedingt hinfahren sollten.

Wir gehen anschliessend noch ein wenig durch das Viertel und essen dann einen megaleckeren Burger (ganz landestypisch 🙂 ) bevor wir doch erschöpft in unsere Hotel zurückkehren.

Tag 160 – Caucasia

Wieder geht es weiter in Richtung Süden 🙂  Wir wollen Strecke machen und fahren heute bis nach Caucasia den halben Weg bis Medellin. Es gibt nicht viel zu berichten, das Moped läuft gut und nimmt auch die Schrauberaktivitäten von gestern nicht übel.  232 km und 5 Stunden Fahrt … schon sind wir da.

Das absolute unerwartet Highlight in Caucasia ist nach mehr als einer Woche endlich wieder mal ein Zimmer mit Agua Caliente in Dusche!! Ulli kommt gar nicht mehr unter dem heissen Strahl hervor 🙂

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Tag 159 – Santiago de Tolu

Nach den schönen Tagen in Cartagena machen wir uns wieder auf in Richtung Süden. Das nächste Ziel heisst Santiago de Tolu und ist ein kleiner eher verschlafener Küstenort.

Kurz nach der Abfahrt beginnt die Sintflut und hört es auf als wir schon beinahe am Ziel angekommen sind. Nach rund 3 Stunden und 170 km strömenden Regen und Windböen sind wir  am Ziel.

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Wir haben eine nette Unterkunft in einer Pizzaria mit grossem Innenhof und ausreichend Platz um endlich das Thema Benzinfilter in Angriff zu nehmen.

Der Benzinfilter bei der KTM ist im Tank zusammen mit der Benzinpumpe verbaut. Das heisst wieder das halbe Moped zerlegen um den Tank abzubauen. Dann den zum Glück fast leeren Tank auf die Seite legen um an die Innereien zu kommen. Eigentlich habe ich gedacht das Thema ist in einer halben Stunde erledigt. Aber ich muss die ganze Einheit mit der Pumpe auseinander bauen und dann mit dem neuen Filter wieder zusammen basteln. Früher ging sowas irgendwie deutlich einfacher. Nach zwei Stunden mit Ullis Hilfe haben wir dann alles wieder zusammen. Es ist nichts übergeblieben und das Moped springt auch gleich beim ersten Mal an. Da eh schon alles auseinander gebaut ist, wird dann auch gleich der Luftfilter von Rottweiler angepasst, sowie es Chris von Rottweiler geraten hat. Anpassen heisst ein paar Teile entfernen und somit auch ein bisschen Gewicht einsparen. Hoffe wir, das das auch hält. Naja, wir werden sehen.

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Tag 156 bis 158 – Cartagena

Heute sollte es eigentlich Richtung Fähre gehen. Als ich das Moped vom Parkplatz hole höre ich jedoch, dass es eine neue Brücke gibt.

Wir fragen in unserer Posada nochmals nach dem Fährplan und einen Anruf später wissen wir, dass die Fähre nicht wie gedacht um 12h sondern erst um 15h ablegt. Auch hier erhalten wir den Rat, dass die Brücke der beste Weg ist. Vor unserer Unterkunft schneidet ein alter Mann die Bäume und macht aber auch regelmässig Rast und schaut mir zu wie ich Berta bepacke und weiss auch einiges zu erzählen. Auch er weist auf die neue Brücke hin.

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Also werfen wir unsere Pläne über den Haufen, lassen Fähre Fähre sein und machen uns in Richtung Brücke auf den Weg. Nicht weit von Mompox können wir dann tatsächlich problemlos den Fluss überwinden und sparen somit etliche Kilometer Umweg (aber verpassen leider die Bootsfahrt 🙁 ). Daher haben wir uns entschlossen schon heute nach Cartagena zu fahren, unserem nördlichsten Ziel in Kolumbien. 323 Kilometer legen wir zurück bis wir schliesslich in Cartagena ankommen.

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Die Stadt ist sehr gross und der Verkehr entsprechend dicht. Unser Ziel ist die historische Altstadt, haben wir doch ein sehr günstiges Zimmer mittendrin ergattert. Das erste Problem besteht darin überhaupt in die Altstadt zu kommen. Das Navi sagt geradeaus und der Polizist samt Schilder fordern uns zum Abbiegen auf. Also beugen wir uns der Staatsgewalt. Wir fahren einen Bogen um die Altstadt bis wir endlich einen Eingang sehen, allerdings auch der anderen Strassenseite. Da wir nicht länger im Kreis fahren wollen, durchbreche ich eine Barriere und schummle mich dann zum Eingang durch. Endlich in der Altstadt angekommen müssen wir uns noch durch ein Gewirr von Einbahnstrassen kämpfen bis wir endlich im Casa Blue angekommen sind oder zumindest in der Nähe laut Navi. Die letzten Meter hat Ulli zu Fuss erkundet und dann auch endlich unsere Unterkunft entdeckt, ca 20 Meter von dort wo Sie Ihren 10minütigen Rundgang gestartet hat ;-).

Wir haben eigentlich erst ab dem nächsten Tag reserviert, können aber unser Zimmer schon heute beziehen. Perfekt 🙂 Zum Parken fahren wir nochmal einige Ecken weiter bis wir in der beschriebenen Garage sind, die 24 Stunden bewacht ist. Wir stürzen uns anschliessend gleich ins Getümmel und erkunden die Stadt zu Fuss.

Insgesamt bleiben wir drei Nächte in Cartagena. Die Altstadt ist farbenfroh aber auch voll mit Touristen. Wir haben das Glück, dass unsere kleine Unterkunft nicht im Hauptgetümmel der Kreuzfahrtschiffe liegt aber trotzdem mittendrin ist. Direkt gegenüber ist eine Kirche in der während unseres Aufenthaltes zwei Hochzeiten stattfinden. Wir verbringen insgesamt zwei einhalb sehr schöne Tage in Cartagena und erfreuen uns an den kleinen Gässchen und schönen bunten Gebäuden.

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Tag 155 – Mombox

Am morgen habe ich noch ein nettes Gespräch mit dem Hotelbesitzer und dann geht es weiter nach Mompox.

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Mompox liegt im Schwemmland und wir sind nicht ganz sicher, ob wir von dort auch weiterkommen. Google Maps, unsere Karten und das Navi haben die unterschiedlichsten Ansichten dazu. Wir versuchen es einfach und werden sehen welche Möglichkeiten es dann gibt.
Das Schwemmland zeichnet sich durch viel Wasser und zum Teil auch Schlamm aus.

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Die Strassen werden wilder und wilder und sind nur noch selten asphaltiert. An einigen Stellen sperren Kinder die Durchfahrt mit einem Seil um einen Wegezoll zu erbetteln. Wir halten uns da an die Einheimischen, die einfach zufahren. Das Seil wird dann im letzten Moment fallengelassen.

An anderen Stellen müssen wir durch tiefe Schlammpfützen, aber auch das kriegen wir hin. Nur mit einem Foto klappt es leider nicht.

Mompox ist eine sehr schöne kleine Stadt mit vielen netten Gebäuden und einigen Kirchen aus dem 16ten Jahrhundert.

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Da wir heute nicht zu lange gefahren sind, haben wir genügend Zeit die Stadt zu erkunden. Am Abend kommen wir an einer anderen Kirche vorbei in der gerade ein Gottesdienst abgehalten wird. Die Türen sind offen und wir können den Gesang zu hören und sind durchaus beeindruckt.

Tag 154 – Aguachica

Am morgen gibt es noch eine warme Dusche, was durchaus nicht üblich ist. Seit Mexico hatten wir auch immer wieder Unterkünfte nur mit kaltem Wasser. Ein sehr gängiges Duschsystem ist ein Durchlauferhitzer, der direkt am Duschkopf angebracht ist. Bis jetzt konnten wir auch immer ohne Stromschlag Duschen.

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Auch die Toiletten sind etwas anders wie bei uns. Da in der Regel die Kanalrohre zu dünn sind, ist es gängige Praxis das Toilettenpapier im Abfalleimer direkt neben der Toilette zu entsorgen. Aber alles zusammen funktioniert in der Regel und man gewöhnt sich ja an alles … ausser an die kalten Duschen 😉

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Auch in San Gil gibt es zahlreiche Geier, die uns zum Abschied mit Ihren Flügel winken. Heute fahren wir nach Aguachica unserem Zwischenstop bevor es weiter nach Mompox und Cartagena geht.

 

Der Weg führt uns erst zur Chicamocha Schlucht and dann weiter bergauf und ab in Richtung  Aguachica.

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Auf den bergigen Strassen sehen wir zwei Jungs auf Ihren BMX-Rädern, die sich hinten an einem LKW nach oben ziehen lassen, um danach wieder bergab zu rasen. Ein sehr beliebtes Hobby scheint es.

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Auch die Mitfahrgelegenheiten werden genutzt wie sie kommen.

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Unterwegs halten wir an für eine Kaffeepause und müssen die Polizei überzeugen, das wir trotz Parkverbot kurz stehen bleiben dürfen. Dafür gibt es zur Belohnung auch einen FC Bayern Aufkleber.

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Nach 265 Km sind wir dann in Aguachica angelangt. Kein besonders hübscher Ort, aber ausreichend für einen Zwischenstop.

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Unsere Posada heisst Hotel de Sol und ist ein kleines Gebäude in einer Nebenstrasse. Die Gegend sieht nicht sehr einladend aus, aber der Besitzer ist sehr freundlich und wir dürfen Berta gleich in der Unterkunft in den Hausflur stellen. Das Zimmer ist sauber und die Dusche kalt. Da wir aber in einer flachen Gegend sind und wieder Temperaturen haben, die nicht nach dicken Jacken und Pullovern schreien, ist das nicht so schlimm … und wir haben sogar den Luxus einer Klimaanlage.

Die Restaurants an der Hauptstrasse überbieten sich mit Musik der verschiedensten Richtungen in voller Lautstärke. So richtet sich unsere Suche eher nach einer Location, wo wir uns wenigstens noch ein bisschen unterhalten können. Hilft nicht viel, denn kaum ist unser Essen auf dem Tisch, wird auch hier die Musik wieder aufgedreht.

Tag 152 – San Gil

Die Sonne scheint und wir erkunden San Gil. Der Ort ist auch ein beliebtes Ziel der Kolumbianer, da er eine gute Lage und ein sehr angenehmes Klima hat. Es gibt wie überall einen grossen Dorfplatz um den sich Geschäfte und Restaurants tummeln.

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Heute ist besonders viel los, da Helloween ist.

Nach unserem ersten Stadtrundgang machen wir uns auf die Suche nach einer Werkstatt, die uns bei unserem Bremsenproblem helfen kann. Bald werde wir fündig und finden eine kleine Mopedschrauberwerkstatt, die über eine Drehbank und viel professionelles Werkzeug verfügt. Der Chef zeigt uns auch gleich nachdem wir unser Problem geschildert haben, eine Bremsscheibe die von Ihnen genietet wurde. Das hört sich gut an und sieht auch so aus. Wir müssen noch eine Weile warten bis der richtige Mechaniker aus der Mittagspause zurück ist. Ein junger Bursche, der aber das ganze sehr kompetent begutachtet und sagt, das er die Reparatur machen kann.

Heute geht es allerdings nicht mehr, da er den ganzen Tag braucht um alles richtig zu vermessen und die Nieten herzustellen. Wir vereinbaren Berta früh am nächsten Morgen zu bringen.

Zurück im Hostel verlängern wir unseren Aufenthalt in San Gil um eine weitere Nacht und stürzen uns dann in das abendliche Getümmel. Die Strassen sind voll mit maskierten Kindern und Ihren Eltern, von überall kommt laute Musik und alle sind sehr fröhlich.

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Wir fühlen uns schon wie bei der Fasnacht zuhause. Mutig versuchen wir auch die Würstchen, die an jeder Ecke gegrillt werden und wirklich lecker schmecken :-).

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Spät in der Nacht im Hotel werde ich von lautem Rauschen geweckt. Es regnet wie die Hölle und wahre Sturzfluten schiessen die steilen Strassen nach unten. Wir stehen mit grossen Augen am Fenster und staunen.

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Zum Glück steht Berta im Hostel unter Dach, draussen auf der Strasse wäre sie bestimmt weggespült worden.